Kommissarin Lucas: Kreuzweg - Sa. 20.02 - ZDF: 20.15 Uhr

Tod im Kloster

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Ellen Lucas (Ulrike Kriener) und ihre Kollegen Boris Noethen (Michael Roll, links) und Tom Brauer (Lasse Myhr) ermitteln diesmal in einer Ordensgemeinschaft.

In ihrem 23. Fall bekommt es Kommissarin Lucas mit mörderischen Katholiken zu tun.

Dass sich die katholische Kirche wunderbar für düstere Kriminalstoffe eignet, haben Filme wie "Der Name der Rose" eindrucksvoll gezeigt. Das Drama von 1986 dürfte denn auch Pate gestanden haben beim neuen Film aus der erfolgreichen "Kommissarin Lucas"-Reihe des ZDF. In "Kreuzweg" wird ein Mönch tot aufgefunden in Regensburg, und das unmittelbar vor dem Katholikentag, der Zehntausende in die Stadt ziehen wird. Ausgerechnet unter der Tribüne, auf der die Großveranstaltung eröffnet werden soll, liegt eines Morgens der Ordensbruder. Kommissarin Lucas ermittelt - und wirkt dabei ein wenig dienstmüde.

Das Kloster, aus dem der tote Bruder stammt, ist nicht weniger zwielichtig als die Abtei im "Name der Rose". Nur zeitgemäßer ist sie in der Wahl der Sünden. Denn die klostereigene Bank hat sich ausgerechnet mit Investitionen in Rüstungsunternehmen verspekuliert. So etwas kommt beim "Papst der Armen" natürlich nicht gut an, schon gar nicht im Vorfeld einer religiösen Großveranstaltung. Doch nicht nur die Kirchenoffiziellen aus Rom machen den Klosterbrüdern ordentlich Druck: Kommissarin Lucas fordert, die Eröffnungsveranstaltung des Kirchentages aus Sicherheitsgründen zu verlegen.

Denn an der Leiche des Mönchs wurden Spuren einer Chemikalie gefunden, mit der Sprengstoff hergestellt werden kann. Planten die geldgierigen Kichenmänner etwa einen Anschlag auf den Gesandten des Papstes, der in Regensburg erwartet wird? Es kommt noch dicker in diesem nicht gerade ereignisarmen Fall: Martina Heise (Cristin König), engagiert-zornige Wutbürgerin, will Flüchtlinge in Kirchenasyl unterbringen. Doch weder die Stadt noch das Kloster unterstützen sie. Auch sie scheint also allen Grund zu haben, gegen die scheinheiligen Mönche vorzugehen.

Für Kommissarin Lucas ist der Fall vor allem ein Eintauchen in eine unbekannte Welt: Mit dem Katholizismus hat die aus Köln eingewanderte Beamtin nichts am Hut. So grantelt sie sich durch die Geschichte von Ralf Huettner (auch Regie) und Peter Probst, legt sich mit den Mönchen an, und wirkt dabei doch mehr lustlos denn streitfreudig. Man weiß nicht recht, ob Ulrike Kriener in ihrem 23. Fall ihrer Rolle überdrüssig wurde, oder ob ihre Kommissarin schlicht dienstmüde ist. Sie beim Ermitteln beobachten, ist jedenfalls so spannend, wie einem Kind beim Sortieren seiner Lego-Steine zuzusehen.

"Kreuzweg" wäre ein Fall mit großem Potenzial, geht es doch um nicht weniger als um eine Kirche im Wandel, um Geld und Moral und um die aktuelle Flüchtlingskrise. Mit einem derart unmotivierten und unsympathischen Kriminalpersonal allerdings wird auch der spannendste Stoff zur zähen Angelegenheit. Da hilft es auch nichts, dass die Drehbuchschreiber ihren Kommissaren zum Schluss noch ein wenig Action in Form einer Verfolgungsjagd gönnen: Man merkt, dass ihnen ein geruhsamer Feierabend lieber gewesen wäre.

Name der Sendung Kommissarin Lucas: Kreuzweg
Sendedatum 20.02.2016
Sender ZDF
Sendezeit 20:15:00
Genre Kriminalfilm
Filmbewertung akzeptabel
Genre Kriminalfilm
Filmname Kommissarin Lucas: Kreuzweg
Originaltitel
Regisseur Ralf Huettner
Schauspieler Ulrike Kriener
Schauspieler Michael Roll
Schauspieler Lasse Myhr
Entstehungszeitraum 2016
Land D

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