By the Sea

Das Glück der Anderen

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Ein Paar, das sich verloren hat: Vanessa (Angelina Jolie) und Roland (Brad Pitt) hadern mit ihrer Ehe.

Erstmals seit „Mr. und Mrs. Smith“(2005) stehen Brangelina wieder zusammen vor der Kamera - in einem schwer erträglichen Psychogramm einer gescheiterten Ehe.

Angelina Jolie und Brad Pitt, die verheirateten Megastars des Hollywoodkinos, spielen nach zehn Jahren wieder ein Paar. Zur Erinnerung: In der komischen, politisch inkorrekten Beziehungskomödie „Mr. und Mrs. Smith“ knisterte es 2005 zwischen beiden gehörig. Das Traumpaar entwickelte vor der Kamera damals eine Chemie, die sich im echten Leben bekanntlich fortsetzte. In Angelina Jolies neuem Herzensprojekt „By The Sea“ (2015) steht ein Paar im Mittelpunkt, das in einem ästhetischen Setting im Frankreich der 70er-Jahre über einen epischen Leidensweg wieder zueinanderfinden will. Im Kino floppte der Film, nun erfolgt die Auswertung auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Sie sind ein schönes, aber seltsam trauriges Duo: der amerikanische Schriftsteller Roland (Pitt) und seine Frau Vanessa (Jolie), eine ehemalige Tänzerin. Um auf andere Gedanken zu kommen, verbringen sie den Sommer des Jahres 1973 an der französischen Küste. Aber die malerische Kulisse kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre Ehe in einer tiefen Krise steckt.

Anstatt miteinander den Sommer zu genießen, gehen sie sich konsequent aus dem Weg. Roland, eine Art Hemingway-Kopie, versucht zu schreiben, beziehungsweise seine anhaltende Schreibblockade im Bistro des Ortes mit Whiskey zu ertränken. Währenddessen gibt sich Vanessa im Hotel dekorativ ihrer Depression hin. Es sind triste Tage im gleißenden Sonnenlicht, die einer deprimierenden Monotonie folgen. Erst die Begegnung mit einem Paar (Mélanie Laurent und Melvil Poupaud) in den Flitterwochen, das im Nebenzimmer einzieht und das sie durch ein Loch in der Wand beobachten, bringt Vanessa und Roland wieder einander näher.

Angelina Jolie ist - das haben ihre letzten Filme wie das Kriegsgefangenendrama „Unbroken“ (2014) gezeigt - eine sehr gewissenhafte Regisseurin. Eine, die sich konzentriert ihren Figuren und deren Charakterisierung widmet, dabei aber das allzu Offensichtliche überstrapaziert. Insofern schleppt sich der handlungsarme Plot schwerfällig dahin, wobei sich die Traumata der Figuren erst am Ende des Films offenbaren.

So ist „By the Sea“ ein neuer ambitionierter Versuch von Angelina Jolie, sich mit ernsthaften Dramen einen Platz im internationalen Kunstfilm zu erarbeiten. Aber all der Ehrgeiz ist aus den erwähnten Gründen zum Scheitern verurteilt. Was bleibt, ist keine tiefgreifende Erkenntnis und keine überraschende Wendung. Sondern nur die Erleichterung darüber, dass dieser Film jetzt endlich, endlich zu Ende ist.

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