Am 13. August

Singen, Sabbeln, Saufen: Inas Nacht feiert die 100. Folge

+
Zum Geburtstag eine Motto-Torte: Ina Müller (Mitte) feiert die 100. Sendung mit Annette Frier und Lutz van der Horst.

100-mal „Singen, Sabbeln, Saufen“: Ina Müller hat mit ihrer feucht-fröhlichen Kneipenshow Grund zu feiern. Als hätte sie je einen gebraucht.

Die Wirtin vom „Schellfischposten“ heißt auch Müller, allerdings nicht Ina, sondern Ulla. Dass sich ihre berühmtere Namensvetterin die Hamburger Kult-Kaschemme als Kulisse für eine Fernsehsendung ausgesucht hat, dürften rückblickend alle beiden Müllers als Glücksfall werten. Ina Müller, die Entertainerin, hat inzwischen schon Galas moderiert, und immer mal wieder nimmt sie eine neue CD auf. Doch nirgends ist ihr übersprudelndes hanseatisches Temperament so bezwingend wie im dicht gedrängten Treiben an der Kneipentheke in Altona. 99-mal blieb im holzvertäfelten Seemannsambiente kein Auge trocken. Von der Jubiläumssendung, der 100. seit Juni 2007 (Samstag, 13. August, 23.10 Uhr), ist auch kein Trauergottesdienst zu erwarten.

14 Leute passen rein in die urige Hamburger Spelunke. Der Shanty-Chor steht draußen vorm Fenster. Drinnen wird gepichelt, bis sich auch der stocksteifeste Gast in einer Form präsentiert, wie er es vor Kameras garantiert nirgendwo sonst machen würde. Wer die Methode Müller in Vollendung bestaunen möchte, schaue sich bei Youtube beispielsweise an, wie die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau ekstatisch prustend und einen Brechreiz imitierend über die Vorstellung einer Mundgeburt dozierte.

Zahlreiche denkwürdige Auftritte

Auch Heiner Lauterbach, Til Schweiger, Heike Makatsch, Alice Schwarzer, Carolin Kebekus, Mario Basler, Mehmet Scholl und etliche andere hatten denkwürdige Auftritte. Jürgen Trittin legte als DJ Platten auf, Florian David Fitz begrüßte ein leibhaftiges Pferd, und Jan-Josef Liefers spielte auf dem Tresen Golf. Wer so etwas unvorbereitet sieht, wird diese halb improvisierte Krawallkomik vermutlich mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Begeisterung zur Kenntnis nehmen.

Zur 60-minütigen Jubiläumsfolge wird am Prinzip „Singen, Sabbeln, Saufen“ (O-Ton Ina Müller) nicht gerüttelt, dennoch ist ein bisschen was anders als gewohnt. Der Wilhelmsburger Shanty-Chor „Die Tampentrekker“, der aus Platzgründen immer draußen auf der Straße steht, wird erstmals in die gute Stube gelassen. Dort wird es richtig muckelig, denn an Stargästen wird dem Anlass entsprechend groß aufgefahren. Schauspielerin Annette Frier wird zum Gespräch über originelle Grabsteininschriften erwartet. Sänger Jan Delay kommt in Begleitung des schlagfertigen Radiomoderators und Musikers Dennis Lisk. Auch der aus der „heute-show“ bekannte Satiriker Lutz van der Horst ist keiner, dem man die Bonmots aus der Nase ziehen muss.

Als musikalische Stargäste passen die unerhört erfolgreichen Shanty-Folkrocker Santiano perfekt ins Festtagsbild. Eine Band, die spielend leicht Stadien ausverkauft, aber wie so viele vor ihr (Tocotronic, Scorpions, Wanda, Element Of Crime) den Weg in die Hamburger Hafenkneipe nicht scheut. Das Ergebnis dieses feucht-fröhlichen Wahnsinns bis dato: ein Grimme-Preis, ein Deutscher Fernsehpreis, ein Deutscher Comedypreis, ein Echo und bis zu 1,5 Millionen Zuschauer pro Sendung. So weit die nüchternen Zahlen. Aber um Nüchternheit geht es bei „Inas Nacht“ ja als Allerletztes.

Die Jubiläumsausgabe ist die vorletzte der aktuellen „Inas Nacht“-Staffel im Ersten. Sechs weitere neue Folgen sind ab 29. Oktober im Programm.

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren