Jan Böhmermann: Show-Absage und Polizeischutz

+
Gemein! Gefährlich? Jan Böhmermann wird am kommenden Donnerstag mit seinem "Neo Magazin Royle" nicht auf Sendung gehen. Grund ist der Wirbel um sein Erdogan-Gedicht.

Der zur Staatsaffäre hochgeschaukelte Wirbel um sein "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan setzt Jan Böhmermann nachhaltig zu.

Nachdem der Moderator vergangene Woche seine Reise nach Marl zur Grimme-Preis-Verleihung abblies, wird er am kommenden Donnerstag auch nicht wie gewohnt bei ZDFneo mit seiner Show zu sehen sein. "Die Produktionsfirma btf GmbH und Jan Böhmermann haben entschieden, die für Donnerstag geplante nächste Ausgabe von Neo Magazin Royale nicht zu produzieren", heißt es in einer Mitteilung auf Facebook. "Grund ist die massive Berichterstattung und der damit verbundene Fokus auf die Sendung und den Moderator. Die Entscheidung erfolgte in Abstimmung mit dem ZDF." Einen möglichen Hintergrund der Absageentscheidung zeigen Berichte auf, nach denen der Moderator seit Dienstag unter Polizeischutz stehe. Eine Sprecherin der Kölner Polizei bestätigte auf Anfrage der Zeitung "Die Welt", es stünde ein Streifenwagen vor Böhmermanns Privathaus, da sich seine Familie durch Erdogan-Anhänger bedroht sehe. Nach kritischen Einlässen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und einem offiziellen Strafantrag vonseiten des türkischen Staatsoberhaupts muss Böhmermann womöglich auch juristische Konsequenzen fürchten. Wenngleich eine aufgeregte Debatte über die Satirefreiheit entstanden ist und der Unterhalter seine ehrverletzenden Schmähverse über den Präsidenten Erdogan gewissermaßen in einem satirischen Metarahmen selbst als nicht zulässig gekennzeichnet hatte. An prominenten Unterstützern mangelt es dem 35-Jährigen nicht. Solidaritätsbekundungen kamen von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie "heute-show"-Moderator Oliver Welke, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und Yanis Varoufakis, dem ehemaligen griechischen Finanzminister. Böhmermanns letztes und einziges Statement zum vermeintlichen Skandal datiert vom Freitag vergangener Woche. Auf Facebook ließ er die User wissen: "Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe."

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren