Der Jungfrauenwahn - Mo. 29.02 - ZDF: 23.45 Uhr

Verteufelung weiblicher Sexualität

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Die Aktivistin Zana Ramadani (rechts) macht mit drastischen Aktionen immer wieder auf die Unterdrückung der Frau gerade im Islam aufmerksam.

Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin und Filmemacherin Güner Yasemin Balci befasst sich in ihrer ersten langen Dokumentation mit der Rolle der Frau im Islam. ARTE zeigt den Film "Der Jungfrauenwahn" nun in einer Erstausstrahlung.

Vor mehr als 900 Jahren erschien "Das Buch der Ehe" des muslimischen Philosophen Al-Ghazali (1058 - 1111). Die Welt hat sich seitdem gewandelt, Al-Ghazalis damals beschriebende Moralvorstellungen allerdings nicht - zumindest in weiten Teilen des Islam. In vielen Moscheen werden diese noch immer gelehrt. Unter anderem stellen sie Sexualität unter Strafe. Die Journalistin Güner Yasemin Balci, die 2012 mit dem Civis-Fernsehpreis für ihre Reportage "Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig" ausgezeichnet wurde, befasst sich in der Dokumentation "Der Jungfrauenwahn" mit der Frage, welchen Stellenwelt das Gebot der Jungfräulichkeit für junge Menschen aus Einwandererfamilien noch heute habe. Ihre Antworten sind aus westlicher Sicht mitunter erschreckend.

Die Unterdrückung von Frauen, Zwangsehen und Gewalt im Namen der Ehre sind noch immer sehr verbreitet, auch wenn Familien bereits seit Generationen im aufgeklärten Deutschland, speziell in Berlin-Neukölln, leben. Balci stellt in ihrem Film fest, dass gerade eine Verteufelung der weiblichen Sexualität eines der zentralen Themen der gesamten muslimischen Welt sei.

Die Anwältin Seyren Ates, eine Protagonistin der Doku, fordert deshalb ein "Ende des Jungfrauenwahns". Ates: "Dann wäre der Wahnsinn", also die permanente Unterdrückung der Frau, "vorbei".

Name der Sendung Der Jungfrauenwahn
Sendedatum 29.02.2016
Sender ZDF
Sendezeit 23:45:00
Genre Dokumentation
Genre Dokumentation

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