Heidi

Kein Kinderspaß

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Heidi (Anuk Steffen) erweicht das störrische Herz ihres geliebten Großvaters (Bruno Ganz).

Ihre Welt sind die Berge: Der Schweizer Regisseur Alain Gsponer ("Das kleine Gespenst", 2013) hat Johanna Spyris Kinderbuch-Klassiker als Sozialdrama neu verfilmt.

Eine Heldensaga aus Kindertagen: Das Schweizer Waisenkind Heidi, das bei seinem störrischen Großvater aufwächst, erobert sowohl dessen Herz als auch andere seit weit über 100 Jahren im Sturm. Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Alain Gsponer ("Kiki und Tiger", "Rose") hat den Stoff auf seine Weise für die Leinwand adaptiert, und mit rund 1,2 Millionen Besuchern war der Film im Kino ein voller Erfolg. Nun erscheint "Heidi" (2015) auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Die Geschichte: Heidi (wunderbare Neuentdeckung: Anuk Steffen) wächst bei ihrem Großvater, dem einsilbigen Almöhi (Bruno Ganz), in den Schweizer Bergen auf. Heidis bester Freund ist der Geißenpeter (Quirin Agrippi), mit dem sie Tag für Tag die Ziegen hütet. Ein glückliches, unbeschwertes Dasein führt sie da, bis ihre Tante Dete (Anna Schinz) kommt und sie nach Frankfurt in ein piekfeines, großbürgerliches Heim entführt, wo Heidi die im Rollstuhl sitzende Klara (Isabelle Ottmann) bespaßen soll. Was nicht ganz einfach ist, weil etwa das zwanghafte Fräulein Rottenmeier (brillant in der Rolle der Furie: Katharina Schüttler) keine Leichtigkeit erlaubt und Heidis eigene Bedürfnisse völlig irrelevant sind. Erst als das entfremdete Mädchen vor Heimweh ganz krank wird, darf sie in die Berge zurück.

Nach unzähligen mehr oder weniger bemühten Adaptionen des Kinderbuch-Klassikers von Johanna Spyri wagt sich der gebürtige Schweizer Gsponer an ein Revival der Schweizer Nationalheldin. Allerdings hat Gsponer eine andere Zielgruppe im Visier als eine unbedarfte, fröhliche Kinderschar. Seine Neuverfilmung ist vielmehr ein feinfühliges, kritisch zu verstehendes Sozialdrama, das bewusst Erwachsene anspricht und die gezeigten Milieus hinterfragt. Die zersauste Titelheldin ist dabei liebenswert wie eh und je, aber der Erzählton, den der Film anschlägt, ist ernster.

Hier prallen wie in den literarischen Vorlagen Spyris zwei gegensätzliche Welten aufeinander: das simple Schweizer Bergbauern- und das städtische Großbürgertum. Und Heidi, das herzliche, ungestüme Mädchen gerät wider Willen zwischen die Fronten und muss sein Glück finden. Wobei sie mit unbeirrter Leichtigkeit dort Brücken baut, wo fragwürdige gesellschaftliche Abgründe klaffen.

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