„Herzblatt“-Revival mit Susi 

Comeback der schönsten TV-Stimme Deutschlands

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„The Voice“ ist wieder da: Bevor die einsamen Herzen die Entscheidung fällen müssen, wen der drei Kandidaten sie näher kennenlernen wollen, gibt Susi Müller ihnen in ihrer einzigartigen Zusammenfassung eine wertvolle Entscheidungshilfe ...

„Herzblatt“ hat eine ganze Generation an Fernsehzuschauern gezeigt, wie Flirten eigentlich nicht geht. Und trotzdem hat die Show fast 20 Jahre lang Spaß gemacht. SAT.1 Gold sorgt jetzt für ein Revival.

Fast 20 Jahre wurde in der Kultshow „Herzblatt“ so heftig geflirtet, dass man manchmal sogar als Zuschauer daheim ganz rot wurde. Und doch wurde dabei, wie der aufgeklärte Zuschauer längst weiß, nur gelogen, dass sich die Balken bogen. Alles eine einzige Inszenierung mit gecasteten Protagonisten und aufgesagten Statements. Aber Spaß gemacht hat die unter anderem von Rudi Carrell oder Rainhard Fendrich moderierte Kuppelsendung natürlich trotzdem. Auch weil es da diese sinnliche Stimme aus dem Off gab: Susis ins Mikro gehauchte Kurzzusammenfassungen der Lage klangen meistens deutlich verbindlicher als die auswendig gelernten Selbstauskünfte der Kandidaten. Wenn SAT.1 Gold sich ab Mittwoch, 19. Oktober, 20.15 Uhr, unter dem Titel „Herz sucht Liebe“ an einer Neuauflage der zwischen 1987 und 2006 ausgestrahlten Flirtshow versucht, ist Susi Müller als charmante Sprecherin wieder mit von der Partie, um Aufforderungen der Marke: „So Jürgen, jetzt musst du dich entscheiden ...“ zu säuseln.

Es ist davon auszugehen, dass der Sender mit einem solchen Anachronismus nicht die Jugend hinter dem Ofen hervorlocken wird. Aber vielen Nostalgikern der Ü-50-Generation zaubert der Titel „Herzblatt“ fraglos noch heute ein Lächeln ins Gesicht. Die gestelzte, aber immerhin auch erstaunlich frivole Flirtshow galt lange als Quotenbringer. 926 Paare wurden mit dem legendären „Herzblatt“-Hubschrauber in ein romantisches Wochenende geschickt, 463 Episoden wurden produziert, und eine Frau war immer mit dabei: Susi Müller, Jahrgang 1963, die mit ihrer unverwechselbaren Stimme aus dem Hintergrund den flirtwilligen Bewerbern ihre Entscheidung erleichtern sollte.

Als Moderator steigt nun beim Revival der ewig junge Thomas Ohrner in den Ring, um der stetig steigenden Zahl der Flirtportale mit einer durch und durch analogen Showidee die Stirn zu bieten. „Das Format ist so stark, dass man es nicht groß ändern muss“, lässt der 51-jährige Ohrner schon mal mit Blick auf die Ü-50-Zielgruppe des Senders durchblicken. Er freut sich auf „eine lockere Flirtshow, auch wenn heute sicher anders geflirtet wird als zu Zeiten von Rudi Carrell“.

Es bleibt also dabei, dass der Partnersuchende und die jeweils drei Kandidatinnen oder Kandidaten erst mal durch eine Wand voneinander getrennt agieren. Wie der oder die Auserwählte aussieht, dieses Geheimnis wird erst nach dem Flirtgeplänkel und der anschließenden Zusammenfassung von Susi gelüftet. Dan öffnet sich die Wand, und das frisch zusammengewürfelte Paar blickt sich zum ersten Mal in die Augen. Anschließend sollen beim romantischen Dinner Gefühle aufkommen. Ob's gefunkt hat, erfahren die Zuschauer wie gehabt bei der getrennten Befragung der beiden Kandidaten.

Neu sei, so Ohrner, dass für „Herz sucht Liebe“ bestimmte Personengruppen zusammengestellt werden - Sportfans, Globetrotter oder Gourmets beispielsweise. Ein Konzept, das natürlich mit der Originalität der Kandidaten steht und fällt. „Sie müssen stark sein, sollten auch ihre eigenen Geschichten und auch Macken haben und dürfen natürlich auch nicht auf den Mund gefallen sein“, erklärt Thomas Ohrner. Und dann? „Entweder sie verlieben sich, es wird nichts draus oder sie werden Freunde. Das ist ja das Schöne: 'Herz sucht Liebe' macht den ersten Schritt, danach ist alles Weitere offen. Früher hat man das etwas verbissener gesehen, heute geht man mit dem Kennenlernen und der Flirterei viel entspannter um.“

Wie das heute im wahren Leben so läuft mit der Liebe und all den Emotionswallungen, die man gemeinhin damit verbindet, lotet im Anschluss an „Herz sucht Liebe“ ein weiteres neues SAT.1 Gold-Format aus: Keine Geringere als Susi Müller selbst führt durch die Reportagereihe „Große Gefühle“ (ab 19.10., mittwochs, 21.15 Uhr), bei der sich laut Sender „alles um die wahre Liebe“ drehen soll ... Versteht sich, dass sich „The Voice“ auch sehen lassen kann.

tsch

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