69 Tage Hoffnung

Ihr da oben, wir hier unten

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Mario Sepúlveda (Antonio Banderas, Mitte) und die anderen eingeschlossenen Bergleute müssen mit sehr wenig Nahrung auskommen.

Fesselnd berichtet der Katastrophenthriller „69 Tage Hoffnung“ von den vor sechs Jahren verschütteten chilenischen Bergleuten und deren Rettung.

Bergbauminister Laurence Golborne (Rodrigo Santoro) trifft als Letzter ein. Bewaffnete Wachmannschaften der Besitzer, die Medien und Familienangehörige sind schon längst da: In der San-José-Mine in der chilenischen Atacama-Wüste sind 33 Bergleute verschüttet. Mit PR ist die Sache nicht getan. „Wir brauchen keinen hübschen Jungen im piekfeinen Anzug“, faucht María Segovia (Juliette Binoche) vor laufenden Kameras Golborne durchs runtergelassene Autofenster an, „wir wollen unsere Männer zurück!“ Der Katastrophenthriller „69 Tage Hoffnung“ (2015) wird zeigen, wie sich über Klassenschranken hinweg allmählich Freundschaft und Vertrauen zwischen María und Laurence entwickelt. Im Kino fand er nahezu keine Beachtung, nun erscheint er auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Noch bevor es für ihn und seine Männer an einem scheinbar ganz normalen Arbeitstag ganz tief in die Mine gehen soll, weiß Teamführer Don Lucho (Lou Diamond Phillips) schon, dass sich der Berg auf gefährliche Weise bewegt. Als ein dumpfes Grollen immer weiter anschwillt, ist es fast zu spät. In den riesigen ausgeschachteten Gewölben zermalmen Gesteinsmassen Bagger, Autos und Menschen. Wie durch ein Wunder bleiben Don Luchos Männer verschont - aber sie sind eingeschlossen.

Die Hürden für die Rettung der Eingeschlossenen liegen jedoch hoch, da Grubenunglücke in Chile wohl zumindest bis zu diesem Fall mehr oder weniger als Schicksalsschläge und ihre Opfer von „denen da oben“ als entbehrlich angesehen wurden. Schließlich gehören die Bergarbeiter einer verhältnismäßig niedrigen Gesellschaftsschicht an. Doch für Golborne wird María Segovia zu einer moralischen Instanz, die ihn zwingt, sich für „die da unten“ zu interessieren.

Über zwei Monate schwanken die Verschütteten zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Die muskulösen Körper der Bergleute stehen in groteskem Gegensatz zu ihrer klaustrophobischen Situation. Den später berühmt gewordenen Mario „Super Mario“ Sepúlveda mimt Antonio Banderas dabei vielleicht zu sehr als großen Zampano. Der Spannung tut es, um im Bild zu bleiben, jedoch keinen Abbruch.

tsch

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