Inspektor Jury - Der Tote im Pub - Mi. 20.04 - ZDF: 20.15 Uhr

Deutsche, very british

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Der Österreicher Fritz Karl spielt die sehr britische Figur des Inspektor Jury in der deutschen Verfilmung des Buches einer amerikanischen Krimi-Autorin.

Deutsche spielen Engländer in humorigen Wohlfühl-Krimis nach Romanen von Martha Grimes. Was sich gute Schauspieler wie Fritz Karl, Götz Schubert oder Katharina Thalbach wohl dabei dachten, bei diesem missratenen Agatha-Christie-Gedächtnisprodukt mitzumachen?

Der altbackene TV-Krimi "Inspektor Jury - Der Tote im Pub" (Mittwoch, 20.04., 20.15 Uhr, ZDF) führt einen Kriminaler (Fritz Karl) ein, der von London ins südenglische Dorset geschickt wird. In Long Piddleton finden Männer den Tod, die dem malerischen Kaff einen Besuch abstatten wollten. Was verbindet jene Mordfälle, für die es keinerlei Motiv zu geben scheint? Mit seinem hypochondrischen Assistenten Wiggins (Arndt Schwering-Sohnrey) lernt der Inspektor vor Ort bald eine weitere, private Spürnase kennen - den schwerreichen Adeligen Melrose Plant (Götz Schubert). Der museal wirkende ZDF-Film mit reichlich bemühtem Humor lief erstmals im Januar 2014. Nun wiederholt das Zweite die Verfilmung eines Krimischmökers von Martha Grimes als Alternativangebot zur DFB-Pokalübertragung im Ersten.

Als Wohlfühl-Krimi mit Humor vor schöner Kulisse, sozusagen als Rosamunde Pilcher trifft auf Mord-Grusel, war dieser Inspektor vom ZDF erdacht worden - und durchaus fähiges Personal folgte der Einladung zu Dreharbeiten in Südengland. Neben Fritz Karl und Götz Schubert spielt Katharina Thalbach eine weitere feste Rolle in diesem Ermittlerteam zum Vergessen. "Der Tote im Pub" stellt die Verfilmung des ersten Jury-Romans "Inspektor Jury schläft außer Haus" aus dem Jahre 1981 dar. Mit "Mord im Nebel" folgte im Oktober 2015 ein weiterer 90-Minüter. Insgesamt schrieb die Amerikanerin Martha Grimes, mittlerweile 84 Jahre alt, bislang 23 Jury-Romane. Stoff für weitere filmische Fingerübungen in Sachen deutsch erdachtes Retro-Britentum wäre also vorhanden. Dennoch bleibt zu hoffen, dass das ZDF von weiteren Flimmerkisten-Adaptionen absieht.

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