Im Herzen der See

Jagdszenen auf dem Meer

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Ein Ungeheuer lauert "Im Herzen der See" der Walfänger-Crew der Essex auf - das Untier das Herman Melville zu "Moby Dick" inspirierte.

Vorsicht Schwanzflosse: Mit dem Wal, der zu "Moby Dick" inspirierte, bekommen es Chris Hemsworth ("Rush") und Cillian Murphy ("Aloft") in "Im Herzen der See" zu tun.

Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, heißt das: Der hat dich lieb. Wedelt ein Wal mit der Schwanzflosse, ist er wohl eher zornig. Das Segelschiff Essex und seine Besatzung bekommen dies zu spüren. Rette sich, wer kann! Doch welcher Wal ist dieser Wüterich? Kein Geringerer als das Vorbild für den legendären "Moby Dick" in Herman Melvilles gleichnamigem Roman. Der zweimalige Oscar-Gewinner Ron Howard ("Apollo 13", "A Beautiful Mind") inszenierte ein visuell mitreißendes Abenteuer um einen literarischen Mythos und eine wenigstens teilweise wahre Geschichte. "Im Herzen der See" (2015) blieb mit knapp 100.000 Kino-Besuchern hierzulande hinter den Erwartungen zurück, nun erscheint der Film fürs Heimkino.

Man schreibt das Jahr 1850. Der noch junge Autor Herman Melville (Ben Whishaw) begibt sich nach Nantucket, der Insel vor Massachusetts, auf der die Walfangindustrie ansässig ist. Aber nicht, um wieder in See zu stechen, sondern um einen Überlebenden der Essex zu sprechen. Die lieferte sich 30 Jahre zuvor auf den Weiten des Meeres Jagdszenen mit einem scheinbar übermächtigen Wal. Melville wittert die Inspiration für einen grandiosen Roman. Doch Old Thomas Nickerson (Brendan Gleeson) ist gar nicht recht nach Erzählen dieser für ihn so traurigen Geschichte zumute.

Von Anfang an stand die Walfang-Expedition der Essex im Jahre 1820 unter ungünstigen Vorzeichen. Dazu trägt die Rivalität zwischen dem arroganten Captain George Pollard (Benjamin Walker) und dem raubeinigen Obermaat Owen Chase (Chris Hemsworth) einiges bei. Außerdem machen sich die Wale rar. Als die Crew endlich wieder welche harpunieren kann, befindet sich zwischen ihnen ein besonders großes Exemplar, das sie das Fürchten lehren und sie geduldig verfolgen wird. Wer bleibt hier Sieger?

Auf diese Frage schwört der Film eigentlich ein, ohne sich jedoch mit ihr zufrieden zu geben. Der Wal wird zum Mahner gegen den brutalen Raubbau an den Ressourcen. Nicht Hybris und Vergeblichkeit wie in Melvilles "Moby Dick" macht die Auseinandersetzung mit dem Tier sichtbar, sondern das Unrecht, der anderen Kreatur nach dem Leben zu trachten. Verpackt wird das ganze in beeindruckenden Bildern, die in der 3D-Version am besten zur Geltung kommen.

Erhältlich auf DVD, BD, Blu-ray 3D, als Video-on-Demand und ab 19. Mai auf Ultra HD Blu-ray.

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