Crisis (Neue Serie:) - Mi. 09.03 - ProSieben: 23.10 Uhr

Krise? Welche Krise?

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Meg Fitch (Gillian Anderson, links), FBI-Agentin Susie Dunn (Rachael Taylor) und Secret Service-Agent Marcus Finley (Lance Gross, zweiter von links) versuchen, die entführten Kinder zu finden. Thomas Gibson (Dermot Mulroney) sabotiert ihre Arbeit.

Der Sohn des US-Präsidenten wird zusammen mit seinen Mitschülern entführt. Klingt spannender, als es ist ...

Es klingt wie der Plot aus einem Roland-Emmerich-Film: Schüler einer Eliteschule, darunter der Sohn des US-Präsidenten, werden enführt; wenig später sucht ein ganzes Land die Kids und ihre Begleiter. Nun ist "Crisis" aber kein 90-Minüter aus Hollywood, sondern eine Serie, die aus dieser etwas dürftigen Prämisse Unterhaltung am Fließband liefern muss. 13 Folgen lang. Immerhin nicht mehr, denn "Crisis" wurde nach nur einer Staffel abgesetzt. Möglicherweise, weil eine Entführungsstory eben keine ganze Serie lang trägt. ProSieben zeigt "Crisis" am späten Abend, die Folgen enden erst gegen Mitternacht. Ein seltsamer Sendeplatz für ein Format, das vor allem Teenager ansprechen dürfte.

"Crisis" beginnt zunächst wie einer jener Hollywood-Filme, in denen typischerweise Zac Efron oder Taylor Lautner mitspielen. Tatsächlich übernimmt aber Popsternchen Max Schneider die Rolle des Mädchenschwarms, Ian Martinez heißt er hier. Er ist einer der Schüler an der Ballard High School, einer Eliteschule in Washington, auf die auch Kyle (Adam Scott Miller) geht, der Sohn des US-Präsidenten. Die Eltern dieser Schüler als Propellereltern zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung: Um stets zu wissen, was ihre Kinder machen, haben sie ihnen GPS-Chips einpflanzen lassen. Futuristische Idee oder doch Realität an US-Eliteschulen? Man will es lieber nicht so genau wissen.

Diese seltsamen Schüler begeben sich jedenfalls auf eine Klassenfahrt nach New York, auch der Präsidentensohn kommt mit. Irgendwo auf halber Strecke wird der Bus angehalten, die Schüler werden samt ihrer erwachsenen Begleiter von maskierten Männern in eine Villa verfrachtet. Nur der pummelige Außenseiter Anton Roth (Joshua Erenberg) und Secret-Service-Agent Marcus Finley (Lance Gross), der eigentlich den Präsidenten-Spross beschützen sollte, können entkommen.

Während die Entführern den verwöhnten Kids die GPS-Sender aus Zähnen und Unterarmen ziehen, macht sich ein Krisenstab des FBI auf die Suche nach den Schülern. Geleitet wird der Einsatz von Susie Dunn (Rachael Taylor), die auch noch Mutter eines der entführten Mädchen ist. Mit Drohnen und allerhand anderem Hightech-Schnickschnack sollen die Kinder aufgespürt werden. Derweil scheint Thomas Gibson (Dermot Mulroney), einer der Begleiter auf dem fatalen Schulausflug und ehemaliger CIA-Agent, gemeinsame Sache mit den Entführern zu machen - eine der vielen seltsamen Wendungen, die "Crisis" bereits in der ersten Folge vollführt.

Überhaupt wirkt vieles in dieser neuen Serie arg an den Haaren herbeigezogen. Da werden von böser Hand Suchdrohnen deaktiviert, dann wiederum scheint die ganze Entführung von geheimen Mächten inszeniert zu sein. Nicht selten wirkt "Crisis" wie eine verfilmte Verschwörungstheorie, nur schlecht inszeniert und schlecht gespielt. Selbst "Akte X"-Star Gillian Anderson, in einer Nebenrolle zu sehen, liefert eine eher bescheidene Leistung ab. Zumindest für die oftmals unterschätzte und hier offensichtlich unterforderte Schauspielerin mag es also ein Glücksfall gewesen sein, dass "Crisis" nach nur einer Staffel der Stecker gezogen wurde.

Name der Sendung Crisis
Hinweis Neue Serie:
Sendedatum 09.03.2016
Sender ProSieben
Sendezeit 23:10:00
Genre Serie
Genre Serie

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