Criminal Activities

Der Möchtegern-Tarantino

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„Criminal Activities“ ist ein netter Gangster-Streifen, reicht allerdings nicht an sein großes Vorbild „Pulp Fiction“ heran.

„Criminal Activities“ ist eine schwarzhumorige Gangsterkomödie, die zwar ordentliche Unterhaltung bietet, als „Pulp Fiction“-Hommage jedoch scheitert.

Vorbilder sind etwas Gutes. Im besten Fall nimmt man sich an ihnen ein Beispiel und erschafft selbst etwas noch viel Besseres. Die berühmte Tanzszene von John Travolta und Uma Thurman in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ etwa kupferte der Kult-Regisseur von einem seiner Lieblingsfilme „Bande à part“ ab. Doch zu viel Vorbild kann schaden, wie sich an „Criminal Activities“ (2015) erkennen lässt. Alles hier schreit so sehr „Pulp Fiction“, dass das eigentliche Werk beinahe untergeht. Drückt der Zuschauer beide Augen zu und vergisst alles, was er über die Gangsterfilme der 90-er weiß, unterhält der Film bisweilen trotzdem ganz gut. Im Kino fand der Gangster-Streifen nahezu keine Beachtung, nun erscheint er auf DVD, Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und als Video-on-Demand.

Am Anfang war der Tod, oder besser gesagt eine Beerdigung: Die vier Freunde Zach (Michael Pitt), Warren (Christopher Abbott), Bryce (Rob Brown) und Noah (Dan Stevens) treffen bei der Bestattung eines alten Freundes zusammen und sinnieren über vergangene Zeiten. Dank eines Insidertipps entwickeln die Jungs den Plan, an der Börse richtig Geld zu machen. Doch wie das mit verlockenden Versprechungen oft so ist - am Ende bleibt davon nicht viel übrig außer einem Haufen Schulden. Die müssen die Vier ausgerechnet an den örtlichen Gangster-Boss Eddie (John Travolta) zurückzahlen, der bei Geld keinen Spaß versteht.

Da die vier Freunde das geschuldete Geld nicht auftreiben können, gehen sie einen Deal mit Eddie ein. Sie sollen jemanden kidnappen, wissen aber nicht, dass dieser Jemand der Sohn eines anderen großen Mafiabosses ist. Es ist der Auftakt einer sich immer weiterspinnenden Gewaltspirale - nur mit etwas weniger Kunstblut als bei Quentin Tarantino.

Glücklicherweise überzeugt die Schauspielleistung, allen voran jene von Dan Stevens, der dem Prügelknaben Noah Leben einhaucht. Natürlich stellt sich der Zuschauer irgendwann zwangsläufig die Frage: Warum einen mittelmäßigen John Travolta in „Criminal Activities“ anschauen, wenn man auch den Spitzen-Travolta in „Pulp Fiction“ haben kann? Den ein oder anderen Lacher hat „Criminal Activities“ zwar auf seiner Seite, alles in allem hat „Watchmen“-Star Jackie Earle Haley mit seinem schwarzhumorigen Gangsterfilm aber ein Regiedebüt hingelegt, das sich zu sehr von den 90-ern hat leiten lassen. Damit wirkt er im Jahr 2016 etwas aus der Zeit gefallen.

tsch

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