nordbuzz am Set in Oberneuland

Drehstart für Bremer Tatorte: „Nachtsicht“ und „Frau in Rot“

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Neben den beiden Hauptdarstellern Sabine Postel und Oliver Mommsen sind diesmal Rainer Bock und Angela Roy mit dabei.

„Klappe, die nächste“, heißt es für den Bremer Tatort – und das doppelt. Denn mit „Nachtsicht“ und „Frau in Rot“ drehen Kommissarin Inga Lürsen und ihr Partner Stedefreund gleich zwei Krimis hintereinander. nordbuzz war beim ersten Drehtag dabei und hat mit den Schauspielern über ihre Ermittlungen und ihre Beziehung zu Bremen gesprochen.  

Die Kommissare Lürsen und Stedefreund durchsuchen das Haus des Verdächtigen. 

„Und wir gehen auf Anfang. Absolute ruhe bitte, wir drehen“, schallt es durch das Haus im Bremer Stadtteil Oberneuland. Im Wohnzimmer ein altes Klavier, dicke orange Baumwoll-Vorhänge reihen sich an viel altem Holz, darunter ein angestaubter Teppich. Es ist der Sohn der Friedlands, den Kommissarin Inga Lürsen und Kollege Stedefreund im Auge haben. Zusammen durchsuchen sie das Elternhaus in Bremen.

„Baxmeyer is back“

„Menschen sind überfahren worden. Fahrerflucht!“, wirft Lürsen der Mutter vor, die sich mit ihren Pantoffeln und einem langen, lilafarbenen Baumwollkleid perfekt in das 60er Jahre-Ambiente der Stube einfügt. Stedefreund begleitet den Vater, Jost Friedland, derweil in den Keller. Findet er dort eine Spur zum Verdächtigen? „Cut!“, ruft Regisseur Florian Baxmeyer aus dem Off. Der Vater, gespielt von Rainer Bock, schlurft die Treppe wieder hoch und setzt sich schnaufend auf ein Bett: „Puh. Das reicht jetzt auch erstmal mit Treppensteigen.“ Nach 13 Wiederholungen ist die Szene nun endlich im Kasten. Fürs Team geht es jetzt in die Mittagspause. 

Zusammen ermitteln sie für den Bremer Tatort: Sabine Postel und Oliver Mommsen.

Es ist der erste von 44 Drehtagen für die Bremer Tatort-Kommissare. Mitten in Oberneuland, in einem gewöhnlichen Wohnhaus, starten Mommsen und Postel in den diesjährigen Doppeldreh. Warum gerade dieses Haus? Die Vorschläge für die Drehorte mache die Ausstattung, erklärt Tatort-Redakteurin Anette Strelow: „Hier passte einfach alles. Inhaltlich und virtuell. Die Atmosphäre hat den Regisseur überzeugt.“ Probleme mit Schaulustigen gibt es keine. Viele Nachbarn würden einfach von ihrem Garten aus zusehen und die kostenfreie Unterhaltung genießen. Die Haus-Besitzer sind übrigens nicht vor Ort. 

Mit „Nachtsicht“ und „Frau in Rot“ sorgt das Tatort-Team für zwei neue Fälle, die im März und Spätsommer 2017 gesendet werden sollen. Während im ersten Krimi ein perverser Serientäter gejagt wird, der Menschen nachts überfährt, stehen die Kommissare im zweiten vor dem Rätsel eines Parkhaus-Mordes. 

„In Bremen habe ich eine Extrawurst bekommen“

Sabine Postel kommt frisch von einem Hamburger Dreh für „Die Kanzlei“ während Oliver Mommsen mit samt halben Hausstand per Auto anreiste: „Bremen ist für mich wie eine zweite Heimat. Schon auf der Autobahn bin ich mit einem großen Grinsen im Gesicht am bekannten Blitzer vorbeigefahren.“ Sogar eine „Extrawurst“ beim Fleischer habe er schon bekommen, erzählt der Schauspieler lachend seiner Kollegin. Für Postel ist der Doppeldreh das letzte Engagement in diesem Jahr: „Nach den beiden Tatort-Drehs reicht es erstmal.“

Vor allem bei „Nachtsicht“ haben es die Kommissare mit einem speziellen Fall zu tun. „Das Buch ist sehr düster und ziemlich brutal“, erzählt Mommsen. Dieses mal sei es eine Story, die die Zuschauer ganz besonders schockieren werde. Um vollständig in die Rolle des Ermittlers zu schlüpfen, pflegt der Schauspieler ein Ritual: Jeden Morgen überreiche Kollegin Janina Lauer aus der Requisite ihm seine Dienstmarke und Waffe. Sein persönlicher Start in den Ermittler-Alltag, der mit der Abgabe am Abend endet. Zum Dreh-Finale gibt es dann eine weitere Tradition: Das komplette Team feiert zusammen den Drehschluss. „Dann haben wir auch erstmal wieder genug voneinander“, lacht Postel. 

Der Arbeitsplatz von Regisseur Florian Baxmeyer. 

Dass Florian Baxmeyer dieses Mal Regie führt, sorgt bei den Komissaren für helle Begeisterung: „He‘s back!“, verkündet Mommsen, „für mich auf jeden Fall ein persönliches Highlight“. Daneben dürfen sich die Zuschauer laut Anette Strelow auf eine technische Überraschung freuen. Mehr wird aber nicht verraten.    

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