Beat Bugs - Staffel 1

Ob-La-Di, Ob-La-Da, die singenden Käfer sind da

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Gutgelaunt und massentauglich bis zum Anschlag: Die „Beat Bugs“ sind zu hundert Prozent auf Kleinkind getrimmt.

Eine Zielgruppe ist eine Zielgruppe: Netflix setzt mit den „Beat Bugs“ geschickt bei den Eltern an, um auch an die ganz kleinen User heranzukommen.

„Beat Bugs“ - zunächst wirkt der Titel nichtssagend. Doch schon nach wenigen Minuten herrscht Klarheit. Man hört Songs wie „All You Need Is Love“, „Help“ und „Lucy In The Sky With Diamonds“; man sieht animierte kleine Käfer, die im Vorgarten-Dschungel diverse Abenteuer bestehen: Netflix ließ verschiedene Beatles-Songs neu einspielen und stellt die Cover in den Mittelpunkt einer niedlichen Kinderserie. Die erste Staffel, bestehend aus 13 kleinen Doppelfolgen, steht ab sofort zum Abruf bereit.

Natürlich ist „Beat Bugs“ mehr als nur irgendeine knuffige Kindersendung mit starker musikalischer Gewichtung. Es handelt sich hier um den bisher aufwendigsten Versuch von Netflix, auch die kleinsten Streaming-Nutzer an sich zu binden. Dazu setzt man, klar, bei den Eltern an. Das Konzept mit den Beatles-Songs ist ebenso genial wie kalkuliert. Schließlich dürfte es kaum eine andere Band geben, mit der sich die Mamas und Papas so leicht ködern lassen.

Serienschöpfer Josh Wakely kämpfte und verhandelte über drei Jahre, um sich die Rechte an den Liedern zu sichern. Und setzte dann noch eins drauf, indem er Top-Personal für die zumindest mehrheitlich gelungenen Cover engagierte: Pink etwa singt „Lucy In The Sky With Diamonds“, Sia liefert eine wunderschöne Version von „Blackbird“, auch Robbie Williams, Eddie Vedder (Pearl Jam) und Aloe Blacc durften mal ran und die Klassiker ein wenig entstauben. Für die zweite Staffel, die bereits im November folgt, wurden unter anderem Rod Stewart, Chris Cornell (Soundgarden) und Jennifer Hudson engagiert.

Weit weniger spektakulär als die Musik erscheint das ganze Drumherum. Die Animationen sehen, wie man es erwartet, grundsolide aus, ohne jedoch stilistisch aufzufallen; in den kleinen Abenteuern der „Beat Bugs“ Jay, Crick, Walter, Buzz und Kumi geht es um Vögelchen, die nach einem Sturz wieder aufgepäppelt werden müssen („Blackbird“) oder um Käfer, die in einem leeren Marmeladenglas landen und aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen („Help“). Geschichten für kleine Kinder eben.

So werden es wahrscheinlich auch nur wenige Eltern sehr lange neben ihren Sprösslingen vor dem Bildschirm aushalten. Dafür sind die „Beat Bugs“ einfach zu glatt, zu harmlos, zu sehr auf Kleinkind getrimmt. Was aber natürlich auch genau so beabsichtigt sein kann. Das eine wird, Beatles hin oder her, jedenfalls binnen kürzester Zeit unmissverständlich vermittelt: Beim Kinderprogramm von Netflix sind die Kleinen prima aufgehoben - auch wenn Mama und Papa mal nicht selbst mitschauen.

Erhältlich als Video-on-Demand.

tsch

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