Eine Frau an der Front (Neue Serie:) - Do. 07.04 - ARTE: 20.15 Uhr

Britische "G.I. Jane"

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Die junge Molly (Lacey Turner) hat genug von ihrem verpfuschten Leben. Sie beschließt, der Armee beizutreten.

Ein Teenager-Girl aus dem multikulturellen Osten Londons entscheidet sich für eine Karriere beim Militär. Sie wird in der siebenteiligen englischen Serie zu einer "Frau an der Front".

Schön ist ihr noch junges Dasein nicht. Molly Dawes (Lacey Turner, 27) wächst in einem heruntergekommenen multikulturellen Stadtteil im Osten Londons auf, ihr Vater ist ein elender Säufer und ihre überforderte Mutter schon wieder schwanger. Als sie ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag von ihrem albanischen Macho-Freund auch noch betrogen wird, ist für das Teenager-Girl endgültig alles zum Kotzen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als sie sich hochtoupiert und modisch aufgedonnert in einer Gosse übergeben muss, fällt ihr Blick erstmals auf einen Aufruf der Royal Army. Molly beschließt, aus ihrem Elend zu entkommen und versucht sich beim Militär. Für sie beginnt ein neues Leben - nachzuempfinden in der britischen Serie "Eine Frau an der Front", die ARTE nun in Erstausstrahlung zeigt.

Einmal antwortet Molly sehr zackig einem höheren Offizier. "Sir, ja, Sir", brüllt sie. Ihr Gegenüber ist deswegen eher irritiert. Er meint, man sei hier in England und doch nicht bei der US-Army. Dieses höflich britische Understatement nährt die Hoffnung auf einen möglicherweise differenzierten Blick auf ein Dasein beim Militär.

Doch schon während der Grundausbildung Mollys beginnt ein in die Länge gezogenes Rekrutierungsvideo für die Armee. In dieser findet die blutjunge Soldaten-Anwärterin nach einem rebellischen Einstand erstmals Anerkennung, Bestätigung und echte Freunde, die für sie auch schon mal den Spind fein säuberlich aufräumen. Im Vergleich zu den auch von der Army bezahlten US-Produktionen fehlt nur noch der Hochglanz und überbordender Pathos.

Später im Einsatz in Afghanistan muss Molly natürlich gegen alle Widerstände der männlichen Kameraden ihre Frau stehen. Dabei wird sie wenigstens nicht auch noch zu einer "G.I. Jane", rasiert sich einen kahlen Schädel und rettet doch sogleich in einer heldenhaften Aktion dem Kotzbrocken der Truppe das Leben. Dieses hängt nach Taliban-Feindbeschuss an einem seidenen Faden. Und der Zuschauer nur noch an der sehenswerten Präsenz der überzeugenden Schauspielerin Lacey Turner ("EastEnders"). Sie schultert die gesamte Serie fast im Alleingang.

Die Serien-Macher David Drury, Anthony Philipson und Richard Senior hätten ihre Militär-Parade auch nur in Spielfilmlänge drehen können. Inhaltlich wäre das kaum ein Unterschied zu der Serien-Gesamtlänge von sieben Mal 50 Minuten gewesen. ARTE zeigt "Eine Frau an der Front" zunächst in vier aufeinander folgenden Episoden. Am Donnerstag, 14. April, ab 20.15 Uhr, sind die weiteren Folgen zu sehen.

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