Neu bei „Die Höhle der Löwen“ 

Maschmeyer im Interview: „Das ist Dein Ding!“

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TV-Debüt ohne Veronica: Unternehmer Carsten Maschmeyer gibt vor laufenden Kameras den Investor in „Die Höhle der Löwen“. Am Dienstag, 23. August, 20.15 Uhr, startet die dritte Staffel der Geschäftsideen-Show auf VOX.

In Staffel drei der preisgekrönten TV-Show „Die Höhle der Löwen“ werden wieder Geschäftsideen präsentiert und verkauft. Der mythische Super-Promi Carsten Maschmeyer sitzt neu auf dem Investoren-Stuhl.

Viele kennen seinen Namen, spätestens seitdem er mit Schauspielerin Veronica Ferres ein sogenanntes Power Couple bildet. Doch wer ist eigentlich dieser Carsten Maschmeyer? Der 57-jährige Norddeutsche stammt aus einfachen Verhältnissen und machte ein Vermögen mit dem Finanzdienstleister AWD. Dieser folgte der Idee, Kreditsuchende unabhängig vom klassischen Bankensystem zu beraten. Die Firma ist längst verkauft, Maschmeyers Vermögen soll sich im Milliardenbereich bewegen. Für seine Teilnahme als neuer „Löwe“ in der mit dem Deutschen Fernsehpreis prämierten Geschäftsideen-Show „Die Höhle der Löwen“ (ab Dienstag, 23. August, 20.15 Uhr, VOX) gründete der Startup-Experte und Multi-Unternehmer extra eine neue Investment-Firma. Im Interview spricht der Bestsellerautor („Selfmade: erfolg reich leben“) und TV-Neuling, worauf es in seiner Welt tatsächlich ankommt.

nordbuzz: Ist es eher Handwerk oder Instinkt, eine gute Geschäftsidee zu erkennen?

Carsten Maschmeyer: Für mich gibt es keine guten Unternehmen, sondern nur gute Unternehmer. Gute Unternehmer haben Ideen, finden Lösungen, passende Mitarbeiter, und sie kommen auch mit Geschäftspartnern gut zurecht. In der Immobilienbranche sagt man: „Lage, Lage, Lage!“ Ich sage: „Team, Team, Team!“ - Denn der menschliche Faktor ist der Schlüssel zu allem.

nordbuzz: Haben Sie mitgezählt, wie viele Menschen ihre Geschäftsideen vor Ihnen präsentiert haben?

Maschmeyer: Das müssen bisher bereits um die 1.000 gewesen sein. Eine Menge Erfahrung habe ich auf diese Weise gesammelt und auch viel gelernt. Ich weiß mittlerweile, wie man Produkte und Branchen analysieren und einschätzen kann, aber auch das Bauchgefühl bleibt wichtig.

nordbuzz: Bei welchen Aspekten der Ideen-Bewertung kommt Ihr Bauchgefühl zu tragen?

Maschmeyer: Vor allem bei der Beurteilung der Menschen. So gibt mir mein Bauchgefühl beispielsweise einen Hinweis, ob ein Gründer die Firma führen kann. Das Chancenpotenzial einer Idee kann man sich durch gesunden Menschenverstand schon ganz gut vorstellen. Da stelle ich mir Fragen wie: Ist das wirklich etwas Neues? Macht es unser Leben angenehmer, besser, schneller? Etwas schwieriger ist es hingegen einzuschätzen, ob ein Gründer später mal 100 oder 200 Mitarbeiter führen kann. Ob er gut mit Medien kommunizieren und mit Banken verhandeln kann. Auch, wie sich diese Unternehmer in Kooperation mit Produzenten im Ausland schlagen würden. All diese Dinge sind sehr, sehr wichtig.

nordbuzz: Wenn die Persönlichkeit so entscheidend ist, läuft man dann nicht Gefahr, Menschenfängern auf dem Leim zu gehen? Leuten, die einnehmend sind, aber vor allem heiße Luft produzieren?

Maschmeyer: Damit genau dies vermieden wird, gibt es in meinem Unternehmen eine bewährte Arbeitsteilung. Ich beurteile vor allem die Gründer und kümmere mich um das Ressort Mensch. Mein Team klopft finanzielle, technische und juristische Dinge ab und führt dazu bei jeder Idee, die uns präsentiert wird, eine Risikoprüfung dieser und weiterer Faktoren durch. In der Sendung fällt dieser Aspekt erst mal weg, weil wir die Ideen ja frisch auf den Tisch bekommen. Trotzdem wird natürlich alles nachgeholt, bevor es wirklich mit einem Investment losgeht. Wenn dabei erkennbar wird, dass der Gründer uns einen Bären aufbindet, indem er behauptet, dass er zum Beispiel Patente besitzt, die er in Wirklichkeit nicht hat - oder wenn er falsche Zahlen zugrunde legt, dann kommt das Investment nicht zustande.

nordbuzz: Sie meinen, es platzen auch mal Deals, die im Fernsehen geschlossen wurden?

Maschmeyer: Das kann schon mal passieren, die Gründer wissen das auch. Wer während der Präsentation Dinge verspricht, die nicht der Wahrheit entsprechen, muss damit rechnen, dass wir vom Deal zurücktreten - das ist doch völlig logisch!

nordbuzz: Im Fernsehen tun Sie nun also das Gleiche, was sie auch sonst als Broterwerb machen: Sie prüfen Geschäftsideen und investieren in jene, die Sie für erfolgversprechend halten. Was ist der Unterschied, wenn man den Job mit oder ohne Kamera macht?

Maschmeyer: Inhaltlich ist der Unterschied nicht so groß - ich mache meine Arbeit. Ich habe die Kameras schon nach ein, zwei Tagen nicht mehr bewusst beachtet. Regieanweisungen wie zum Beispiel „Fuß mehr nach rechts“ oder „Fuß mehr nach links“ wären nicht mein Ding. Die Fähigkeit, sich völlig in die Rolle eines anderen Menschen hineinzuversetzen, bewundere ich an meiner Frau. Ich könnte das nicht, was hier glücklicherweise auch nicht nötig ist, denn es ist ein Reality-Format.

nordbuzz: Wo ist der inhaltliche Unterschied zwischen Show und Realität?

Maschmeyer: Im wahren Leben gehe ich normalerweise gut vorbereitet in einen Bewerber-Pitch. In der Sendung ist das, was uns an Geschäftsideen präsentiert wird, hingegen die absolute Wundertüte. Erst einige Minuten vor der Präsentation können wir an dem, was vor uns aufgebaut wird, erahnen, ob es sich um Nahrung, Gartengeräte, eine App oder irgendetwas anderes handelt. Und noch etwas ist anders: In der Realität gehe ich mit einem eingespielten Team in diese Investitions-Gespräche, da gibt es dann eine Aufgabenteilung: Einer stellt die Fragen zum Thema Finanzen, ein anderer zur Konkurrenz und so weiter. In der Sendung fragen dagegen fünf mögliche Investoren unabgestimmt nach ihrem jeweiligen eigenen Muster. Und wenn mehrere an der gleichen Firma interessiert sind, entsteht sogar eine Konkurrenzsituation, denn dann pitchen wir Investoren ja plötzlich vor den Gründern. Aber das macht es ja zusätzlich spannend.

nordbuzz: Worin liegt Ihre persönliche Motivation, bei dieser Show mitzumachen?

Maschmeyer: Viele reden nur, man müsse Gründertum unterstützen. Ich wollte es aktiv tun und glaube, dass es der Startup-Szene hilft, wenn sich erfahrene Unternehmer einbringen. Ich investiere ja schon seit einigen Jahren in verschiedene Startups unterschiedlicher Branchen. Oft erfolgreich, wenn natürlich auch nicht immer alles klappt. Deshalb sollten viele Menschen die Sendung gucken, auch diejenigen, die kein Unternehmen gründen wollen. Man lernt trotzdem viele Dinge: Wie bewerbe ich mich? Wie führe ich ein Gehaltsgespräch oder präsentiere vor einer Gruppe? Es ist ein sehr lehrreiches Format für alle, die kommunizieren wollen oder müssen.

nordbuzz: Warum?

Maschmeyer: Weil man sofort sehr anschaulich sieht, wer etwas gut macht und aus welchen Fehlern man lernen kann. Somit ist es fast wie eine Fortbildungsveranstaltung.

nordbuzz: Welche Fehler sind am häufigsten?

Maschmeyer: Wenn Gründer zu ihren Zahlen verwirrende, wenig schlüssige Antworten geben, ist das natürlich schlecht. Wir fragen in diesem Fall, ob die Gründer vergessen haben, denjenigen mitzubringen, der im Unternehmen für die Finanzen verantwortlich ist. Zu jemandem, der eine gute, chancenreiche Idee, aber die Zahlen nicht im Griff hat, wächst kein Zutrauen. Dann gibt es auch manchmal den Fall, dass die Gründer offen zugeben müssen, dass sie noch keinen einzigen Kunden haben, aber behaupten frech, ihr Laden sei schon fünf Millionen Euro wert. Wer das tut, pokert sehr hoch - vielleicht auch, weil er glaubt, runtergehandelt zu werden, und schlägt gleich am Anfang etwas drauf. So etwas kommt aber nicht gut an. Doch es geschieht in der Sendung auch eher selten.

nordbuzz: Und im echten Leben?

Maschmeyer: Da sehe ich häufig Menschen mit wenig Begabung zur Selbstreflexion. Es ist völlig okay, wenn man nicht alles selbst kann, was ein gutes Unternehmen braucht. Nur: Was man selbst nicht kann, muss man durch weitere, erfahrene Leute dazu holen. Wer dies nicht erkennt, läuft Gefahr, trotz aller guten Voraussetzungen, leider baden zu gehen. Weitere typischer Fehler sind, dass die Wichtigkeit guter Mitarbeiter unterschätzt und der eigene Innovationsvorsprung überschätzt wird.

nordbuzz: Können Sie dies ein bisschen ausführen?

Maschmeyer: Nun, ich sehe, dass viele Gründer die Sorge haben, gute Mitarbeiter könnten sie zu teuer kommen. Dann sage ich immer: „Versuchen Sie es doch mal mit schlechten!“ Erst im Umkehrschluss versteht man, wie absurd diese Idee ist. Denn ohne gute Mitarbeiter kann man rein gar nichts erreichen. Eine andere Herausforderung ist, sich einen Innovationsvorsprung zu bewahren - was in der heutigen Zeit brutal schwer ist. Die globalisierte Wirtschaft lockt immer Konkurrenten an, die dich von links, rechts oder hinten überholen wollen - und das alles geschieht extrem schnell. Gründer sollten sich das bewusst machen.

nordbuzz: Wie wichtig ist es Carsten Maschmeyer, was die Öffentlichkeit von ihm denkt?

Maschmeyer: Das Wichtigste ist, wie einen die Menschen, mit denen man zusammen arbeitet und die einen gut kennen, sehen. Da ich erst seit fünf Jahren in Startups investiere, kennt mich die Öffentlichkeit noch nicht so sehr als Investor. Für das Image ist nicht die Teilnahme an sich, sondern was man dort bewegt, entscheidend. Ich will den Gründern nicht nur mit Kapital, sondern auch mit meiner unternehmerischen Erfahrung helfen. Ob ich das erfolgreiche tue, wird sich daran zeigen, ob die Gründer in ein paar Jahren sagen werden: „Durch die Hilfe von Maschmeyer sind wir schneller gewachsen und erfolgreicher geworden.“

nordbuzz: Was sagte Ihre Frau Veronica Ferres dazu, als die Idee aufkam, in „Die Höhle der Löwen“ mitzumischen?

Maschmeyer: Meine Liebe zur Gründerwelt kannte sie ja. Auch der Sender VOX und die Produktionsgesellschaft Sony wussten von dieser Leidenschaft. Als meine Frau von der Idee hörte, sagte sie: „Das gucken wir uns jetzt erst mal an!“ Wir schauten daraufhin sowohl eine amerikanische als auch noch mal eine deutsche Staffel - danach sagte Sie: „Das ist Dein Ding!“

nordbuzz: Und die Tipps Ihrer Frau wollen Sie uns nicht verraten?

Maschmeyer: Nein - ab 23. August können Sie beim Fernsehen darüber spekulieren (lacht).

tsch

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