Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung

Dina blickt durch

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Der erste Teil des liebevoll umgesetzten, dänischen Fantasy-Jugend-Franchisefilms „Die Hüterin der Wahrheit“ kann sich durchaus sehen lassen.

Der erste Teil des dänischen Fantasy-Jugend-Franchisefilms „Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung“ von Kenneth Kainz überzeugt visuell und schauspielerisch.

Fast jeder Mensch kennt aus seiner Kindheit noch das Gefühl, dass die Mutter einem direkt ins Herz und ins Gewissen schauen kann. Hatte man etwas ausgefressen, mied man Mutters durchdringenden Blick wie der Teufel das Weihwasser. Die Prämisse des Jugend-Fantasy-Franchisefilms „Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung“ (2015) von Kenneth Kainz ist ähnlich gestrickt: Dem von der dänischen Erfolgsautorin Lene Kaaberbøl erdachten Mädchen Dina möchte auch niemand in die Augen schauen, denn sie hat die Gabe, anderen Menschen in die Seele zu blicken. Leider ging der Film im Kino fast komplett unter. Nun bekommt er seine zweite Chance auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Diese Gabe des „Beschämens“ hat Dina, die glaubwürdig von Filmdebütantin Rebecca Emilie Sattrup verkörpert wird, von ihrer Mutter Melussina (Maria Bonnevie) geerbt. Im visuell überzeugend in Szene gesetzten finsteren Mittelalter müssen Mutter und Tochter, die als Hexen verschrien sind, außerhalb des Dorfes leben. Doch eines Tages schickt der Gerichtsmeister nach Dinas Mutter: Die Königsfamilie des Reiches Dunark wurde heimtückisch ermordet, und der rechtmäßige Thronfolger Prinz Nicodemus (Jakob Oftebro) steht unter dringendem Tatverdacht.

Der recht liebenswerte, aber charakterschwache Kronprinz bestreitet dies, und Dinas Mutter soll nun als „Beschämerin“ die Wahrheit herausfinden. Doch obwohl Melussina etliche wenig ehrenvolle Geheimnisse aus Nicodemus hervorzulocken versteht, erkennt sie doch auch, dass er die Königsfamilie nicht ermordet hat. Dies passt dem machtlüsternen, unehelichen Sohn des Königs, dem zwielichtigen Drakhan (Peter Plaugborg), so gar nicht in den Kram, da er nach dem verhassten Halbbruder der nächste Anwärter auf den Thron wäre. Aus diesem Grund holt er eine zweite „Beschämerin“, Melussinas Tochter Dina, auf die Burg. Dort wird sie schon bald in seine finsteren Machenschaften verstrickt.

Drehbuchautor Anders Thomas Jensen („Love Is All You Need“, „Men & Chicken“) hat aus der ideenreichen Vorlage ein spannendes, kindgerechtes Fantasy-Spektakel gestrickt, das den Vergleich mit den Harry-Potter-Verfilmungen nicht zu scheuen braucht. Nur eines stört an dem liebevoll umgesetzten Film: Er schielt allzu offensichtlich auf eine Fortsetzung und lässt den Zuschauer deshalb mit einem recht unbefriedigenden Gefühl zurück. Ob und wann ein zweiter Teil erscheint, ist bisher jedoch unklar.

tsch

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