Quoten: Krimi ohne Chance gegen DFB-Elf

Nationalmannschaft vs. Tatort: 3:0

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Beim TV-Zuschauer noch beliebter als der „Tatort“: Thomas Müller und die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Der Sonntagabend ist das Revier der „Tatort“-Ermittler. Für gewöhnlich ist kein Kraut gegen die Quotengewalt der beliebten ARD-Krimis gewachsen. Es sei denn, der Fußballspielplan funkt dazwischen. Seit RTL 2014 die Rechte an den Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft erwarb, erleben die Zuschauer bisweilen die ungewöhnliche Konstellation, dass der Sonntagskrimi in direkter Konkurrenz zu einem Auftritt der DFB-Auswahl gesendet wird.

Zweimal kam es in den letzten zwei Jahren zum Gigantenduell „Tatort“ versus Nationalmannschaft. Zweimal mussten die Krimistücke kräftig Federn lassen: Nur 6,27 Millionen Zuschauer sahen den „Tatort: Verfolgt“ am 7.09.2014; nur 7,2 Millionen schalteten den „Tatort: Verbrannt“ am 11.10.2015 ein.

Jetzt erhöhte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw den inoffiziellen „Spielstand“ auf 3:0. Während bei RTL der Auftakt zur WM-Qualifikation gegen Norwegen lief, hielt sich der Wiener „Tatort: Die Kunst des Krieges“ mit 7,5 Millionen Zuschauern immerhin wacker. Einige Zuschauer wollten offenbar auf beide Programmangebote nicht verzichten. In der zweiten Halbzeit (9,07 Millionen Zuschauer) legte die Übertragung des Qualifikationsspiels im Vergleich zur ersten Hälfte (8,25 Millionen) trotz des spannungsarmen Spielstands jedenfalls zu.

Offensichtlich haben einige „Tatort“-Zuschauer nach Filmende zu RTL geschaltet. Profitiert haben von der Kampfprogrammierung am Ende beide Sender nicht. RTL hatte mit seinen Quali-Spiel-Übertragungen die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke zuletzt öfter deutlich übertroffen, diesmal blieb man klar darunter.

tsch

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