Midlife Crisis? Fehlanzeige! 

SOKO München startet am 3. Oktober in eine neue Staffel

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Das Team von „SOKO München“ (von links): Christofer von Beau, Bianca Hein, Michel Guillaume, Gerd Silberbauer, Joscha Kiefer und Neuzugang Amanda da Gloria.

„SOKO München“ geht seit 38 Jahren auf Sendung. Ein stolzes Alter - doch das Format bemüht sich, jung zu bleiben.

„SOKO München“, vielen noch als „SOKO 5113“ bekannt, ist ein Urgestein der deutschen TV-Landschaft: Seit 38 Jahren wird die ZDF-Serie ausgestrahlt und ist damit das am längsten laufende Krimiformat weltweit. Als alte Dame will sich die Isar-„SOKO“ aber längst nicht fühlen, wenn am Montag, 3. Oktober, die neue Staffel startet. Die erste Folge (17.30 Uhr, ZDF) ist ein Wagnis, das, wie alle Beteiligten hoffen, gelingen möge: Der Auftakt zum Tag der Deutschen Einheit hat Spielfilmlänge - ungewöhnlich für eine Vorabendserie. Am „SOKO“-Set in Ismaning bei München erklären Regisseur Till Müller-Edenborn und Amanda da Gloria, Neuzugang unter den Darstellern, warum von Ermüdungserscheinungen noch längst keine Rede sein kann...

Michel Guillaume schlurft den Gang des Polizeipräsidiums entlang, hat eine Akte in der Hand. Es gebe Spuren auf einen Täter, sagt er zu seinen Kollegen. Dass der Schauspieler das schon seit über 20 Jahren immer mal wieder so macht, ist ihm nicht anzumerken - er witzelt, ärgert hinter der Kamera seinen Kollegen - von Langeweile am „SOKO München“-Set keine Spur.

Der 49-jährige Guillaume ist hier ein „altes Eisen“, verkörpert den Kommissar Theo Renner seit 23 Jahren in der „SOKO München“. Mit über 400 Folgen ist er länger im deutschen Fernsehen Verbrechern auf der Spur als jeder andere. Die „SOKO München“ selbst hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel: 1978 ging die Mutter der mittlerweile siebenköpfigen SOKO-Familie erstmals im Vorabend-Programm auf Sendung. Doch „SOKO München“ will mehr sein als nur ein Klassiker.

Wie geht man also um mit einer Serie, die bald 40 Jahre alt wird? Was tun, damit sie nicht in eine Midlife Crisis verfällt? „Es gibt die Marke 'SOKO', die sich auf dem Ensemble gründet. Die Zuschauer binden sich an sie. Die Kunst ist es dann, auf der einen Seite diese Identität des Formats zu behalten, es aber auch dem Wandel der Zeit zu unterwerfen“, erklärt Regisseur Till Müller-Edenborn. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht die „SOKO“ immer wieder ein bisschen frischen Wind in Form von neuen Figuren, oder, wie Producerin Susanne Zimmer (UFA Fiction) es formuliert, „junges Blut“. Das verkörpert ab 3. Oktober die 28-jährige Amanda da Gloria als junge Kriminalkommissarin Antonia „Toni“ Bischof. Und die ist vorlaut, frech und mischt das Team gehörig auf.

Amanda da Gloria, Münchnerin mit brasilianischen Wurzeln, stand bisher vor allem auf Theaterbühnen und startet mit „SOKO München“ nun im Fernsehen durch. Sie ist eine schlanke, zierliche Frau und wirkt selbst in Sneakers irgendwie elegant - in ihrer Rolle als Toni aber gibt sie die Starke, ist beinahe burschikos. „Privat bin ich ein bisschen weiblicher“, erklärt die 28-Jährige lachend. Davor, als „die Neue“ in ein fest bestehendes Team langjähriger Schauspieler zu kommen, habe sie durchaus Respekt gehabt. Doch sie sei vom Team, auch von einem Urgestein wie Michel Guillaume, sehr gut aufgenommen worden. „Es macht Spaß, der Wirbelwind hier zu sein. Einen braven Kommissar hätte wohl keiner sehen wollen“, meint Amanda da Gloria.

Frischer Wind ist also das Zaubermittel, um jung zu bleiben. Doch wie viele andere Polizeiserien kommt auch die „SOKO“ nicht mehr ohne den US-Trend der „Horizontale“ aus. Das Privatleben der Ermittler spielt eine immer größere Rolle für die Handlung: „Die Kommissare lassen sich anfassen, sie stehen nicht über den Fällen, sondern mittendrin“, erklärt Regisseur Müller-Edenborn. Um im Wettbewerb der massenhaft aufkeimenden Vorabendkrimis Bestand zu haben, braucht es eben mehr als Opfer, Täter und ein paar ermittelnde Kommissare. So wie im 90-minütigen Auftakt mit dem Namen „Auswegslos“: Dort hat Kriminaloberkommissarin Katharina Hahn (Bianca Hain) in einem Fall, der zunächst nach Mafia-Mord aussieht, mit einem Hauptverdächtigen zu tun, den sie aus ihrer Vergangenheit als Bundespolizistin in Afghanistan kennt ...

tsch

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