Gran Torino - Sa. 20.02 - ProSieben: 20.15 Uhr

Steiniger Weg zur Milde

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Der mürrische Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ständig auf Achse.

Das einfühlsame Drama von und mit Clint Eastwood ist eine Parabel über Rassismus und Toleranz.

Clint Eastwood hat eine Menge zu sagen - und zwar deutlich und direkt. Er zählt zu den produktivsten Künstlern im Filmgeschäft und ist seit nunmehr über 50 Jahren in diesem Metier tätig. Auch mit mittlerweile 85 Jahren ist er noch ein Arbeitstier - egal, ob als Regisseur oder als Darsteller. Was er auch im Drama "Gran Torino" (2008) einmal mehr bewies, das jetzt bei ProSieben erneut zu sehen ist: Eastwood kommt als wortkarger Einzelgänger, quasi als "Dirty Harry" im Rentenalter, zurück. Ob der im Alter wohl weise wurde? Oder vielleicht ein reaktionärer Grantler geblieben ist? Der Film, der mit einem Einspielergebnis von weltweit fast 270 Millionen Dollar Eastwoods größter kommerzieller Erfolg wurde, gibt Antworten auf diese Fragen.

Der Koreakriegsveteran und ehemalige Ford-Mitarbeiter mit polnischen Wurzeln Walt Kowalski (Clint Eastwood) wohnt in einem Vorort von Detroit. Eben ist seine Frau gestorben. Das Verhältnis zu den beiden Söhnen ist miserabel, und Kowalski brütet in selbst gewählter Isolation. Viele Nachbarn sind in bessere Wohngegenden gezogen. Walt sieht sein Amerika vor die Hunde gehen, insbesondere seit im Viertel immer stärker die zahlreich zugewanderten Asiaten das Sagen haben.

Eines Nachts versucht Nachbarjunge Thao (Bee Vang) im Rahmen des Initiationsritus einer Gang, Kowalskis Auto zu stehlen, einen 1972er Ford Gran Torino Sport. Der alte Mann verhindert den Raub und stellt den Dieb, doch ganz wider Erwarten lässt er ihn ziehen. Als die Gang Thao später für das Misslingen des Diebstahls "bestrafen" will, stellt sich Kowalski schützend vor den Buben. Damit avanciert der grantige Alte ungewollt zum Helden des Viertels. Nachbarn pilgern zu seinem Haus und lassen im Hauseingang Geschenke zurück. Kowalski wehrt sich zunächst vehement gegen diese Sympathiebekundungen - die Geschenke landen auf dem Müll. Doch allmählich lernen sich Kowalski und Thaos Familie näher kennen.

Nur fünf Wochen brauchte Eastwood für die Dreharbeiten. Die Kritiker lobten vor allem die Leichtigkeit, mit der die Hollywood-Ikone - trotz der Wuchtigkeit des Themas - zu Werke gegangen sei. Der Filmemacher selbst hatte erklärt, nach "Gran Torino" keine Rollen mehr vor der Kamera spielen zu wollen. 2012 war er dennoch in "Back in the Game" von Regisseur Robert Lorenz zu sehen; hinter der Kamera inszenierte er zuletzt 2014 den umstrittenen Kriegsfilm "American Sniper". Eastwood kann es eben einfach nicht lassen.

Name der Sendung Gran Torino
Sendedatum 20.02.2016
Sender ProSieben
Sendezeit 20:15:00
Genre Drama
Filmbewertung überzeugend
Genre Drama
Filmname Gran Torino
Originaltitel Gran Torino
Regisseur Clint Eastwood
Schauspieler Clint Eastwood
Schauspieler Christopher Carley
Schauspieler Bee Vang
Entstehungszeitraum 2008
Land USA/Australien

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