Der TV-Fahrplan für die EURO 2016

Französische Verabredung

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Jochen Breyers Dokumentation „Zwischen Verehrung und Verachtung“ am Freitag, 10.06., 23.30 Uhr, im ZDF: Die Équipe Tricolore, die französische Nationalmannschaft, ist heute nicht mehr Vorbild, sondern Spiegelbild einer völlig zerrissenen Gesellschaft in Frankreich.

Welche Termine man sich zwischen 10. Juni und 10. Juli unbedingt vormerken sollte.

Sie interessieren sich für die Fußball-Europameisterschaft, planen aber zwischen 10. Juni und 10. Juli auch Theaterbesuche, Kindergeburtstage oder ein Grillfest im Wald? Kein Problem, wenn man die wichtigsten Termine auf dem Schirm hat. Die Übersicht mit den essenziellen TV-Highlights zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Am Freitag, 10.06., 21 Uhr (ZDF, Reporter: Béla Réthy), beginnt mit der Partie Frankreich gegen Rumänien in der Pariser Vorstadt Saint Denis die EURO 2016. Deutschland greift jedoch erst am dritten Tag ins Turnier ein. Der Weltmeister spielt seine erste Partie gegen die Ukraine am Sonntag, 12.06., 21 Uhr (ARD, Gerd Gottlob) im nordfranzösischen Lille, nahe der belgischen Grenze.

Zum ihr zweites Vorrunden-Match am Donnerstag, 16.06., 21 Uhr, ZDF (Reporter: Oliver Schmidt), tritt auch „la Mannschaft“ dann gegen Polen in Saint Denis an. Es ist eine sicher emotionsbelastete Rückkehr für das deutsche Team: Im Stade de France, das für die Fußball-WM 1998 neu erbaut wurde und mit 80.000 Zuschauer das größte Fassungsvermögen aller Turnierstätten besitzt, fand am 13. November 2015 während der Terroranschläge von Paris das Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland stand. Um eine Panik zu vermeiden, wurde die Partie damals nicht abgebrochen.

Für das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland (Dienstag, 21.06., 18 Uhr, ARD, Tom Bartels) zieht es die deutsche Elf dann nur ein paar Kilometer weiter, in den Pariser „Parc des Princes“. Sämtliche Vorrundenspiele des Weltmeisters finden somit im Norden Frankreichs statt, zwei davon in Paris - also durchaus freundlich in Sachen Fan-Anreise. Sollte sich Deutschland - wie erwartet - als Erster der Gruppe C durchsetzen, würde am Sonntag, 26.06., 18 Uhr, wiederum in Lille gespielt. Der Sieger dieser Partie tritt im Viertelfinale am Samstag, 02.07, 21 Uhr, in Bordeaux an. Sollte auch dieses Match gewonnen werden, würde man das zweite Halbfinale am Donnerstag, 07.07., 21 Uhr, in Marseille spielen. Für das Endspiel am Sonntag, 10.07., 21 Uhr (ARD, Gerd Gottlob), stünde dann noch einmal Saint Denis auf dem Programm.

Als Vorrunden-Highlights ohne deutsche Beteiligung kann man sich notieren: England gegen Russland (Samstag, 11.06., 21 Uhr, ZDF), Geheimfavorit Belgien gegen Italien (Montag, 13.06., 21 Uhr, Lyon) sowie die „Bruderduelle“ Österreich gegen Ungarn (Dienstag, 14.06., 18 Uhr, Bordeaux) und England gegen Wales (Donnerstag, 16.06., 15 Uhr, Lens). Nicht alle Spiele der Euro sind übrigens bei ARD oder ZDF zu sehen. Für die zeitgleich stattfindenden dritten und letzten Vorrundenpartien sicherte sich erstmals SAT.1 ein Paket von sechs Partien, die zwischen dem 19. und 22. Juni stattfinden. Welche Begegnungen im Privatfernsehen gezeigt werden, steht noch nicht fest. ARD und ZDF besitzen ein Erstwahlrecht. Immerhin steht die Mannschaft des EM-Sendernovizen bereits: Frank Buschmann und Matthias Killing moderieren, Hansi Küpper und Matthias Stach kommentieren, Trainer Mirko Slomka fungiert als Experte.

Wer sich für Hintergründe der EM und Impressionen aus dem Gastgeberland interessiert, dürfte bei den öffentlich-rechtlichen Sendern besser aufgehoben sein. Die Morgenmagazine von ARD und ZDF berichten während der EURO bis zu einer Stunde täglich aus Frankreich. Peter Großmann, ARD-Sportmoderator am Morgen, ist unterwegs im Gastgeberland und begrüßt als Experten den deutsch-französischen Ex-Profi, Trainer und Fußballmanager Gernot Rohr. Vom 13. bis 17. Juni sowie vom 27. Juni bis 1. Juli ist das ARD-Team innerhalb der Morgenstrecke (5.30 Uhr bis 9.00 Uhr) auf Sendung. Für die restliche Zeit befindet sich das ZDF in Frankreich vor Ort. Die „MoMa“-Sportmoderatoren Annika Zimmermann und Thomas Skulski reisen im Auto, TGV oder einem Seine-Kreuzfahrtschiff durchs Land. An Bord der „Seine Contesse“ schippert die ZDF-Mannschaft zwischen dem 4. und 7. Juli beispielsweise über fünf Etappen zum Endspielort Paris. Sogar der morgendliche Wetterbericht kommt in jenen Tagen live vom französischen Flussboot.

Gemäß der ARD-Tradition bei großen internationalen Fußball-Turnieren gibt es auch wieder eine Spätsendung, die Reinhold Beckmann diesmal aus der legendären Sportschule im Schleswig-Holsteinischen Malente moderiert. „Beckmanns Sportschule“ läuft an ARD-Sendetagen zwischen 23.30 Uhr und 0.15 Uhr. Die erste Ausgabe flimmert am Sonntag, 12.06., über den Bildschirm. Das Konzept der Sendung sind Hintergrundgespräche zur Euro mit wechselnden Gästen vor Publikum.

Was auffällt: Es gibt überraschend wenige Dokumentationen und Reportagen zum Turnier abseits des aktuellen Stadien-Geschehens bei ARD und ZDF. Dies könnte der Tatsache geschuldet sein, dass die Sender ohnehin ausführlich in den regulären aktuellen Sendungen auf die EM, vor allem auf Sicherheitsfragen und mögliche terroristische Bedrohungen, eingehen werden. Ein Film zum Auftakt des Turniers sollte trotzdem Beachtung finden: „Zwischen Verehrung und Verachtung“ (Freitag, 10.06., 23.30 Uhr) von Jochen Breyer untersucht am späten Abend nach dem Eröffnungsspiel der Gastgeber das Verhältnis der Grande Nation zu ihrer Nationalmannschaft - in dem sich trotz großer Erfolge auch misslungene Integration und Rassismus widerspiegeln. Wenige Tage vor Beginne der EURO 2016 widmet sich eine Ausgabe von „#Beckmann“ dem Sicherheitsaspekt des Turniers (Dienstag, 07.06., 22.45 Uhr, ARD). Titel der Sendung, in der auch das deutsche Team ausführlich zu Wort kommt: „Der Titeltraum der deutschen Fußballstars - EM-Vorbereitung in Zeiten des Terrors“.

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