Neu auf DVD

Kriegs-Drama „A War“: Close-up in Afghanistan

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Daheim in Dänemark nimmt Kommandant Claus Pedersen (Pilou Asbæk) seine Kinder in die Arme. Doch es steht ihm ein schwieriger Prozess wegen eines möglichen Kriegsverbrechens bevor.

Dänische Soldaten geraten in Afghanistan in einen Hinterhalt, der Kommandant feuert zurück - und wird daheim für die Tötung von Zivilisten wegen Kriegsverbrechen angeklagt: Das denkwürdige Kriegsdrama „A War“ erscheint im Heimkino.

Mit dem Titel „A War“ (2015) oder auch „Krigen“ („Krieg“) im dänischen Original wird noch einmal die bis zuletzt heftig geführte Debatte aufgewärmt: Soll der Nato-Einsatz in Afghanistan nach dem Al-Kaida-Angriff auf das World Trade Center 2001 nun „Krieg“ genannt werden oder doch nur „militärische Hilfe“? Der dänische Regisseur und Drehbuchautor Tobias Lindholm führt mit seinem dritten, oscarnominierten Spielfilm noch einmal mitten hinein in diesen Krieg, der die Demokratie nach Afghanistan bringen sollte und doch nur in Schmerz und Niederlagen endete. Im Kino interessierte sich bedauerlicherweise kaum jemand für das Drama, nun folgt die Auswertung auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Lindholm zeigt den Krieg und seine Auswirkungen aus nächster Nähe. Es mag nicht neu sein, wenn er die Konfrontation eines Trupps von dänischen Soldaten und ihres Hauptmanns in staubiger, wüstenhafter Umgebung vor Augen führt: jede Patrouille möglicherweise ein Selbstmordkommando, jeder Turbanträger vielleicht ein Attentäter. Es dauert denn auch nicht lang, bis es fürchterlich kracht und eine Mine einen der Männer aus ihrer Mitte reißt. Man begreift also, warum die dänischen Nato-Marsmenschen in ihren Schutzuniformen so rüde und gefühlskalt mit den Einheimischen umgehen.

Als die Soldaten dann doch jemandem helfen wollen, bricht eine Katastrophe aus. Die Männer geraten in einen schrecklichen Hinterhalt, im Kreuzfeuer wird ein dänischer Soldat erschossen. Für den Kommandanten der Truppe gilt es, in Sekundenschnelle zu handeln. Er fordert Luftunterstützung an, nachdem er sich für die Sicherheit seiner Soldaten und gegen den afghanischen Feind entschieden hat. Das alles wird im zweiten Teil des Films im Gerichtssaal ausführlich aufgerollt, denn nicht Talibankämpfer, sondern elf Zivilisten, Frauen und Kinder, kamen bei der Aktion ums Leben, und der Hauptmann (Pilou Asbæk in Höchstform) muss sich rechtfertigen.

Nein, es gibt in diesem Film „keine Helden“, wie Regisseur Lindholm betont. Es gibt noch nicht einmal Gewinner, nur Verlierer. „A War“ zeigt das Dilemma des Krieges ganz nah. Die Handkamera suggeriert Authentizität, in harten, ansatzlosen Schnitten wird man immer wieder mitten in die Szenen hineingestoßen. Am Ende, wenn das Ganze doch noch halbwegs gut ausgeht, ist der Zuschauer keinesfalls froh. Der Freispruch wird mit dem Verlust der Menschenwürde erkauft.

tsch

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