Harro Füllgrabe erlebt mit "Off Limits" ab 14. Februar für ProSieben MAXX (20.15 Uhr) wieder die verrücktesten Abenteuer.

"Ich habe schon viele Reisepässe verschlissen"

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Wie schläft man, wenn man über einem 300 Meter hohen Abgrund campt? Diese Frage kann Harro Füllgrabe nach einer Übernachtung beantworten.

"Extremreporter" Harro Füllgrabe erlebt für "Off Limits" viele Abenteuer auf der ganzen Welt.

Harro Füllgrabe - Extremreporter und Weltenbummler. In Ostfriesland geboren, in Buenos Aires aufgewachsen, hat er schon als Kind von seinen Eltern die Lust am Reisen mitbekommen, und bereits damals galt: pauschal ist nicht. In seiner neuen Sendereihe "Off Limits mit Harro Füllgrabe" (ab 14. Februar, immer sonntags, ProSieben MAXX) ist er jetzt wieder auf der ganzen Welt unterwegs und stellt sich für die Zuschauer den verrücktesten Abenteuern. Ob das Klettern in einer Gletscherspalte oder das Übernachten an einer 300 Meter hohen Felswand: Das Abenteuer- und Survival-Magazin verlangte dem 41-jährigen Reporter so einiges an Nerven ab. Wie man sich vorbereitet, wieviel Glück er im Leben hat, und ob Harro Füllgrabe überhaupt noch Zeit in Deutschland verbringt, das erzählt er im Interview.

teleschau: Als Moderator um die ganze Welt zu reisen ist für viele ein Traum. Wie kommt man zu einem so tollen Job?

Harro Füllgrabe: Ganz klar: Man braucht eine Riesenportion Glück und muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Es gibt keinen direkten Ausbildungsweg für das, was ich mache, insofern wurde ich vom Glück geküsst. Es ist einfach ein Geschenk, und ich hoffe, dass es dem Zuschauer mindestens so viel Spaß macht wie mir.

teleschau: Werden Sie das öfter gefragt?

Füllgrabe: Ja, denn viele Leute träumen davon, reisen zu können und dadurch viele Dinge zu erleben - ich übrigens auch! Aber natürlich gibt es auch eine andere Seite der Medaille, die viele Leute gern unterschätzen: Ich bin schon extrem viel unterwegs, und unsere Beiträge kosten viel Arbeit und Kraft - natürlich will der Zuschauer sehen, dass ich an meine Grenzen gehe oder sogar über sie hinaus. Kurzum: Man muss schon den kleinen Abenteurer in sich tragen, um sich all das immer wieder anzutun.

teleschau: Was ist das Besondere an "Off Limits mit Harro Füllgrabe"?

Füllgrabe: Bei "Off Limits" stürze ich mich in Abenteuer- und Extremsituationen, die ich am eigenen Leib erlebe: Mal befreie ich mich aus eigenen Stücken aus einer Gletscherspalte, ein anderes Mal erlebe ich eine Rettungsaktion auf hoher See als direkt Beteiligter. Ganz gleich, in welcher Lage ich bin: Ich möchte meinen Zuschauern diese Extremsituation so nah wie möglich bringen - und darüber hinaus Wissen vermitteln. Denn bei "Off Limits" geht es nicht darum, dass ich mich blind in gefährliche Situationen begebe. Ich möchte vielmehr meine eigenen Grenzen austesten und vertraue jedesmal einem Team an Experten.

teleschau: Was bringt es dem Zuschauer, Ihnen, dem Abenteurer, zuzuschauen?

Füllgrabe: Für die einen wird es bestimmt ganz bequem sein, aus einer sicheren Warte heraus - auf der Couch - meine Abenteuer mitzuerleben. Das hat einen gewissen Charme: Man schaut zu und holt sich keine blauen Flecken. Aber das Format spricht auch Menschen an, die ähnlich abenteuerlustig sind wie ich - und die werden bestimmt noch etwas lernen können.

teleschau: Warum begibt man sich freiwillig in Gefahr?

Füllgrabe: Sie meinen, warum macht der verrückte Vogel das? Man muss ein bisschen dafür gemacht sein - aber all diese Aufgaben entsprechen meinem Naturell. Meine Eltern sind Globetrotter. Ich bin in meinem Leben schon extrem viel gereist, ich durfte bereits als junger Mensch viele Abenteuer erleben. Das steckt wohl in den Genen. Ich möchte an die Grenzen gehen, ohne lebensmüde zu werden. Ehrlich: Würde ich diesen Bogen überspannen, dann könnte ich keine weiteren Abenteuer erleben - und das möchte ich nicht.

teleschau: Welcher Dreh für "Off Limits" ist Ihnen am meisten im Gedächtnis geblieben?

Füllgrabe: Meine Übernachtung im Zelt an dieser steilen Felswand in Österreich war schon sehr extrem, das war ein ganz übles Gefühl. Wer es nicht gewohnt ist, in dieser Höhe zu campen und an einer Felswand in 300 Metern Höhe zu hängen, der kann leicht panisch reagieren. Mithilfe von Profis konnte ich diese Prüfung allerdings gut meistern. Das Zauberwort heißt wie so oft "Vertrauen". Wer immer nur daran denkt, dass man die ganze Zeit an einem Seil hängt, das gerade mal fingerdick ist, wird in dieser Nacht sicherlich kein Auge zu machen.

teleschau: Was geht Ihnen in solchen Momenten durch den Kopf?

Füllgrabe: Wie bei vielen meiner Aktionen ist es immer wieder ein gedanklicher Spagat zwischen: "Wie weit kann ich gehen, was traue ich mir zu" und "Oh Gott, jetzt häng' ich hier".

teleschau: Gibt es dafür eine Art der Vorbereitung?

Füllgrabe: Eine Grundfitness sollte da sein, aber eine wirkliche Vorbereitung gibt es nicht, denn schließlich geht es auch darum, unmittelbar konfrontiert zu werden. Zum Glück habe ich immer das letzte Wort: Wenn ich etwas nicht schaffe oder nicht machen möchte, muss ich es halt der Kamera - also dem Zuschauer - sagen.

teleschau: Wie viele Länder haben Sie 2015 bereist?

Füllgrabe: Ich weiß gar nicht so genau, das schwankt jedes Jahr. Fest steht: Bislang habe ich insgesamt 128 Länder bereist und dadurch schon unheimlich viele Reisepässe verschlissen. Momentan verbringe ich etwa die Hälfte eines Jahres im Ausland. Ich erinnere mich aber an Zeiten, in denen ich 250 Tage im Jahr unterwegs war, das war schon extrem.

teleschau: Gibt es eine Partnerin, die zu Hause wartet und sagt, es ist okay?

Füllgrabe: Ja, und das ist auch wichtig, denn sie hält mir den Rücken frei. Sie unterstützt mich bei meinen Reisen und sagt gerne "Komm mach das, aber komme bitte immer zurück" - und daran versuche ich mich zu halten.

teleschau: Sieht man sich als Deutscher im Ausland mit gewissen Klischees konfrontiert?

Füllgrabe: Ja, es passiert immer mal wieder, dass wir bei Dreharbeiten einen Tick zu spät kommen, und das finden viele untypisch: Deutsche sollten doch eigentlich pünktlich sein.

teleschau: Gibt es ein deutsches Gericht, das sie im Ausland immer vermissen?

Füllgrabe: Ich bin gebürtiger Ostfriese und mag unheimlich gern Grünkohl mit Pinkel, das gibt es im Ausland eher selten. Aber wenn man ein bisschen länger unterwegs ist, sehnt man sich auch mal nach einem Wiener Schnitzel oder Gulasch.

teleschau: Was machen Sie zu Hause?

Füllgrabe: Da ich so viel unterwegs bin, freue ich mich zu Hause vor allem auf das Sofa. Es mag langweilig klingen, aber ich liebe es, auch mal Couch Potato zu sein - ein richtig tolles Gefühl!

teleschau: Kann man Sie überhaupt noch beeindrucken?

Füllgrabe: Ja, mein Team schafft es tatsächlich immer noch, mich zu überraschen. Es gibt einfach wirklich viele verrückte Aktionen voll Adrenalin. Auf die Idee, in einer Felswand hängend zu übernachten, wäre ich von selbst wohl nicht gekommen.

teleschau: Haben Sie Angst, dass die Abenteuer eines Tages ausgehen?

Füllgrabe: Nein, unsere Welt ist so reich an Herausforderungen, es wird sich immer wieder etwas Tolles, noch nie Erlebtes finden. Und nicht zu vergessen: Es sind ja nicht nur die großen Dinge, die als Abenteuer durchgehen. Ich bin gespannt, was noch alles kommen mag!

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