Bruder vor Luder

Nichts für Erwachsene

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Um Heiko (Heiko Lochmann) an den Haken zu bekommen, macht Luder Jessy (Mila Tscharntke) einen auf nettes Mädchen und zwingt ihre Schwester Bella (Tara Fischer), eine Behinderte zu spielen.

Nun also Die Lochis: "Bruder vor Luder" ist der zweite Spielfilm von deutschen YouTube-Stars innerhalb eines Jahres und nicht ganz so desaströs wie es "Kartoffelsalat - Nicht fragen!" war.

Für die Generation Zwölfplus ist das Internet die wichtigste Unterhaltungsplattform, dort himmeln sie ihre Stars an. Die machen millionenfach geklickte YouTube-Clips, in denen sie Kosmetikprodukte vorstellen, Songparodien zum Besten geben oder einfach nur auf der Couch abhängen und von ihrem geilen Tag erzählen. Für die Produktionsfirmen Constantin und Rat Pack ist "Bruder vor Luder" (2015), nun erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand, schlicht und einfach Business: Wenn nur zehn Prozent der Leute ins Kino gegangen wären, die den YouTube-Kanal von Die Lochis abonniert haben, sind das knapp 200.000 Besucher - tatsächlich waren es am Ende sogar rund 370.000.

"Bruder vor Luder" ist ein Film für die Generation YouTube. Die Zielgruppe bekommt, was sie erwartet. Das sind zunächst einmal die Lochmann-Zwillinge. Heiko und Roman sind gerade einmal 16 und spielen sich selbst: Die Lochis sind YouTube-Stars und planen ihr erstes großes Konzert. In der heißen Phase der Vorbereitung lässt sich Heiko von Jessy (Mila Tscharntke) den Kopf verdrehen, einer unausstehlichen Blondine, die ihre kleine Schwester Bella (Tara Fischer) tyrannisiert. Mit Heiko bandelt sie nur an, um selbst berühmt zu werden.

Das passt Roman natürlich nicht, der die junge Liebe mit allen Mitteln boykottiert. Nebenbei muss er sich um Bella kümmern, die heimlich in ihn verliebt ist. Außerdem sitzt Bella im Rollstuhl und muss eine Behinderte spielen, damit sich Jessy als bescheidene und hilfsbereite Schwester inszenieren kann.

Apropos inszenieren: Die Regie durften die Lochmanns, unterstützt von Tomas Erhart, selbst übernehmen. Dass "Bruder vor Luder" aussieht wie ein Schülerfilm, liegt daran, dass Heiko und Roman Schüler sind. Genau wie der Großteil anderer YouTube-Stars in Neben- und Gastrollen, etwa Dagi Bee, Hichäääm sowie Freshtorge. Große Schauspielkunst sollte man von ihnen genauso wenig erwarten wie von den erwachsenen Darstellern (Oliver Pocher, Petra Nadolny, Ludger Pistor).

Ja: Erwachsene brauchen eine Menge Stehvermögen und Schmerz-Unempfindlichkeit, um "Bruder vor Luder" bis zum Ende durchzustehen. Die zugegeben unglaublich krude Liebeskomödie einfach nur zu verteufeln, wäre aber arrogant. Jede Generation hat sich ihren Humor verdient und sich ihre Stars gemacht. Über Fips Asmussen, Otto Waalkes und Mario Barth können Kids (und viele Erwachsene) heutzutage auch nicht lachen. Und: In "Bruder vor Luder" lernt man immerhin, was eine "Fame Bitch" ist. Vielleicht ein erster Schritt, um die Generation YouTube zu verstehen.

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