„The Boss“ auf auf DVD und Blu-ray

Frau Trump auf Abwegen

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Melissa McCarthy spielt in der Komödie „The Boss“ unter Regie ihres Ehemanns Ben Falcone eine Art weiblichen Donald Trump.

Humorlawine Melissa McCarthy wird in der Komödie „The Boss“ leider immer wieder von einer unausgereiften Geschichte ausgebremst ...

Sie ist eine der reichsten Frauen Amerikas, eine Selfmade-Millionärin, ein Rockstar der Finanzwelt, eine Art weiblicher Donald Trump: Melissa McCarthy spielt in ihrer Komödie „The Boss“ (2016, erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand) die dreiste, gerissene Geschäftsfrau Michelle Darnell. Die Komödie ist nach „Tammy - voll abgefahren“ die zweite Zusammenarbeit von McCarthy und Ehemann und Regisseur Ben Falcone. Die beiden zeichnen mit Steve Mallory zudem für das Drehbuch verantwortlich. Ein eingespieltes Team, lernten sie sich doch vor 15 Jahren bei der Improvisations-Theatertruppe „The Groundling“ kennen, zu der auch spätere Stars wie Jack Black, Will Ferrell und Kristen Wiig gehörten. Im Kino war „The Boss“ jedoch kein Erfolg.

Die Großunternehmerin wuchs laut Prolog in einem kirchlichen Waisenhaus auf. Die Pflegefamilien, die sie eigentlich aufnehmen wollten, brachten sie in schönster Regelmäßigkeit schleunigst wieder zurück. Damals schwor Michelle sich, in Zukunft allein klarzukommen und es zudem zu unermesslichem Reichtum und Einfluss zu bringen.

Dies gelang ihr auch - ganze Stadien füllt die rücksichtslose Lady mittlerweile mit ihren Riesen-Shows, in denen es um die Geheimnisse des Geldscheffelns geht. Doch aufgrund ihres ärgsten Widersachers, Ex-Liebhaber Renault (Peter Dinklage), mit dem sie immer noch eine Art Hassliebe verbindet, wird sie des Insider-Handels überführt.

Als die stolze und ungebrochen auftretende Michelle ein halbes Jahr später das Gefängnis verlässt, hat sie nichts mehr: kein Geld, kein Haus, keine Freunde. In dieser Situation wendet sie sich an ihre einst treu ergebene Assistentin Claire (Kristen Bell), eine alleinerziehende Mutter, die von Michelle böse gemobbt wurde. Zunächst will Michelle sich an die Spitze ihrer alten Firma zurückkämpfen, doch auf einer Pfadfinder-Veranstaltung mit Claires Tochter kommt ihr schließlich die zündende Idee: Sie will mit Hilfe von Claires selbstgebackenen Küchlein und den fleißigen Pfadfinderinnen ein Brownie-Imperium aufbauen.

Leider knüpft der Film nicht konsequent an McCarthys Comedy-Stärken an, ihr typischer derb-komische Humor kann nur vereinzelt aufblitzen. Zudem wirken sämtliche Figuren unausgereift, sodass man ihre Wandlungen nicht nachvollziehen kann und mag. Nebenhandlungsstränge wirken deshalb unangenehm angestrengt und überflüssig. Auch „Game of Thrones“-Darsteller Peter Dinklage bemüht sich redlich, die Rolle des abgelegten Geliebten zu füllen. Doch da das Skript leider mit heißer Nadel gestrickt zu sein scheint, ist auch seine Figur allzu flach gezeichnet. Am Ende steht die Erkenntnis: Ein paar zugegeben saukomische Sketche machen noch keine Komödie.

tsch

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