Gillian Anderson

"Die Chemie zwischen David und mir stimmt noch immer"

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Für eine sechsteilige Mini-Serie schlüpfte Gillian Anderson erneut in die Rolle der Dana Scully.

Für eine sechsteilige Miniserie schlüpft Gillian Anderson erneut in die Rolle der "Akte X"-Agentin Dana Scully. Im Gespräch erzählt die Schauspielerin, wie sich das für sie anfühlte.

Gillian Anderson war ein Sexsymbol der 90-er. Vor allem aber war sie Agent Dana Scully, die zusammen mit ihrem Serienpartner Fox Mulder (David Duchovny) in "Akte X" unheimliche Fälle löste und so Fernsehgeschichte schrieb. Nach 202 Folgen und neun Staffeln endete die "Mutter aller Mystery-Serien" im Jahr 2002, bevor sechs Jahre später mit "Jenseits der Wahrheit" ein zweites Kinoabenteuer nachgeschoben wurde. Dann aber wurde es still um die erfolgreichste Mystery-Serie aller Zeiten. Jetzt kehrt "Akte X" zurück, als sechsteilige Miniserie (ab 8. Februar, montags, 21.10 Uhr, ProSieben). Im Interview erzählt Gillian Anderson (47), wie es war, erneut mit David Duchovny vor der Kamera zu stehen, und worauf sich "Akte X"-Fans freuen dürfen.

teleschau: Miss Anderson, hätten Sie je gedacht, dass Sie noch einmal in die Rolle der Agent Dana Scully schlüpfen würden?

Gillian Anderson: Ich hätte nie gedacht, dass jemand uns alte Leute dafür bezahlen würde, dieselben Charaktere bis zu unserem Tod zu spielen (lacht)! Aber wenn die Fans das wünschen und sich nicht an unseren Gehstöcken stören, dann ist das doch fantastisch, dann gewinnt jeder!

teleschau: Wie war es für Sie, wieder ans "Akte X"-Set zurückzukehren?

Anderson: Erste Tage am Set sind immer furchtbar, egal was gedreht wird und egal ob man eine leichte oder schwierige Szene spielen muss. Diesmal war es nicht anders. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, mich in die Rolle wieder einzufinden und mich daran zu erinnern, was für ein Charakter Scully ist. Aber nach einer Weile war ich wieder drin. Ich habe mich am meisten darauf gefreut, wieder mit David Duchovny zu arbeiten. Wir sind über die Jahre Freunde geworden, und ich wusste, dass wir eine gute Zeit miteinander haben würden. Uns war klar: Egal, wie der Dreh laufen würde, wir hätten viel zu lachen und würden das Beste daraus machen. Und tatsächlich stimmt die Chemie zwischen David und mir noch immer.

teleschau: Waren Sie von Anfang an begeistert von der Idee, noch eine Staffel "Akte X" zu drehen?

Anderson: Es hat etwas Arbeit gekostet, mich zu überzeugen. Als man erstmals auf mich zukam, gefiel mir die Idee überhaupt nicht. "Akte X" war einer meiner ersten Jobs, und für eine lange Zeit hat sich mein ganzes Leben um die Serie gedreht. Als wir damals die Serie machten, hatte ich überhaupt kein Leben mehr. Und diese Erfahrung wollte ich als Mutter dreier Kinder, von denen zwei noch jung sind, nicht mehr machen. Dann dachte ich mir, wie toll es wäre, wenn wir einige der alten Autoren mit an Bord hätten und die Fans wieder zurück in die alte Serie versetzen könnten. Als klar war, dass alle Beteiligten dieses Ziel hatten, fiel es mir leichter, mit ganzem Herzen wieder mitzumachen.

teleschau: Glauben Sie, dass "Akte X" noch in die heutige Zeit passt?

Anderson: Einige Episoden der neuen Staffel sind sehr relevant, weil sie sich auf aktuelle Ereignisse beziehen. Chris Carter und die anderen Autoren haben aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft aufgegriffen, und das macht die Serie nach wie vor so gut. Aber die Sache ist die: Die neuen Folgen sind kaum anders als die alten. Das hat Chris richtig gemacht: Er gibt den Fans, was sie wollen und was sie immer schon wollten. Sie wollen ihre Lieblingscharaktere so gerne wieder sehen, und ich glaube, dass die neue Staffel eine tolle Mischung aus dem ist, was die Serie schon immer ausgemacht hat. Da ging es um Mythen und um Monster, und es gab lustige Episoden - genau das bekommen die Fans jetzt mit den sechs neuen Episoden.

teleschau: War der Druck der Fans auf Sie groß, alles richtig zu machen?

Anderson: Ich habe überhaupt keinen Druck gespürt. Das Leben ist zu kurz, um sich unter Druck setzen zu lassen. Ich habe mein Bestes gegeben, und wenn die Leute damit zufrieden sind, wunderbar. Falls nicht, dann geht das Leben auch weiter.

teleschau: Wenn die neue Mini-Serie ein Erfolg wird - könnten Sie sich vorstellen, weiter an "Akte X" zu arbeiten?

Anderson: Wir wollten schon seit längerer Zeit einen weiteren "Akte X"-Film machen, aber Fox hat daran kein Interesse. Wenn die neue Miniserie aber ein Erfolg wird, könnte ich mir vorstellen, mehr zu machen - keine ganze Staffel, dafür habe ich keine Zeit, aber vielleicht noch eine weitere Miniserie.

teleschau: Sie engagieren sich seit Jahren weltweit für Frauenrechte, gelten als feministische Ikone. Was ist mit Scully - ist auch sie eine Feministin?

Anderson: Scully ist vielleicht eine der ersten feministischen Ikonen des Fernsehens überhaupt, aber anders als es die Figuren sind, die ich in letzter Zeit gespielt habe und die von der Öffentlichkeit viel stärker als feministisch betrachtet wurden.

teleschau: Macht es Sie wütend, dass noch immer über dieses Thema diskutiert werden muss?

Anderson: Wütend macht mich das nicht. Es ist ermüdend und traurig und manchmal auch deprimierend, dass wir über dieses Thema noch immer sprechen müssen. Aber ich glaube, dass die Diskussion momentan wieder Fahrt aufnimmt und dass aus vielen Richtungen Impulse kommen, die auf ein Thema Einfluss haben, das schon seit Jahrzehnten diskutiert wird.

teleschau: Wie haben sich Scully und Mulder seit ihrem letzten Auftritt verändert?

Anderson: Natürlich sind sie ein bisschen älter geworden (lacht)! Zuletzt sah man Mulder und Scully im "Akte X"-Film von 2008, und damals waren sie ein Paar. Das sind sie heute nicht mehr. Mulder lebt etwas zurückgezogen, und Scully arbeitet als Chirurgieassistentin in einem Krankenhaus. Sie leben getrennt, und das ist ein interessanter Ausgangspunkt.

teleschau: Lieben sie sich noch?

Anderson: Ja, ich glaube, dass sie das tun.

Schauspielerin Gillian Anderson

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