Nicht nur im Fernsehen, auch übers Internet

Olympia auf allen Kanälen

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Wenn vom 5. bis 21. August die Olympischen Sommerspiele in Rio stattfinden, dominiert einmal mehr in diesem Jahr der Sport das Fernsehprogramm.

Die Olympischen Spiele im Park und im Freibad verfolgen, das geht so leicht wie nie zuvor: TV-Apps sei Dank.

Videorekorder und Taschenfernseher waren gestern: Wer die Olympischen Spiele in Rio außerhalb der eigenen vier Wände verfolgen will, braucht dazu kaum mehr als ein Smartphone oder ein Tablet. Denn Anbieter wie Zattoo, Magine und Save.TV ermöglichen es, Sportveranstaltungen und auch das sonstige TV-Programm überall zu sehen. Keiner muss also die wichtigsten Entscheidungen der Olympischen Spiele (5. bis 21. August) verpassen, nur weil der eigene Fernseher einmal von den Kindern in Beschlag genommen wurde.

Platzhirsch unter den Anbietern von TV-Apps ist Zattoo: Seit zehn Jahren sind die Schweizer nun schon auf dem Markt. Via Zattoo kann das TV-Programm von mehr als 70 öffentlich-rechtlichen Sendern gratis und in SD-Qualität über das Internet empfangen werden. Wer auch das Programm der Privaten über Zattoo sehen möchte, muss dafür allerdings zahlen: Zehn Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr kosten Privatsender wie RTL oder ProSieben. Dafür gibt's allerdings auch Fernsehgenuss in HD-Qualität. Erhältlich ist die Zattoo-App für PC, Streamingboxen, Mobilgeräte und für ausgewählte Smart-TVs.

Nicht ganz so viele kostenlose SD-Sender bietet TV-Spielfilm mit seiner App; unter den 58 Kanälen befinden sich außerdem viele Dritte Programme, und die Werbung, die vor dem Start der Sendungen eingespielt wird, ist wenig erfreulich. Abonnenten des Premium-Pakets (9,99 Euro im Monat) können sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sender in HD-Qualität genießen, dann auch ohne zusätzliche Werbung.

Auch Magine bietet die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos und in SD-Qualität, Privatsender und HD-Qualität kosten ab fünf Euro im Monat. Gegenüber der Konkurrenz bietet Magine ein einzigartiges Feature: Sendungen können zeitversetzt gesehen werden - das Programm kann also angehalten und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Wenn also in Rio kurz vor einer wichtigen Entscheidung das Telefon klingelt: einfach die Pause-Taste drücken!

Die Funktion eines Videorecorders übernimmt die App Save.TV. Mit ihr lässt sich das Live-Programm auf Knopfdruck aufzeichnen, gespeichert werden die Sendungen dann in der Cloud. Eigener Speicherplatz wird so nicht benötigt. Je nach gewähltem Tarif kann das aufgezeichnete Programm dann binnen 30 oder 60 Tagen ganz bequem zum Wunschzeitpunkt angesehen werden. Ab 6,99 Euro im Monat gibt's den digitalen Videorecorder.

Zu beachten ist bei alle diesen Apps: Wer unterwegs übers Mobilfunknetz das Fernsehprogramm streamt, verbraucht große Menge vom Datenvolumen. Ein Fußballspiel etwa verschlingt rund 600 Megabyte - und das in SD-Qualiät. Beim HD-Streaming geht noch weit mehr Volumen drauf. Abhilfe bieten etwa WLAN-Netzwerke oder Hotspots, wie es sie mittlerweile an vielen öffentlichen Plätzen gratis gibt. Im Ausland funktionieren die TV-Apps übrigens nicht, weil die Anbieter hier nicht die entsprechenden Rechte besitzen.

Die Olympia-TV-Übertragungsrechte haben letztmals bei den Spielen in Rio ARD und ZDF erworben: Von 2018 bis 2024 liegen sie bekanntlich bei Eurosport. Bis dahin unterbreiten die öffentlich-rechtlichen Partner ihr Sportangebot aber selbstverständlich auch im Internet. Was aus Rio nicht bei ARD und ZDF in deren 340 Stunden im TV läuft, ist auf sechs parallel stattfindenden Online-Kanälen verfügbar. 1.000 Sendestunden sollen auf diese Weise zusammenkommen. Wie immer in der modernen Welt wird man also eine Auswahl der vorgesetzten Medien-Möglichkeiten treffen müssen. Oder sich letztmalig-traditionell vom guten alten ARD- und ZDF-Fernsehen an die Hand nehmen lassen.

tsch

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