Für einen entspannten Tag auf der Couch

Diese Serien müsst Ihr gesehen haben: Die Favoriten der nordbuzz-Redaktion

+

Man kennt das, Sonntag, mieses Wetter, viel Freizeit und noch mehr Kopfschmerzen. Die beste Medizin ist in diesem Fall: Couch, Serien-Marathon und Seele baumeln lassen. Damit Ihr vorbereitet seid, haben wir die Must-Sees aus Sicht der Redaktion zusammengestellt.

Mittlerweile gibt es Serien wie Sand am Meer. Der Hype der vergangenen Jahre hat ein unfassbares Spektrum an hochqualitativen Serien angespült, über die wir auch regelmäßig im Bereich Kino & TV informieren. Die durchgängige Verfügbarkeit durch das Internet und Dienste wie Netflix oder Amazon Prime tun ihr Übriges. Auch in der nordbuzz-Redaktion sitzen Serien-Fans, sodass wir kurzer Hand unsere Favoriten nach dem Motto „fünf Redakteure, fünf Meinungen“ zusammengestellt haben. Der nächste Sonntag kommt bestimmt.

„Entourage“: Partys, schöne Frauen, dicke Autos, schicke Villen und noch mehr Partys

„Breaking Bad“, „Game of Thrones“, „True Detective“, „Lost“ – sie alle haben mich gefesselt, fasziniert, schockiert und beinahe in den Wahnsinn getrieben. Die Luke bei „Lost“ zum Beispiel: Die Neugier, unbedingt wissen zu wollen, was sich dahinter verbirgt, hätte mich beinahe platzen lassen. Nicht mal der Weihnachtsmann hat jemals die Power besessen, mich derart auf die Folter zu spannen. Diese Cliffhanger können einen fertig machen (Ihr kennt das). Deswegen brauche ich im Rahmen meines Serien-Konsums einen entsprechenden Ausgleich – etwas, das nett dahinplätschert, lustig sowie lässig zugleich ist, und mich entspannt unterhält. Hier kommt Entourage ins Spiel. Kurz zum Plot: Vinnie Chase ist ein aufstrebender Schauspieler aus Queens, New York, der gemeinsam mit seinen engsten Freunden in Hollywood steil geht und die Vorzüge des Lebens als Filmstar auskostet. Heißt: Partys, schöne Frauen, dicke Autos, schicke Villen und noch mehr Partys. Abgesehen von ein paar wenigen Wendungen in Vinnies Karriereplan passiert tatsächlich nicht viel mehr und genau das macht Entourage aus.

Die Serie (von Mark Wahlberg produziert und teilweise auf dessen Erfahrungen als Hollywood-Schauspieler basierend) lebt vom trockenen, bisweilen pubertären Humor mit viel Wortwitz und coolen Sprüchen sowie von überzeichneten Charakteren, unzähligen Gastauftritten berühmter Filmstars und nicht zuletzt von der Identifikation mit den Entourage-Jungs. Mal ehrlich: Wer wäre nicht gerne reich, sorgenfrei und in Hollywood mit den besten Freunden unterwegs? Eben. Ich vermute, dass „Sex in the City“ einen ähnlichen Effekt bei Frauen auslöst, insofern ist der „Vorwurf“, Entourage sei „Sex in the City“ für Männer, zumindest nicht ganz abwegig – macht ja auch nix. Denn im Rahmen von acht Staffeln wurde Vinnies Entourage auch zu meiner und ich ein Teil der Crew. Nur gefühlt, klar, aber wenn mich eine TV-Show derart abholt, macht sie alles richtig. Ich habe mit Entourage jedenfalls eine großartige Zeit verbracht, wenn auch nur auf der Couch und nicht in Hollywood.

Eine Sache noch: Natürlich kommt Entourage – wie alle anderen Serien auch – im Originalton deutlich besser als mit der deutschen Synchronisation. Da der Hinweis „musst Du auf englisch gucken“ in der Regel aber überflüssig und nervig ist, hier die umgekehrte Variante: Entourage geht auch auf deutsch gut. Nur bloß nicht den Fehler machen, hin und her zu switchen. Wer mit der deutschen Version startet, sollte das auch konsequent bis zum Ende durchziehen. Oder würdet Ihr es nicht merkwürdig finden, wenn Eure besten Freunde plötzlich andere Stimmen haben?

Die acht Staffeln von Entourage gibt es auf aktuell auf verschiedenen Video-on-Demand-Portalen zu sehen, darunter Amazon, Maxdome und Sky Go. Entourage The Movie ist auf den genannten Portalen ebenfalls abrufbar.

Timo Strömer, Leitender Redakteur 

„Orphan Black“: Action, Mystery und schauspielerische Höchstleistung

Schon mit dem Einstieg hatte mich die kanadische Serie „Orphan Black“ sofort: Nach Monaten ist die Hauptfigur Sarah Manning wieder in ihrer Heimatstadt. Am Bahnhof beobachtet sie eine Frau, die sich vor einen Zug wirft. Kurz bevor die Frau sich das Leben nimmt, stellt sie ihre Tasche auf den Bahnsteig und dreht sich zu Sarah um. Dabei wird sichtbar, dass sie exakt so aussieht wie Sarah selbst. Weil die gerade mächtig in der Scheiße steckt, nimmt sie kurzerhand die Tasche der unbekannten Toten mit und deren Identität an. Ab da nimmt die Handlung ordentlich Fahrt auf. Nur so viel sei verraten, es handelt sich nicht um eine rührselige Zwillings-Verwechslungs-Geschichte! Dafür gibt es die perfekte Mischung aus Action, Mystery und Drama. Es ist eine der wenigen Serien, bei der mich die ersten beiden Staffeln so in den Bann gezogen haben, dass ich sie mir innerhalb eines Wochenendes reingezogen habe. Danach hätte ich auch noch die letzten beiden geschaut, wenn das Wochenende nur nicht so kurz wäre.

Ein Grund für die für die Qualität der Serie ist die grandiose Hauptdarstellerin Tatiana Maslany. Allein in der ersten Staffel verkörpert sie fünf verschiedene Charaktere und beweist dabei große Wandelbarkeit und schauspielerisches Können. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl hier immer die selbe Person vor sich zu haben. Das gibt es in keiner anderen Serie! Ein weiterer Pluspunkt für mich sind die Frauenfiguren der Serie. Die sind ausnahmsweise nicht damit beschäftigt dümmlich lächelnd Schuhe zu kaufen, Cosmopolitans zu schlürfen oder im Bett eines männlichen Darstellers als Dekor zu dienen. Auch sonst überzeugen der gemischte Cast und die ungewöhnlichen Figuren in jeder Folge. Viel Spaß beim Binge-Watching!

Ausstrahlung: Alle vier Staffeln von Orphan Black sind in Deutschland auf Netflix verfügbar. Eine fünfte und letzte Staffel wurde für 2017 angekündigt.

Anne Beny, Redakteurin

 

„Pastewka“: Fettnäpfchen in Serie

Lange vor dem Hype der letzten Jahre war die deutsche Sitcom „Pastewka“ der Serien-Stoff, der mich seit 2005 auf die Seite des Binge-Watching, also exzessiven Episoden-Konsum, zog. Dabei ist es schwer den unvergleichlichen Reiz und die Faszination von „Pastewka“ auf die Schnelle in Worte zu fassen. Zu facettenreich ist diese Serie. Bastian Pastewka, seines Zeichens seit der Wochenshow einer der begnadetsten Humoristen des Landes, spielt darin sich selbst – „die Rolle seines Lebens“ quasi. Das vermeintliche Alltagsleben des Protagonisten ist dabei gezeichnet von unfassbaren Peinlichkeiten, in denen er sich alle Nase lang verstrickt und verheddert. Voller Hingabe, Egoismus und Selbstüberschätzung manövriert er sich stetig lügend, lästernd, angebend und Sprüche klopfend ins Abseits. Oft sind Episoden in sich geschlossen, die Rahmenhandlung bezieht sich auf die Weiterentwicklung oder auch Stagnation seines privaten und beruflichen Lebens.

Unter den Eskapaden zu leiden haben die Mitmenschen in seinem Umfeld (brillante Dauerbesetzung übrigens). Ebenso regelmäßig verscherzt es sich Pastewka jedoch mit Autoritäten und Ämtern. Alltägliche Handlungsstränge ranken sich um Beziehungsproblemen mit Freundin Anne sowie Ärger mit Nachbarin Frau Bruck, die später mit seinem Bruder Hagen zusammenkommt und das Familien-Chaos inklusive dessen Tochter Kimberley-Jolante und Vater Volker komplett macht. Bei den regelmäßigen Bädern im Fettnäpfchen verhält sich Pastewka jedoch derart liebenswert, dass Fremdscham-Potenzial zwar aufkommt, jedoch nicht in typischer Ekel-Manier. Vielmehr auf köstlich selbstironische Weise.

Die Serie strotzt dabei vor Anspielungen, Querverweisen, Zitaten und Cameo-Auftritten. Alles, was in Deutschland Rang und Namen hat, taucht in über 80 prominenten Gastauftritten irgendwie, irgendwo auf und spielt sich als Pastewka-Freundeskreis selbst. Dabei nimmt die Serie gekonnt leichtfüßig das Fernsehgeschäft aufs Korn, insbesondere die Unterhaltungsbranche und Promi-Szene. Ein weiterer wichtiger Teil der Freude an „Pastewka“, sind die von Beginn an wiederkehrenden Running Gags. Etwa wenn es um drohende körperliche Anstrengung geht und der Faulenzer versucht, sich mit einem Verdacht auf Leistenbruch aus Kindertagen zu drücken.

Die preisgekrönte Serie mit den 23-Minuten-Folgen ist erfolgreich, aber nie wirklich zum Mainstream geworden, was zusätzlichen Charme ausmacht. Sehen könnt Ihr die sieben Staffeln mit insgesamt 67 Folgen kostenlos auf www.myspass.de

Joschka Schmitt, Redakteur 

„Ripper Street“: Blutige Zeitreise für Klugscheißer 

Zufallsfunde: Wenn alles gut geht, sind das die Besten. Und „Ripper Street“ konnte für mich eigentlich auch nur ein solcher Zufallsfund sein, hat sich die Serie wahrlich nicht mithilfe eines aufdringlichen Marketings hervorgetan. Zugegeben: Mit der ersten Folge muss man schon zunächst befürchten, staffelweise mit einem ausgelutschten Thema belästigt zu werden: Die Morde von Jack the Ripper im düsteren Londoner East End. Tatsächlich geht es aber nicht um den oder die geheimnisvolle(n) Serienmörder(in), sondern um das schäbige Umfeld, in dem sich die mysteriösen Tragödien ereignet haben. Und so taucht der Ripper-Bezug nur hin und wieder mal als roter Faden auf. Alles andere ist eine authentische Zeitreise ins Jahr 1889, in den verkommenen Londoner Osten, gespickt mit tatsächlichen historischen Ereignissen und realen Figuren der englischen Kriminalgeschichte.

Es mangelt also auch nicht an Aha-Momenten für alle Klugscheißer, wenn etwa der berühmte Elephant-Man virtuos mit seinem historisch verbürgten Schicksal in die Geschichte eingewoben wird. Großartig. Und jetzt das Beste: Ich finde die Serie richtig spannend... ich! Der, den Krimigeschichten schon immer so wenig begeistert haben wie ein verregneter Novembermorgen. Bei „Ripper Street“ ist es nicht nur die spektakuläre Erzählstrategie, sondern vor allem die Aura, die für die Ausnahme sorgt: London in einer seiner dunkelsten Stunden, in einer seiner verruchtesten Gegenden, das kommt richtig gut rüber. Schöner Zufall.

Momentan wird die fünfte und letzte Staffel der BBC-Produktion gedreht. Seit der dritten Staffel ist „Ripper Street“ auf Amazon Prime zu sehen.

Tobias Picker, Redakteur 

„How I Met Your Mother“: Der Klassiker

Seitdem die Folgen auf ProSieben rauf und runter laufen, kennt wohl jeder die Story rund um den Romantiker Ted, den Weiberhelden Barney, den treuen Marshall, seine große Liebe Lily und Journalistin Robin. Und auch wenn die Gags manchem schon aus den Ohren hängen mögen - „How I Met Your Mother“ ist und bleibt ein wahrer Gassenhauer. Mich packten die fünf nach einer durchzechten Nacht auf dem heimischen Sofa, Restalkohol im Blut inklusive – schon passend.

Ted Mosby, der seinen beiden gelangweilten Kindern erzählt, wie er ihre Mutter kennen lernte war für mich genau das richtige zum Katerfrust. Wer zum Geier ist die Mutter? Diese Ungewissheit hat mich dann über Monate zum HIMYM-Junkie gemacht. Glückwunsch Mister Bays – ihr Plan ist aufgegangen. Natürlich gibt es in den letzten Folgen eine Antwort und ja, die kennt mittlerweile wohl auch jeder. Aber: neun Staffeln voller Anzüge, blaue Hörner, Bro-Code, Doppelgänger, gelber „Regenschirme, Ziegen, einer Ananas, Cowboystiefel und warte, warte, es kommt gleich ...

Ausstrahlung: Momentan läuft die Serie auf ProSieben. Täglich ab 12.20 Uhr strahlt der Sender zwei Folgen „How I Met Your Mother“ hintereinander aus (aktuell aus Staffel 3). Wer sich die kompletten Staffeln reinziehen möchte, kann dies über Netflix oder Maxdome angehen.

Jasmin Martens, Redakteurin


Eine Sache noch: Es handelt es sich in diesem Text um subjektive Eindrücke. Ihr habt andere Favoriten? Her damit, nutzt doch einfach die Kommentarfunktion.

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren