Tanja Wedhorn

Lebe lieber unabhängig

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In der ZDF-Komödie „Handwerker und andere Katastrophen“ spielt Tanja Wedhorn die hochschwangere und leicht überforderte Silke. Privat bedeutet Familie für die Schauspielerin vor allem, dass man sich gegenseitig unterstützt. „Meine Mutter ist oft zu Besuch und dann auch gerne für zwei Wochen.“

Mit Tapetenkleister und Schleifmaschine kann sie umgehen - in ihrem Schauspielberuf ist sie gottlob nicht weniger versiert. Tanja Wedhorn über Handwerk, Häuslebauer, Familie und Freiheit ...

Unter die Eigenheimbesitzer ist Tanja Wedhorn bislang nicht gegangen. Das zumindest hilfreiche handwerkliche Rüstzeug dazu hätte die Schauspielerin allerdings: „Ich habe immer alles selbst gemacht. Tapete abziehen, die Wand grundieren, Boden abschleifen, das sind Dinge, für die brauche ich keinen Handwerker.“ Schön für die 44-Jährige, denn dann kann ihr solches Ungemach nicht so leicht widerfahren, das in ihrem neuen Film mit dem vielsagenden Titel „Handwerker und andere Katastrophen“ (Donnerstag, 28. Juli, 20.15, ZDF) wilde Blüten treibt. Gemeinsam mit „Tatort“-Star Oliver Mommsen verkörpert die gebürtige Ruhrgebietlerin ein Ehepaar, für das der Traum vom Eigenheim zum Albtraum wird.

Kurz vor dem vereinbarten Renovierungstermin sagt der Bauleiter der jungen Familie ab und lässt sie mit einer Baustelle zurück. Zu allem Übel merken die beiden dann auch noch, dass in dem Haus weit mehr getan werden muss als zunächst gedacht. Zum Glück kann der von Oliver Mommsen gespielte Arzt Stefan im Krankenhaus kurzfristig einen neuen Bauleiter engagieren, doch als der mit seinen drei Arbeitern aufkreuzt, ist Gattin Silke nicht sehr zuversichtlich: Der eine spricht kein Deutsch, und der Rest sieht alles andere als kompetent aus. Es kommt, wie es kommen muss, und den Handwerkern folgt eine Katastrophe nach der anderen.

Der Film aus der Feder von Stefan Kuhlmann („Verliebt in Berlin“, „Unser Charly“) spielt mit dem Klischee des unzuverlässigen und unfähigen Handwerkers. Schauspielerin Tanja Wedhorn blieb solch eine Erfahrung bisher erspart. „An dem Vorurteil mag vielleicht etwas dran sein, dass Handwerker immer zu spät kommen und immer etwas falsch machen. Ich hatte aber immer nur gute Erfahrungen.“ Die 44-Jährige hat selbst noch kein Haus gebaut, und wenn in ihrer Wohnung doch mal Hand angelegt werden musste, hat die sie das eben selbst erledigt. Respekt!

Den Wunsch vom Eigenheim teilt die Schauspielerin jedoch ohnehin nicht mit ihrer Filmfigur. „Ich hatte nie den Wunsch nach eigenem Besitz. Ein Ferienhaus am See könnte ich mir gut vorstellen. Aber auch das habe ich nicht.“ Etwas Eigenes sei für sie nicht das Wichtigste im Leben, denn sie habe nie das Gefühl gehabt, etwas besitzen zu müssen: „Ich wohne immer noch zur Miete.“ Die Wahl-Berlinerin liebt es, ungebunden und frei zu sein. Ein Haus, meint Wedhorn, würde sie davon nur abhalten.

„So kann ich weiterziehen, wenn ich will. Den Wunsch sesshaft zu werden, mit Eigenheim und allem drum und dran, den hatte ich nie.“ Den Wunsch nach Familie allerdings schon. Tanja Wedhorn hat mit ihrem Mann Simon Raiser zwei gemeinsame Söhne, Theo und Joschka, die 2007 und 2011 zur Welt kamen. Ihr Tipp für eine glückliche Ehe: „Den Richtigen finden, und dann läuft das von ganz alleine.“ Leicht gesagt, aber der beliebten Schauspielerin ist es ganz offenbar geglückt, denn sie und der Politologe Raiser sind bereits seit über 20 Jahren ein Paar.

Familie bedeutet für die Schauspielerin vor allem, dass man sich gegenseitig unterstützt. „Meine Mutter ist oft zu Besuch und dann auch gerne für zwei Wochen.“ Das sei immer sehr schön, hilfreich und bereichernd. „Es ist immer klar, dass wir füreinander da sind und uns gegenseitig helfen.“ Später einmal in einem Mehrgenerationenhaus zu leben, kann sie sich bisher jedoch nicht vorstellen. „Das müssen dann meine Jungs schon auch wollen. Das wäre nur fair.“

Privat scheint es für die Schauspielerin nicht besser laufen zu können, und auch beruflich ist sie seit ihrem Durchbruch als „Bianca“ in der gleichnamigen Telenovela 2004 ein oft gesehenes Gesicht in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Mit Filmkollege Oliver Mommsen verbindet sie eine langjährige Freundschaft und enge Zusammenarbeit. Die beiden standen schon oft gemeinsam vor der Kamera, zuletzt für die fünfte Folge der ARD-Komödienreihe „Reiff für die Insel - Katharina und der große Schatz“ (2015), in der Wedhorn die Hauptrolle spielt. Aber auch auf der Theaterbühne ist das Duo ein eingespieltes Team. Mit dem Stück „Lieber schön“ waren Mommsen und Wedhorn gerade bei den „Privattheatertagen Hamburg“ zu Gast.

Dass sie so oft und gerne zusammen arbeiten, ist kein Zufall. „Wir haben eine ähnliche Auffassung von unserem Beruf, können sehr viel zusammen lachen und nehmen uns beide nicht zu wichtig“, erklärt Wedhorn. Lachen tut sie sowieso gerne, die Schauspielerin bevorzugt es, in Komödien zu spielen. „Das macht einfach wahnsinnig viel Spaß. Die Stimmung am Set ist gelöst, und es wird viel gelacht.“ Spaß im Beruf zu haben sei für sie das Wichtigste, egal ob vor der Kamera oder auf der Bühne. Man sieht es ihrer Arbeit an.

tsch

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