Sky: Mit „Ticket“-Angeboten auf Zuschauerfang

Bundesliga live ohne Abo-Zwang

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„Ich möchte Sky für Jedermann etablieren“, sagt CEO Carsten Schmidt über die niederschwelligen Einstiegsangebote über die neuen Sport-„Tickets“.

Wenn Ende August der Fußball wieder zu rollen beginnt, bietet Sky Kurzentschlossenen und bislang Bindungsunwilligen den Einstieg in die gesamte Sportwelt der Pay-Plattform für „Ticket“-Angebote, die ab 9,99 Euro zu haben sind.

Erinnert sich noch jemand an graue Vorzeiten, in denen ein Pay-TV-Abo ein echtes Statussymbol war? Als sich der Vor-Vor-Vorläufer der Angebotsvielfalt, die heute über die Plattform Sky verfügbar ist, auf einen Bezahlkanal namens Premiere mit Bundesliga-Fußball, Oliver Kalkofes „Mattscheibe“ und ein paar Hollywood-Erstausstrahlungen beschränkte? Heute wird zwar jedem einigermaßen attraktiven Inhalt sofort das „Premium“-Etikett umgehängt, doch der Weg zum Bezahl-Fernsehen wird immer einfacher - und die Versuchung möglicherweise immer größer. „Alle Schranken sind gefallen“, preist Carsten Schmidt, CEO von Sky Deutschland, sein neues Sport-„Ticket“-Angebot an, mit dem man sich ohne Abo flexibel und unkompliziert Zugang zu einzelnen Spieltagen verschaffen kann. „Ich möchte nicht elitär sein“, sagt der Pay-Boss. „Ich möchte Sky für jedermann etablieren.“ Die Schaulust erhöhen sollen ab Herbst auch gestochen scharfe Sport-Angebote im derzeit höchstauflösenden UHD-Standard.

Wenn Bayern-Star Thomas Müller nach dem Ball tritt, staubt eine tiefrote Effektwolke auf, die den Stürmer auch auf dem Platz verfolgt. Ähnlich heroisch wie Superhelden werden auch die Nationalkicker Mezut Ösil von Arsenal London, Toni Kroos von Real Madrid und Marco Reus vom Bayern-Rivalen Dortmund in Szene gesetzt. Sie sind - zusammen mit Leistungsträgen aus dem Tennis, der Formel eins, dem Handball oder dem Golf - die Werbegesichter der großen Sky-Sportkampagne, die für die Attraktivität des neu verpackten Angebots unter der nun europaweit in allen Sky-Territorien einheitlichen Marke „Sky Sport“ stehen. Eine entsprechend breit über viele Mediengattungen (TV, Online, Poster, Social Media) eingesetzte Werbekampagne lässt die Pay-Plattform aktuell anrollen - um die Vorfreude der Fans nicht zuletzt für den Start der Bundesliga-Saison ab Freitag, 26. August, zu erhöhen.

„Wir werden zum ersten Mal eine Sport-Markenkampagne fahren“, sagt Carsten Schmidt nicht ohne Stolz. Die starken Bilder - und das neue in Rot-Blau-gehaltene Sky-Sport-Signet sollen für sich sprechen. Bislang kommunzierte man in der Sky-Werbung gerne über Preise und Paket-Angebote. „Ganz großer Sport“ lautet der Werbe-Claim nun, der sich an die alte Kommentatoren-Binse vom „ganz großen Tennis“ anlehnt. Allerdings hat die Plattform, die sich eben erst in einem aufreibenden Rechte-Wettbieten die für sie entscheidenden Lizenzen für die Bundesliga-Saison ab 2018 gesichert hat („Wir sind gut durch einen ganz schwierigen Parcours geritten“, blickt der CEO zurück), gerade für Sport-Interessierte ein attraktives neues Einsteiger-Modell: „Sky Online wird zur neuen Bundesliga-Saison zu Sky-Ticket“, beschreibt Carsten Schmidt ein neues Zusatz-Angebot, hinter dem sich mehr als nur ein neuer Markenname verbirgt. „Es ist mehr als nur ein bisschen Kosmetik“, ebenso wenig wie die neue Gesamt-Verpackung des Sportangebots.

Rechtzeitig zum Start der neuen Bundesliga-Saison, mit der dann ja auch entsprechend die Champions-League- und DFB-Pokal-Wettbewerbe beginnen, kann man bei Sky - auch ohne Abo - mit sofortigem Zugriff und ohne Vertragsbindung ein Supersport-Tagesticket für 9,99 Euro, ein Wochendticket für 14,99 Euro und ein Monatsticket für 29,99 Euro buchen. Diese ermöglichen den Zugang zum gesamten Sportangebot - und empfehlen sich damit nicht nur für Gelegenheitsgucker, die mal eben mit Freunden eine heimische Champions-League-Party feiern wollen, sondern auch für Interessenten eines großen Tennis-, Golf- oder sogar Sky-Beachvolleyball-Turniers.

Ohnehin legt Carsten Schmidt Wert darauf, dass Sky nicht mehr im ersten Atemzug allein mit Bundesliga-Fußball assoziiert wird - weswegen zuletzt, siehe die neue Serie „Babylon Berlin“, ja auch verstärkt ins Fiction-Programm investiert wurde. „Wir wollen Deutschlands führendes Entertainment-Angebot für die gesamte Familie werden“, lautet Schmidts Maxime. „Wir stehen für mehr als Fußball.“ Bei künftigen Sportangeboten - ab 2017 kommt in der Breite die attraktive ATP-Tennisserie dazu - muss nicht zwangsläufig nur der Ball rollen. „Wir sind weiterhin dabei, uns auch für andere Sportarten zu interessieren“, sagt Carsten Schmidt über die Angebote jenseits des Fußballs. Allerdings müssten alle möglichen Sportarten, die für Sky in Frage kommen, eine Art „Stresstest“ absolvieren, bei dem es um die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ geht.

Über die neuen „Tickets“ kann man Sport-Erlebnisse zum Preis einer günstigen Stehplatzkarte im Stadion (so eine solche denn überhaupt für Gelgenheitsfans verfügbar sein sollte) erwerben. Ein bewusst niederschwelliges Angebot, das potenzielle Sky-Fans neugierig machen soll - und am besten längerfristig zu treuen Abonnenten. „Die Registrierung dauert einmal weniger als fünf Minuten, nach zwei weiteren Minuten ist man beim Bewegtbild“, sagt Carsten Schmidt.

Das risikofreie Spontanangebot für bislang Bindungsunwillige bezeichnet er als „Aktion, nicht als Reaktion“. Allerdings kennt man derzeit bewusst unkomplizierte Angebote vor allem aus dem Streaming-Markt, wo Marktneulinge damit für Netflix und Co. trommeln. Das Sky-Sport-Ticket setzt keinerlei komplizierten Techikhürden voraus. Im Sky-Fiction-Bereich gibt es bereits Entertainment-Monatstickets. Das neue Sport-Ticket-Angebot wird als Online-Lösung zugänglich sein - auf bis zu vier Devices. Dazu können Smart-TVs von Samsung und LG ebenso zählen wie Laptops, iPads, das iPhone, ausgewählte Android-Smartphones, aber auch die PlayStation 3 und 4 oder die Xbox One.

„Das ist nicht unser Kerngeschäft“, sagt Carsten Schmidt, der kein Hehl daraus macht, dass er natürlich weiterhin am liebsten Pay-Abos zählen möchte. „Wir gehen da aber mit großer Wucht rein“, sagt er über den Markt für Kurzentschlossene. Wie viele Tickets er pro Saison verkaufen möchte, darüber hält er sich allerdings bedeckt. Die Sorge, dass das Angebot bestehende Abo-Kundenverträge torpedieren könnte, drückt ihn nicht allzu sehr. Die Chancen, für das Pay-Sportangebot neue Zuschauersegmente zu erschließen, überwiegen für den TV-Manager in der Gesamtrechnung.

Vor allem Technikfans, die auch bei Fernsehen stets auf der Höhe der aktuellen Entwicklungen bleiben wollen, setzt er mit dem Start eines Ultra-HD-Fernsehkanals, der „im Herbst“ starten soll. Mit genaueren Ankündigung bleibt Carsten Schmidt noch etwas zugeknöpft. Sicher ist nur, dass für das Satellit- und Kabelangebot rechtzeitig ein entsprechender UHD-Reciever angeboten werden soll. Inhaltlich möchte Schmidt bei dem Sender, der nun - nach einigen einschlägigen Versuchen, die Sky auf diesem Feld bereits unternommen hat - in den Regelbetrieb geht, ganz auf attraktive Sport-Inhalte setzen. Unklar ist noch, wie viel Bundesliga oder Champions-League-Fußball in der derzeit bestauflösenden Bildqualität angeboten wird. „Wir werden eher ins obere und nicht ins untere Regal greifen“, sagt Carsten Schmidt.

tsch

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