Der Junge und das Biest

Mein Lehrer, das Ungeheuer

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Kumatetsu (links) nimmt Ren unter seine Fittiche - ob der kleine Menschenjunge will oder nicht.

Manchmal braucht es ein Monster, um erwachsen zu werden - wie in dem preisgekrönten japanischen Animationsfilm „Der Junge und das Biest“.

Nein, dieser Film hat nichts mit dem bekannten Märchen ähnlichen Titels zu tun. „Der Junge und das Biest“ (2015) ist ein japanischer Trickfilm, einer der besten der letzten Jahre. In der Heimat eroberte das Fantasy-Abenteuer von Autor und Regisseur Mamoru Hosada die Spitze der Kinocharts. Auch eine Manga-Adaption gibt es inzwischen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde, unter anderem ins Deutsche. Nun finden „Der Junge und das Biest“ ihren Weg in die Heimkinos.

Der Film erzählt zwei Geschichten aus zwei ganz unterschiedlichen Welten, die aber doch ganz eng miteinander verknüpft sind. Einmal ist da der junge Ren, der sich nach dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters allein durch Tokio schlägt - ein trotziger, von Hass erfüllter Junge, dem das Leben übel mitgespielt hat. Und dann ist da Kumatetsu: ein großes, starkes, gleichzeitig aber ziemlich faules und schrecklich ungehobeltes Monster. Das bärenartige Ungeheuer lebt im Königreich der Biester, einer Art Paralleluniversum, und möchte nach dem Abtritt des alten Großmeisters die neue Nummer eins werden.

Der Zufall führt Kumatetsu und Ren schließlich zusammen. Über einen geheimen Zugang landet der Bengel im Königreich der Biester und wird mehr oder weniger freiwillig des Monsters Schüler. Ein aufmüpfiger kleiner Junge und ein haariges Ungetüm ohne jedes Feingefühl - die seltsame Paarung hält zahlreiche ulkige und turbulente Momente bereit. Mamoru Hosada erzählt von der Hassliebe episodenhaft und fesselnd über mehrere Jahre.

Am Ende des Weges, den Kumatetsu und Ren mal getrennt, mal gemeinsam beschreiten, stehen eine außergewöhnliche Freundschaft, ein großer Endkampf um die Herrschaft über das Reich der Biester, vielleicht sogar die Chance für den Menschenjungen, nach Hause zu finden. Vor allem aber stehen da zwei Figuren, die aneinander gewachsen sind.

So gerät „Der Junge und das Biest“ zu einem unheimlich fantasievollen Abenteuer, das kleine wie große Zuschauer gleichermaßen anspricht und nicht zuletzt auch in der Gestaltung immer wieder Ausrufezeichen setzt. Wer noch nicht überzeugt ist: Bei den Japanese Academy Awards wurde das Werk als bester Animationsfilm ausgezeichnet.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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