EU-Vorstoß: Streaming-Anbieter sollen Quote für europäische Produktionen erfüllen

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Die französische Netflix-Eigenproduktion „Marseille“ mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle ist nur ein Beispiel dafür, wie Streaming-Anbieter schon jetzt Fernsehen made in Europe eine Plattform bieten.

Streaming-Anbieter wie Amazon Prime und Netflix sollen nach dem Willen der EU-Kommission in Zukunft mindestens 20 Prozent ihrer Inhalte aus europäischen Produktionen speisen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Andrus Ansip, bei der EU-Kommission verantwortlich für den digitalen Binnenmarkt, eine solche feste Quote ins Gespräch gebracht. Jetzt konkretisierte Günther Oettinger, deutscher EU-Kommissar für die Digitalwirtschaft, die Pläne: „Wir halten 20 Prozent für sehr maßvoll“, sagte er am Mittwoch in Brüssel. Während Deutschland im linearen Fernsehmarkt keine Quoten kennt, verpflichten andere EU-Staaten ihre Fernsehanstalten seit Längerem, inländischen und europäischen Produktionen Platz einzuräumen. „Wir wollen, dass nicht nur BBC, RAI oder RTL diese Quoten erfüllen, sondern auch die neuen Anbieter“, so Oettinger, der Quoten für eine „identitätsstiftende Maßnahme“ hält. Ob eine solche Quote allerdings nötig ist, scheint fraglich: Schon jetzt haben Anbieter wie Netflix bereits 20 Prozent europäische Filme im Angebot, iTunes gar 21 Prozent, wie eine Studie des European Audiovisual Observatory ergab - und das ganz ohne Druck aus Brüssel.

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