Achtteilige Serie

„Das Boot“ sticht wieder in See

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Im Bauch des U-Boots: Dr. Christian Franckenstein von der Bavaria Film (links) und Carsten Schmidt, CEO Sky Deutschland, verkünden Details zur Serie „Das Boot“.

In den Original-Kulissen von „Das Boot“ verkünden Bavaria Film und Sky eine Fortsetzung des Blockbusters.

Wenn Menschen mit Superlativen um sich werfen, muss man natürlich aufpassen: Von einem „Meisterwerk“ ist die Rede, vom „prägendsten Film meines Lebens“, gar von einem „Nationalheiligtum“. Indes: Was hier am Mittwochabend bei einem Pressetermin in solch hohen Tönen gelobt wird, ist tatsächlich einer der legendärsten Filme aus deutscher Produktion: „Das Boot“ von Wolfgang Petersen. Und sie tun gut daran, den Film derart zu preisen, die Verantwortlichen von Sky Deutschland und der Bavaria Film, planen sie doch nicht weniger als eine Fortsetzung des wohl größten deutschen Blockbusters - in Form einer achtteiligen TV-Serie.

Um den Startschuss zu dem ambitionierten Projekt zu geben, luden die Verantwortlichen an einen geschichtsträchtigen Ort: Im Inneren der Originalkulisse aus „Das Boot“, dem Nachbau eines Klasse VII-Schiffes, verkündeten Dr. Christian Franckenstein von der Bavaria Film und Carsten Schmidt, CEO Sky Deutschland, erste Details. Noch befindet sich die Serien-Adaption allerdings in einer Frühphase der Produktion; weder Regisseur noch Schauspieler stehen fest, auch die Handlung ist noch nebulös. Klar ist nur: Die Serie soll dort ansetzen, wo der Film endete: 1941, nachdem die U 96 im Hafen von La Rochelle in ein heftiges Bombardement geriet und Teile der Besatzung starben. Einer der Überlebenden ist Leutnant Werner, 1981 gespielt vom damals 25-jährigen Herbert Grönemeyer. Auch für die Serienfortsetzung will man wieder junge, noch unbekannte Schauspieler verpflichten.

Erneut soll ein großer Teil der Handlung im Inneren des Bootes spielen, verrät Johannes W. Betz, neben Tony Saint einer der beiden Hauptautoren des Projekts, und verspricht eine Mischung aus „Abenteuer, Action und vor allem Drama“. Noch aber müssen die Drehbücher geschrieben werden. Stoff gibt es jedoch reichlich.

Günter Rohrbach, seinerzeit Produzent von „Das Boot“, hält die Geschichte für noch lange nicht auserzählt, sagt Christian Franckenstein. Und mit „Die Festung“ veröffentlichte Lothar-Günther Buchheim 1995 selbst eine Fortsetzung zu seinem Bestseller „Das Boot“. Fast 1.500 Seiten zählte die Erstausgabe. Leitmotiv der neuen Serie, so Franckenstein, solle der „pazifistische Grundgedanke“ sein, die Unterhaltung werde aber dennoch im Vordergrund stehen.

Schon „Das Boot“, seinerzeit mit Produktionskosten von rund 32 Millionen Mark unerhört teuer, war alles andere als dröges Geschichtskino, wie es deutsche Produzenten sonst so lieben. Der Film war der wohl erste deutsche Blockbuster, mit sechs Oscar-Nominierungen auch einer der erfolgreichsten - und er ist bis heute eine Ikone. Für viele der Beteiligten - Regisseur Petersen, Schauspieler wie Grönemeyer oder Jürgen Prochnow - bedeutete der Film den internationalen Durchbruch.

Christian Franckenstein von der Bavaria spricht von einer „globalen Marke“. Dass man diese ausgerechnet jetzt ausgräbt, inmitten des anhaltenden Serien-Hypes, ist nicht verwunderlich. Man befinde sich „in allerbester Gesellschaft“, wenn es darum geht, Erfolgsfilme in Serien zu verwandeln, so Franckenstein.

Für Sky bedeutet „Das Boot“ eine Premiere: Erstmals produziert der deutsche Ableger des Pay-TV-Anbieters eine Serie für den internationalen Markt. Dafür nimmt man satte 25 Millionen Euro in die Hand. Man wolle sich „weg von der normalen Pay-TV-Marke hin zur Familien-Entertainment-Marke“ bewegen, erklärt Carsten Schmidt von Sky Deutschland den Schritt. Ausgestrahlt werden soll die Serie im Jahr 2018, auch in Italien, Irland, Großbritannien und Österreich. Dann wird sich zeigen, ob „Das Boot“ auch mehr als 35 Jahre nach seinem Stapellauf in den Kinos noch die Strahlkraft hat, eine neue Generation in den Bann zu ziehen.

tsch

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