Das Verhalten geschlechtsreifer Berliner

Romantische Komödie: „Wie Männer über Frauen reden“

+
Die Freunde Frankie (Barnaby Metschurat, links), DJ (Oliver Korittke) und Marco (Kida Khodr Ramadan) denken trotz ihres fortgeschrittenen Alters meist nur an das eine.

Spielfilmdebütant Henrik Regel versucht in seiner romantischen Komödie „Wie Männer über Frauen reden“ einiges anders zu machen.

Obwohl die Deutschen gemeinhin immer noch als eher humorlos gelten, scheinen sie Komödien zu mögen. Til Schweigers und Matthias Schweighöfers Werke belegen dies mit hohen Besucherzahlen Jahr um Jahr. Da man den Deutschen auch nachsagt, dass sie Ironie und andere feinsinnige Spielarten des Humors nicht gerade mit der Muttermilch aufgesogen haben, kommen die Gags in vielen dieser Komödien eher im Schenkelklopfer-Format daher. Da ist es überaus wohltuend, wenn Henrik und Carsten Regel in ihrer komplett durch Crowdfunding finanzierten romantischen Komödie „Was Männer über Frauen reden“ (2016) wenigstens versuchen, subtilere Wege zu beschreiten. Leider verlieren die Spielfilmdebütanten dabei die Dramaturgie zu sehr aus dem Auge.

Eigentlich beginnt es ganz vielversprechend in Frankies Bar am „Kotti“, wie der Berliner den momentan viel diskutierten Kiez am Kottbusser Tor liebevoll zu nennen pflegt. Hier hängen regelmäßig die ein wenig aus der Zeit gefallenen Freunde des Kneipenbesitzers und Womanizers Frankie (Barnaby Metschurat) ab.

Darunter ist auch die Kellnerin Tine (Ellenie Salvo González), die sich endlich gezielt auf die Suche nach ihrem Traummann machen möchte - was zu ein paar amüsanten Speed-Dating-Szenen führt. Irgendwann passiert jedoch, was passieren muss: Tine und Frankie, die seit 15 Jahren immer mal wieder nach der gemeinsamen Schicht in der Kneipe freundschaftlich das Bett miteinander teilen, schlafen miteinander. Und damit gerät das fragile Kumpelgefüge in Gefahr. Leider passiert aber nicht wesentlich mehr in dieser romantischen Komödie, die zudem so romantisch gar nicht ist. Denn einerseits ist die Chemie zwischen Frankie und Tine kaum spürbar, andererseits weiß das Drehbuch auch nicht wirklich, wie es weitergehen soll mit den frisch Verliebten, nachdem „es“ passiert ist.

Frankie bekommt erst einmal kalte Füße, macht wieder mit anderen Frauen rum - Tine versucht ihn daraufhin, mit seinem besten Kumpel eifersüchtig zu machen. Das ist wirklich ein bisschen einfallslos, peinlich und unrealistisch obendrein, schließlich haben alle Protagonisten die Teenagerzeit bereits lange hinter sich gelassen.

Nur gut, dass der Film noch ein paar Pluspunkte vorzuweisen hat: Während die Mid-Thirties bis Mid-Fourties sich weiter ihrem merkwürdigen Liebesleben widmen, läuft auf der Tonspur dazu ein liebevoll zusammengestellter Indie-Soundtrack. Die Kalauerdichte ist angenehm gering, und dann und wann finden sich hübsche Wortspielereien wie „Latzhoseintoleranz“.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren