Trickfilm-Action-Komödie

„Einmal Mond und zurück“: Weltrettung ist Familienangelegenheit

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Auf dem Flug zum Mond (von links): Mike, Frank und Amy haben sich auf ein großes Abenteuer eingelassen.

Ein zwölfjähriger Junge aus einer Raumfahrer-Familie bricht in „Einmal Mond und zurück“ mit seinen Freunden und seinem Großvater zum Mond auf, um einem skrupellosen Weltraum-Kapitalisten das Handwerk zu legen.

Gute Freunde kann bekanntlich nichts trennen. Auch nicht im Film. Der in Spanien entstandenen Trickfilm-Action-Komödie „Einmal Mond und zurück“ (2015, nun fürs Heimkino erhältlich) sieht man an, dass ihre Macher viele andere Filme gesehen haben - klassische Heldenabenteuer und offensichtlich auch viel gefühligen Familienkitsch. Und so stellt sich hier dem zwölfjährigen Draufgänger Mike Goldwing, seiner Freundin Amy und dem pummeligen Technik-Nerd-Kumpel Marty kaum jemand in den Weg, als sie einen der irrsten Menschheitsträume einfach noch einmal Wirklichkeit werden lassen wollen. Die jugendlichen Racker treten gemeinsam mit ihrem Großvater eine Reise zum Mond an - um ihn vor dem Zugriff eines größenwahnsinnigen US-Industriellen zu retten.

Der Millionär Richard Carlson greift nach den Sternen. Dabei wendet er eine perfide List an: Er wärmt die alte Verschwörungstheorie wieder auf, dass die US-Amerikaner die Landung auf dem Mond im Jahr 1969 in einem Hollywood-Studio nachgestellt haben.

Seinen eigenen ehrgeizigen Zielen kommt die längst stark abgekühlte Weltraumbegeisterung sehr gelegen, möchte doch Carlson selbst die Mondlandung wiederholen, seine eigene Firmen-Flagge in den Boden rammen und sich weitreichende Bergbaurechte auf dem Erdtrabanten sichern.

Für Mike ist das wiederholte Wettrennen zum Mond, das natürlich auch auf das einstige Technikduell zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion anspielt, ein Privatthema - ja Teil der Familienehre. Immerhin wollte auch Mikes Großvater einst ins All aufbrechen.

Was abstrus klingt, findet sich im Film von Regisseur Enrique Gato als temporeiche, knallbunte Actionstory für ein junges Publikum wieder. Das dürfte sich an der etwas hanebüchenen Grundkonstellation kaum stören, bekommt es doch eine mitreißende Sci-Fi-Abenteuergeschichte mit einigen Klamaukeinlagen geboten.

In technischer Hinsicht sieht man dem Film aus der spanischen Trickfabrik keinen Rückstand gegenüber den US-Vorbildern an. Was allerdings komplett fehlt, ist der augenzwinkernde Charme und die subtile Selbstironie, die etwa Pixar-Produktionen auch für Zuschauer jenseits der Kernzielgruppe nicht nur erträglich, sondern oft zu einem Vergnügen macht.

tsch

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