Zwischen Kultur und Natur

Gegensätze auf der Leinwand: "Die dunkle Seite des Mondes"

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Moritz Bleibtreu als Urs Blank in "Die dunkle Seite des Mondes".

München - Natur trifft Kultur in „Die dunkle Seite des Mondes“. In dem Psychothriller, der auf einem Roman von Martin Suters basiert, fesselt besonders das Spiel mit den Kontrasten.

Moritz Bleibtreu sieht immer nett aus. Egal, welche Rolle er spielt. Das wird ihm nun ein wenig zum Verhängnis. Denn die Figur, die er in „Die dunkle Seite des Mondes“ gibt, ist ein vielseitiger Charakter, dessen Facetten vom freiheitsliebenden Individuum über den Karrieristen bis zum Mörder reichen. So ganz nimmt man das dem Schauspieler nicht ab, was auch daran liegen mag, dass dieser Wirtschaftsanwalt Urs Blank wirkt, als sei er auf dem Reißbrett entworfen worden.

Der Psychothriller basiert auf dem Roman Martin Suters. Das Skript stammt jedoch nicht von dem Schweizer Autor, sondern von Regisseur Stephan Rick und Catharina Junk. Von Anfang an müht sich der Film um eine metaphorische Tiefe. Bilder des Waldes stehen in Kontrast zum geschleckten Geschäftsleben, während die Bürowelten in ihrer Tristesse zugleich eine Verwandtschaft zum grauen Tann offenbaren. So gruselig-schön die Aufnahmen sind, so sinnlos erscheinen sie in Anbetracht der recht wirren Geschichte, durch die Blank mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck stolpert. Es geht um Pharmakonzerne und Heilmittel, Drogenfreaks und halluzinogene Pilze. Letztere werden mit reichlich mythischem Ballast aufgeladen, da sie aus Blank ein Monster machen. Zu einer klaren Aussagen über den Zusammenhang zwischen Karrierismus und Unmenschlichkeit, Kultur und Natur kann sich der Film nicht durchringen. Dafür entschädigt er mit Spannung und vielen Wendungen. Auch ganz unterhaltsam.

„Die dunkle Seite des Mondes“

mit Moritz Bleibtreu

Regie: Stephan Rick

Laufzeit: 97 Minuten

Annehmbar

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie skandinavische TV-Thriller mögen.

Katrin Hildebrand

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