„Goodbye Deutschland“: Der Rückblick

Kelly schlägt Katze

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Daniela Katzenberger wurde als Auswanderin in „Goodbye Deutschland“ zur „Berühmtheit“.

Seit 2006 ist „Goodbye Deutschland“ bei VOX nun schon auf Sendung. Die Schicksale vieler Auswanderer bewegen noch immer sehr viele Zuschauer. Der Kölner Sender blickt zum zehnjährigen Jubiläum der Auswanderer-Soap nun auf die besten Geschichten zurück.

So einige träumen von einem neuen Leben im Ausland. Am besten unter Palmen und bei stetig wärmender Sonne wollen sie glücklich werden. Für einige ist dieser Wunsch nach der wunderbaren Heimat auch in Erfüllung gegangen. Bei vielen anderen ist er geplatzt wie eine Seifenblase. Das VOX-Doku-Format „Goodbye Deutschland“ begleitet nun bereits seit zehn Jahren Auswanderer in ihr „neues Leben“. Die Reihe hat einige „Stars“ hervorgebracht, Menschen begleitet, die tatsächlich glücklich wurden unter Palmen, - und viele Verlierer. Der Kölner Sender blickt am Dienstag, 9. August, 20.15 Uhr, zurück auf seinen immer noch gern gesehenen „Klassiker“. Das Jubiläums-Best-of „10 Jahre Goodbye Deutschland“ erinnert an die emotionalsten Momente und zeigt die bekanntesten Gesichter noch einmal.

Er ist einer der „Gewinner“. Oder vielleicht doch nicht? Jens Büchner, besser bekannt als „Mallorca-Jens“, machte zuletzt seinem Unmut via Facebook Luft. Er, der unter anderem eine Trennung und das Entstehen einer neuen Liebe von Kameras dokumentieren ließ, der bei bitteren Pleiten auch mal weinte und bei Erfolg jeden umarmte, beschwerte sich über zu viel Nähe. Büchner hat seine Bekanntheit auf „Goodbye Deutschland“ aufgebaut. Er verdient Geld damit, dass er sein Gesicht bei Schönheitswettbewerben zeigt und Zimmer an „Fans“ vermietet, die auch wegen ihm nach Mallorca gereist sind.

Ausgerechnet diese „Fans“ machten Büchner zuletzt das Leben schwer. „Es ist gerade 23.15 Uhr“, begann Büchners Nachricht auf seiner Facebook-Page. „Und obwohl wir alle erwachsene Menschen sind, schaffen es einige nicht, unsere Privatsphäre wenigstens in der Nacht zu wahren!“ Diese einige hatten die private Adresse des Auswanderers herausgefunden. Nun standen sie eben vor seiner Tür und verlangten lautstark nach dem TV-Gesicht.

Der Erfolg von „Goodbye Deutschland“, das am 15. August 2006 erstmals auf Sendung ging, basiert aber genau darauf, dass seine Protagonisten, also die Auswanderer, sehr viel Nähe zulassen. Einfach nur in ein anderes Land gehen, wäre zu simpel. Die Schicksale dahinter wie Einsamkeit im kalten Deutschland, die eine verhärmte Enddreißigern schnurstracks zum türkischen Loverboy führt, den sie im Urlaub ganz kurz mal kennengelernt hatte, ziehen an. Oder der Zuschauer schüttelt auch gerne mal den Kopf wegen kruder Ideen.

Roland und Steffi Bartsch aus Wuppertal beispielsweise setzten doch tatsächlich auf das Geschäftsmodell eines Solariums - und das auf der Sonneninsel Mallorca. Sie scheiterten wie auch zuletzt die Ehe von Anke „Hasi“ Leithäuser und ihrem Mann Dieter. 30 Jahre war das Paar aus Wermelskirchen verheiratet. 2008 bauten sie sich vor den VOX-Kameras mit einer Currywurstbude am Gardasee ein neues Leben auf. Nun zoffen sie sich darüber, wer das durchaus gut laufende Geschäft weiterführen darf.

Mehr als 400 Sendungen und fast 30.000 Sendeminuten in zehn Jahren „Goodbye Deutschland“ zeigten, wie mehr als 350 Auswanderer ihr Wagnis in einem mehr oder weniger unbekannten Land auf sich nahmen. In der Jubiläumssendung sind die Gescheiterten wie die Solarium-Bartschs ebenso zu sehen wie die, die es „geschafft“ haben.

„Mallorca-Jens“ beispielsweise, auch wenn ihm seine Anhänger inzwischen zu sehr auf die Pelle rücken. Oder Auswanderer-Familie Reimann, die jetzt von Texas auf Hawaii weitergezogen ist. Und vor allem Daniela Katzenberger! Das Blondinen-Wunder wurde seit 2010 von „Goodbye Deutschland“ begleitet. Nach einer angestrebten „Playboy“-Karriere in den USA wanderte sie nach Mallorca aus. Dort eröffnete sie in Santa Ponça, mit Hilfe eines Leipziger Gastronomen, das „Café Katzenberger“.

Inzwischen lässt die 29-Jährige Bücher veröffentlichen, ihre Hochzeit und ihr Kind in aller Öffentlichkeit zeigen - das allerdings bei einem anderen Sender. Für VOX, das die „Katze“ erst aufgebaut hatte, ist das freilich schade. Der Sender wird das allerdings verschmerzen, wenn sich nun auch Promis in sein etabliertes Format wagen. Erst im Mai dieses Jahres erzählte Angelo Kelly, der jüngste Spross der einst erstaunlich erfolgreichen Kelly Family, von seinem Vagabundenleben in Europa. Mittlerweile ist er mit Frau und den vier Kindern in einem kleinen irischen Dorf sesshaft geworden.

12,9 Prozent der 14- bis 59-jährigen TV-Zuschchauer an jenem Abend verfolgten diesen Roadtrip. Das bedeutete die beste Quote aller Zeiten für „Goodbye Deutschland“. Und das im zehnten Jahr des Bestehens!

tsch

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