Z for Zachariah

Das Ende der Welt, ernsthaft gedacht

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Prominentes Personal, einnehmende Bilder, dazu eine kluge Sci-Fi-Story - „Z for Zacchariah“ ist ein Film, der eigentlich ins Kino gehört hätte.

Wie macht man begreifbar, was sich niemand vorstellen kann? Mit prominentem Personal und einer intelligenten Sci-Fi-Story erzählt Craig Zobels „Z for Zachariah“ vom Ende der Menschheit.

Wie sähe das aus, wenn es mit den Menschen wirklich mal zu Ende ginge? Wenn sich Hollywood an postapokylaptischen Szenarien versucht, bedeutet das in der Regel mindestens Anarchie, Degeneration, Mord und Totschlag. Große Spektakel, die sich jedoch allzu oft in Fantastereien verlieren. Ganz anders macht es Craig Zobel: In seinem Film „Z for Zachariah“ (2015), der es trotz renommierter Darsteller nicht in die Kinos schaffte, zeichnet der Regisseur ein erschreckend ernsthaftes Bild vom Ende.

Amerika, irgendwann in naher Zukunft: Ob es nach dem großen Nuklearkrieg noch ein paar Tausend oder ein paar Dutzend Menschen auf der Erde gibt - dafür interessiert sich Zobel („Compliance“) nicht. Stattdessen wählt er die Perspektive der jungen Ann (Margot Robbie, „The Wolf of Wall Street“). Sie lebt mit ihrem Hund allein auf einem kleinen Flecken Land, der vom Fallout verschont blieb und zumindest noch halbwegs bewohnbar ist. Den zurückliegenden Winter hätte sie dennoch fast nicht überlebt. Die letzten Radiosender haben den Betrieb inzwischen eingestellt.

Dass es außer ihr noch andere Überlebende gibt, glaubt Ann irgendwann nicht mehr. Bis irgendwann Dr. John Loomis (Chiwetel Ejiofor, „12 Years a Slave“) auftaucht. Bald folgt auch der zwielichtige Caleb (Chris Pine, „Star Trek: Into Darkness“). Große Pläne schmiedet das Trio nicht. Ein Holzrad zusammennageln, um damit am radioaktiv verseuchten Wasserfall Energie für einen kleinen Generator zu gewinnen - mehr Wiederaufbau ist unter den gegebenen Umständen nicht drin.

Was diesen Film so spannend macht, ist die tiefe Verwurzelung seiner Geschichte und seiner Figuren in unserer Realität. Ann, Dr. Loomis und Caleb sind aufgewachsen in einer intakten Welt. Sie wissen, was Kultur ist (Ann hängt sehr an einer kleinen Kapelle, die für das Rad geopfert werden soll), und trotz allem sind sie noch immer Menschen mit ganz normalen menschlichen Bedürfnissen. Die fatale Dreiecksbeziehung, die sich daraus entwickelt, wirkt deshalb auch kein Stück deplatziert. Im Gegenteil lässt sie dieses kluge, stark gespielte und angenehm unaufgeregt inszenierte Sci-Fi-Drama noch glaubwürdiger wirken. Und nebenbei sehr viel gruseliger als jede Horror-Dystopie.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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