Der ewige Krieg im Klassenzimmer

Auf DVD und Blu-ray: „Assassination Classroom“ 

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Ziemlich durchgeknalltes Zeug: „Assassination Classroom 1“ ist der Auftakt zu einer Reihe mehrerer Sci-Fi-Komödien, die auf dem gleichnamigen japanischen Erfolgscomic basieren.

Im „Assassination Classroom“ steht außergewöhnliches auf dem Lehrplan: Die Schüler sollen lernen, ihren außerirdischen Lehrer zu töten. Basierend auf dem gleichbamigen japanischen Comic-Hit.

Wahrscheinlich kennen Schüler diesen Impuls, seit es Schulen gibt: Ab und an möchte man dem Lehrer einfach nur den Hals umdrehen. Weil man bei der mündlichen Abfrage minutenlang vorgeführt wurde, weil der Pauker einen Verweis ausgestellt und an die Eltern verschickt hat, oder vielleicht weil er den Schüler durch die entscheidende Prüfung hat rasseln lassen. In „Assassination Classroom 1“ (2015), der Realfilm-Adaption eines gleichnamigen Erfolgscomics aus Japan, wird der ewige Krieg im Klassenzimmer auf die Spitze getrieben - stylisch, überdreht und unterhaltsam.

In diesem Fall zumindest hat der Lehrer es wirklich verdient, zur Zielscheibe zu werden: Koro-sensei, ein Außerirdischer mit Tentakeln und medizinballgroßem Smiley-Kopf, hat 70 Prozent des Mondes zerstört und möchte bald auch die Erde vernichten. Warum, bleibt sein Geheimnis, mit Warums sollte man sich bei dieser Geschichte aber ohnehin nicht quälen.

Seinen sinisteren Plan einfach so in die Tat umzusetzen, fände der ewig grinsende und offenbar zu Spielen aufgelegte Alien jedenfalls „langweilig“. Also ernennt er sich in der Kunugigaoka-Schule selbst zum Lehrer der Verlierer-Klasse E3: Die Schüler dürfen, nein: sollen versuchen, Koro-sensei zu töten, egal wie. Dann können sie das globale Unheil abwenden, und als Bonus gibt's zehn Milliarden Yen.

Dem gelben Lehrkörper, der sich mit zwanzigfacher Lichtgeschwindigkeit fortbewegt, ist aber irgendwie nicht beizukommen: nicht mit gewöhnlichen Handfeuerwaffen, nicht mit großen MG-Geschützen oder ausgeklügelten Killer-Apps, und wie sich bald herausstellt auch nicht mit Sprengstoffgürteln. So kann Koro-sensei zum Beginn jeder Unterrichtseinheit auch gut gelaunt umherhüpfen und die Anwesenheitsliste durchgehen, während die Jugendlichen verzweifelt umherballern, ohne einen einzigen Treffer zu landen.

Die Idee, Schüler „scharf“ zu machen und auf einen schurkenhaften Lehrer anzusetzen, traf in Japan offenbar einen Nerv. Die Manga-Vorlage umfasst 21 Bände, vor der Realverfilmung gab es zu „Assassination Classroom“ auch eine Anime-Serie mit 47 Episoden. Dementsprechend kompakt kommt nun die Umsetzung mit echten Schauspielern daher, auf die im Übrigen weitere Filme folgen werden („Assassination Classroom 2“ erscheint am 28. Oktober).

Für seinen Ideenreichtum und die optische Umsetzung verdient der Film Einser im Zeugnis, wenngleich sich die ulkige Prämisse irgendwann ein wenig abnutzt. Auch aus ethischer Sicht wird die Live-Action-Komödie nie „problematisch“ - dazu ist die Geschichte als Ganzes viel zu bescheuert. Wer offen ist für Comic-Filme im Allgemeinen und japanischen Irrsin im Speziellen, darf sich hier also ganz ungeniert unterhalten lassen.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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