The Last King - Der Erbe des Königs

Königliche Abfahrt

+
Nach mehreren „Game of Thrones“-Staffeln hat Kristofer Hivju keine Probleme damit, sich ins „Last King“-Ensemble einzufinden.

Pferde gegen Ski: Vor verschneiter Mittelalter-Kulisse kommt es in „The Last King“ zu einer Verfolgungsjagd der etwas anderen Art.

Aus Büchern, Film und Fernsehen weiß man inzwischen auf der ganzen Welt, dass die nordische Geschichte manch beeindruckende Persönlichkeit hervorgebracht hat. Håkon Håkonsson, Sohn von Håkon Sverresson und norwegischer König zwischen 1217 und 1263, gehört eher nicht dazu. Anders als etwa die Wikinger-Ikone Ragnar Lothbrok wenige Jahrhunderte zuvor tat Håkon IV. sich nicht als großer Schlachtenbummler hervor, bestenfalls als Initiator sinnvoller, aber doch recht langweiliger Gesetzesreformen. In den historischen Fußnoten erkannten der Autor Ravn Laneskof und Regisseur Nils Gaup dennoch das Potenzial für ein ordentliches Action-Abenteuer, das sie mit „The Last King - Der Erbe des Königs“ (2016) umzusetzen versuchen.

Auch wenn die Zeit der Wikinger inzwischen vorbei war: Brutal und blutig ging's in Norwegen Anfang des 13. Jahrhunderts noch immer zu, auch und vor allem in höchsten Kreisen. Als König Håkon Sverresson ermordet wird, scheint der große Machtwechsel in Norwegen zum Greifen nah. Was den Meuchelmördern aus dem Kreise der Bagler zu ihrem Glück noch fehlt, ist allein der Kopf von Håkon Håkonsson, dem gerade erst geborenen unehelichen Sohn und letzten Nachkommen von Sverresson.

Der Sage nach geschah in diesen Tagen wahrhaft Heldenhaftes. So auch im Film: Um Baby-Håkon vor Gisle (Pål Sverre Valheim Hagen) und seinen Schergen zu schützen, nehmen sich die tapfersten Königstreuen, die Birkebeiner, des Jungen an. Sie möchten ihn aus dem entlegenen Østland an den Hof von Inge Bårdsson (Thorbjørn Harr) bringen - der Überlieferung entsprechend größtenteils per Ski.

Man ahnt es schon: Erzählerisch hat „The Last King“ nicht allzu viel zu bieten. Die dünne Geschichte wiegt Nils Gaup jedoch mit einer furiosen Inszenierung auf, indem er sich voll auf die Verfolgung quer durch eine verschneite, trüb-düstere Gebirgslandschaft stürzt. Vorneweg die Birkebeiner Torstein (Kristofer Hivju) und Skjervald (Jakob Oftebro) samt Baby auf Skiern, immer dicht dahinter die Bagler auf ihren polternden Schlachtrössern, angeführt vom tumben Schlächter Orm (Nikolaj Lie Kaas). Die historischen Eckdaten der Geschichte mag man schnell wieder vergessen. Diese Abfahrtsszenen aber bleiben im Gedächtnis und machen „The Last King“ zu einem wenigstens nicht ganz alltäglichen und durchaus unterhaltenden Historien-Abenteuer.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren