Neues Doku-Drama

Pay-Sender History zeigt: „Aufstand der Barbaren“

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Die „Barbaren“ sind im Anmarsch (von links): Viriathus (Jefferson Hall), Arminius (Tom Hopper), Fritigern (Steven Waddington), Boudicca (Kirsty Mitchell), Attila (Emil Hostina), Spartakus (Ben Batt), Hannibal (Nicholas Pinnock) und Geiserich (Richard Brake).

Bei History erzählt die Doku „Aufstand der Barbaren“ vom Untergang des Römischen Reiches. Der Handlungsbogen orientiert sich an historischen Fakten, die Bilder erzeugen eine Atmosphäre fast wie bei „Game of Thrones“.

Mit der aufwendig produzierten internationalen Koproduktion „Aufstand der Barbaren“ erzählt der Pay-Sender History die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs des Römischen Reiches nach. Im Mittelpunkt der achtteiligen Event-Serie stehen jedoch nicht die hinlänglich bekannten Caesaren und weitere Mächtige Roms. Das Doku-Drama wechselt die Perspektive. Es beschreibt den Kampf um Freiheit gegen das einstige Weltreich aus der Sicht legendärer Heerführer und Rebellen wie Hannibal, Spartakus, Attila oder Alarich, den Anführer der Westgoten. Inhaltlich ist das spannend, lieferten doch bereits der gute alte Lateinunterricht und sowieso die meisten Antik-Dokus und Filme vor allem eine Innenansicht der Römer. Zum Spektakel wird die als „Mega Event-Serie“ angekündigte Reihe aber erst durch die beispiellos aufwendige Produktion. Die Kampf- und Schlachtszenen müssen den Vergleich zum Serienhit „Game of Thrones“ nicht scheuen. Er ist durchaus gewollt.

In seiner immensen Ausdehnung erstreckte sich das Imperium Romanum mehr als 700 Jahre lang von Schottland bis zum Sudan, vom Kaukasus bis Spanien. Diese Größe erreichte Rom nicht friedfertig. Die Macht des Reiches fußte auf der enormen Stärke seiner Armeen. Die Unterdrückung fremder Völker und Stämme dienten als Mittel zum Zweck.

Genau hier setzt die Doku-Drama-Serie „Aufstand der Barbaren“ an. Sie erzählt den Aufstieg und Fall eines der mächtigsten Reiche seit Menschengedenken eben nicht aus der Sicht Roms. Sie wechselt die Seiten. Zu Hannibal (ca. 247 v. Chr. - 183 v. Chr.), zu Attila (ca. 406 - 453). Oder zur britisch-keltischen Heerführerin Boudicca (21 - ca. 61). Sie alle eint, sich gegen eine Unterdrückung Roms zumindest zur Wehr gesetzt oder dem Reich empfindliche Niederlagen beigebracht zu haben.

Dass es in einer Geschichte vor Hunderten von Jahren bestimmt nicht zimperlich zugegangen ist, dient natürlich dem Spannungsbogen der internationalen Koproduktion „Aufstand der Barbaren“, die von History in mehr als 185 Ländern ausgestrahlt wird. History macht auch keinen Hehl daraus, dass es sehr blutig wird. Bereits bei der Vorstellung der insgesamt neun Aufständischen zählt der Sender wie beim Autoquartett den „Bodycount“ - angegeben wurde die Anzahl „getöteter Römer“. Bei Hannibal und Attila waren es jeweils mehr als 100.000, bei Boudicca immerhin noch „mindestens 6.000“.

Schlachtszenen in opulenten Bildern ziehen sich sodenn wie eine blutrote Linie durch die jeweils acht einstündigen Teile, die History von Freitag, 9. September, bis Montag, 12. September (täglich jeweils ab 22 Uhr), in Doppelfolgen ausstrahlt. Verweise auf „Game of Thrones“ nimmt die Produktion dabei in Kauf. Und das nicht nur bei der namhaften Besetzung. Einige Schauspieler, die man aus Westeros kennt, sind zu sehen. Darunter sind unter anderem Ian Beattie (bei „GoT“: Meryn Trant, Ritter der Königsgarde), Kerry Ingram („GoT“: Sharin Baratheon, Tochter von Stannis Baratheon) und Richard Brake. Der Waliser war als Nachtkönig in der fünften und sechsten Staffel bei „Game of Thrones“ mit von der Partie. Als Barbar verkörpert er nun den Geiserich (ca. 389 - 477), dem es einst sogar gelang, Rom zu plündern. Brake sagt: „Bei der Produktion gab es im Vergleich zum Serien-Meilenstein keinen Unterschied.“ Gerade die Kampfszenen seien sogar noch aufwendiger und für ihn herausfordernder gewesen.

Gedreht wurde vor allem in Bulgarien. „Aus finanziellen Gründen“, wie Executive Producer Adam Bullmore der ausführenden britischen October Films bestätigt. Die Mittel flossen vor allem in Details und Ausstattung. Allein drei Barbaren-Dörfer wurden nachgebaut. „In Bulgarien bekommen wir mehr auf den Bildschirm als für die gleichen Kosten in den USA“, erklärt Bullmore.

Dass es in der Erzählweise Parallelen zu den „Game of Thrones“ gibt, verneint auch der Produzent erst gar nicht. Schließlich bleibe eine Schlacht eben eine Schlacht - ob nun in einem Fantasyreich oder in der Historie. Abstriche bei den geschichtlichen Fakten zugunsten eines spannenderen Handlungsbogens wurden aber nicht gemacht, versichern die Verantwortlichen. Dass der „Aufstand der Barbaren“ immer auch eine Doku bleibt, dafür sorgen Einschätzungen namhafter Wissenschaftler und Historiker. Unter anderem kommen in den Filmen Wesley Clark, General a.D. der US-Army, Tulsi Gabbard, Mitglied des US-Kongresses, Dr. Darius Arya, American Institute for Roman Culture, oder Dr. Steve Kershaw von University of Oxford zu Wort.

So bewegen sich die „Barbaren“ von History in einem angemessenen Handlungsbogen zwischen spannendem Drama und historisch korrektem Hintergrund. Schauspieler Emil Hostina, der den Attila verkörpert, zieht nach Ende der mehr als einjährigen Dreharbeiten ein gelungenes Resümee. Der Rumäne sagt: „Ein Professor aus Oxford würde nach Ansicht der Serie wohl nicht sagen, das habe ich so noch nicht gewusst. Aber er wird wegen vermeintlicher Fehler auch nicht die Hände über den Köpfen zusammenschlagen.“ Und fraglos wäre er nach Ansicht der ersten Folge auch ein bisschen sprachlos. „Aufstand der Barbaren“ ist so etwas wie die spektakulärste Geschichtsstunde aller Zeiten.

tsch

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