Show Me A Hero

Die lange Suche nach Helden

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Fast ungläubig nimmt Nick Wasicsko (Oscar Isaac) zur Kenntnis, dass er das Sozialwohnungsprojekt umsetzen muss - entgegen seiner Wahlversprechen.

Vorsicht: Diese Miniserie braucht Zeit, um ihre Faszination zu entfalten. „Show Me A Hero“ erzählt höchst dramatisch von einem US-Bürgermeister, der gegen den Willen der Bevölkerung Sozialwohnungen bauen lässt.

Der Schauplatz: Yonkers, eine überwiegend von gut situierten Weißen bewohnte Kleinstadt im US-Staat New York. Die Geschichte: Der junge, gerade erst gewählte Bürgermeister Nick Wasicsko (Oscar Isaac) soll in den 80er-Jahren ein staatlich verordnetes Sozialbauprojekt umsetzen, gegen den Willen der Einwohner. Zugegeben, das alles klingt nicht sonderlich spannend. Die sechsteilige US-Miniserie „Show Me A Hero“ (2015, nun fürs Heimkino erhältlich) ist dennoch erstaunlich dramatisch - wenngleich sie einigen Anlauf braucht.

So hat sich Nick Wasicsko seinen Amtsantritt nicht vorgestellt. Zum jüngsten Bürgermeister von Yonkers wurde er gewählt, weil er gegen den Bau der Sozialwohnungen gestimmt hat. Diese wurde nun aber richterlich angeordnet. Erfüllt die Stadt die Auflagen nicht, drohen hohe Strafzahlungen - bis zu einer Million Dollar täglich. Wasicsko muss einlenken, die weißen Bürger der Stadt fühlen sich verraten, seine politischen Gegner nutzen die Situation für sich.

Wasicsko drückt den Wohnungsbau letztendlich durch. Doch damit beginnen die wahren Dramen erst: die politischen, die persönlichen, die der alteingesessenen Bürger, die der umzusiedelnden Sozialbewohner. Die Schauspielleistungen in der Serie sind konstant hoch, Oscar Isaac bekam für seine Rolle sogar den Golden Globe. Mit Alfred Molina, Catherine Keener, Winona Ryder, James Belushi und Jon Bernthal sind weitere prominente Gesichter an Bord.

„Show Me A Hero“ nimmt sich Zeit, mehrere scheinbar zusammenhanglose Handlungsstränge zu entwickeln. Auch, wenn die ersten Folgen etwas zäh und politisch sind: Bald schon wird es wirklich packend. Es handelt sich um eine Geschichte über Rassismus, Bürokratie und Politik, die so nur das Leben schreiben kann. Auf unnötige Schwarz-Weiß-Zeichnung verzichtet Regisseur Paul Haggis und bleibt damit wohl auch nah an der Wahrheit: „Show Me A Hero“ kennt wenige Helden, sehr wohl aber viele Heldentaten, die sich im Detail verstecken.

Erhältlich auf DVD und als Video-on-Demand.

tsch

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