The Good, the Bad and the Dead

Nicht so glorreiche Halunken

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Dolph Lundgren darf mal wieder ein Gewehr in die Hand nehmen. Diesmal als Drogenfahnder Bob Rooker.

Dolph Lundgren und Danny Trejo: Bei der Besetzung seines Actioners „The Good, the Bad and the Dead“ hat Timothy Woodward Jr. alles richtig gemacht. Immerhin etwas ...

Wenn Dolph Lundgren, ehemaliger „Universal Soldier“, in einem Film mitspielt, dann ist klar, was man zu erwarten hat: handfeste Action klassischer Prägung. Wie wird das erst, wenn auch noch Narbengesicht Danny Trejo („Machete“) mitmischt? In der Heimkino-Premiere „The Good, the Bad and the Dead“ (2015) lässt Regisseur Timothy Woodward Jr. die beiden Krawumm-Experten erstmals aufeinandertreffen.

Der Filmtitel für die deutsche Version ist, klar, eine Anlehnung an „Zwei glorreiche Halunken“ (im Original „The Good, the Bad and the Ugly“). Die Story in Woodwards Streifen erinnert tatsächlich an den Kultfilm mit Clint Eastwood und Lee Van Cleef, auch spielt der Regisseur mit verschiedenen Stilelementen des Western-Genres. Der große Unterschied zwischen den beiden Werken: Auf der anderen Seite hat man einen Film für die Ewigkeit, auf der anderen einen - der Originaltitel hier lautet im Übrigen „4Got10“ - zum Vergessen.

Damit der Zuschauer gleich weiß, wem im Film welche Aufgabe zufällt, führt Woodward jede Figur mit einem Label ein - ebenfalls eine Hommage an den Klassiker von 1966. Bob Rooker (Lundgren) ist „der Gesetzeshüter“, Mateo Perez (Trejo) ein „Drogen-Baron“. Daneben gibt es auch eine „taffe Braut“, einen „Anwalt“, eine „Anzugträgerin“ (Rollennamen und Darsteller nicht weiter wichtig). Drogenfahnder Rooker und Perez kollidieren irgendwann in der Wüste, weil sie denselben Mann jagen: Brian Barns (Johnny Messner), „der Gesetzlose“, hat sich nach einem offenbar missglückten Drogendeal und dem damit verbundenen Verlust seiner Erinnerung mit einem Kleinbus voller Koks und jeder Menge Cash aus dem Staub gemacht.

An manchen Stellen ist „The Good, the Bad and the Dead“ so doof, das man wirklich lachen muss. Wenn etwa ein Ermittler anhand einer herrenlosen Schutzweste und einiger Spuren im Tatort-Dreck rekonstruiert, dass sich der flüchtige Barns definitiv den Kopf gestoßen haben muss, gibt's kein Halten mehr. Vor allem, weil die Verantwortlichen das alles scheinbar auch noch ernst meinen. Timothy Woodward Jr. wollte keinen witzigen Action-Thriller drehen, sondern einen extrem coolen, der von mächtig harten Kerlen erzählt. Ein bisschen dürfen die Herrschaften denn auch herumballern, doch werden auch hier nur die allerniedersten Actionfan-Bedürfnisse befriedigt. Da können auch Lundgren und Trejo nichts mehr retten.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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