Staffel 4 der History-Serie Vikings

Paris oder nichts

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Diesmal 20 Statt wie bisher zehn Folgen: Die Historiensaga „Vikings“ geht bei Amazon Prime in die vierte Runde.

Auf die Details kommt es an: In der vierten Staffel legt „Vikings“ weiterhin Wert auf glaubhafte Grundlagen - wobei Drama und Gemetzel auch diesmal nicht zu kurz kommen.

Inzwischen kann man sagen: Er hat es wieder geschafft. Nachdem Michael Hirst über vier Staffeln erfolgreich von den „Tudors“ erzählte und auch die „Borgias“ mit aus der Taufe hob, hat der britische Autor und Produzent mit „Vikings“ eine weitere langlebige und populäre Historienserie geschaffen. Während im August die dritte Staffel der kanadisch-irischen Koproduktion auf DVD und Blu-ray Disc erscheint, wird auf Abruf bereits zum vierten Mal in See gestochen: Die ersten zehn der diesmal insgesamt zwanzig Episoden umfassenden Staffel 4 sind bei Amazon Prime ab sofort auch in deutscher Fassung verfügbar.

Dass Michael Hirst ausnahmslos historische Stoffe verarbeitet, ist kein Zufall. Die Antike, das Mittelalter - das sind die Epochen, in denen sich Hirst zuhause fühlt, und wer mit ihm spricht, meint es eher mit einem Geschichtslehrer als mit einem Autoren für moderne Serien zu tun zu haben. Der Mann kennt sich aus, legt großen Wert auf gut recherchierte Hintergründe, und so ist auch „Vikings“ ein Format, das sich spürbar um Authentizität bemüht. Religiöses Brauchtum, Waffen, die ständischen Hierarchien, Rollenbilder von Männern und Frauen - auch in der vierten Staffel stecken viele Details, die zwar nach Gutdünken platziert und hervorgehoben werden, aber keinesfalls frei erfunden sind.

Getragen wird das History-Format jedoch weiterhin vom großen Drama, von Action und Abenteuer. Seit der ersten Staffel ging es für Ragnar Lothbrok (Travis Fimmel, „Warcraft“) stetig bergauf. Vom jungen Bauern stieg er zum Wikingerkönig auf, zeugte einen Nachkommen nach dem anderen, gewann große Schlachten, plünderte Klöster und eroberte ferne Ländereien. Doch ist er ein Getriebener, der immer mehr will, und das könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Nach einem erfolglosen Angriff auf Paris während der dritten Staffel möchte er sein Glück nun ein zweites Mal versuchen. Dafür muss er allerdings erst seinen feindseligen Bruder Rollo (Clive Standen) aus dem Weg räumen, der sich inzwischen mit den Franzosen verbündet hat.

Ob sich das alles tatsächlich so zugetragen hat, kann selbst Michael Hirst nicht wissen. Zu lückenhaft ist die Überlieferung, was die Geschichte der Wikinger-Ikone Ragnar angeht. Manches darf man durchaus auch als an den Haaren herbeigezogen erachten. Doch unter dem Strich nimmt man Hirst weiterhin ab, dass es so oder zumindest so ähnlich gewesen sein könnte. Es bleibt dabei: „Vikings“ ist weit mehr als ein bloßes Hauen und Stechen in historischem Gewand. So kann es gerne weitergehen in der zweiten Hälfte der vierten Staffel, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll.

tsch

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