Joy - Alles außer gewöhnlich

Bist du hart genug?

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Joy (Jennifer Lawrence) muss für die Business-Welt viel Stehvermögen beweisen.

Erfinderin oder Versagerin? Unter Regie von David O. Russell legt Jennifer Lawrence als "Joy" eine Gratwanderung zwischen Triumph und Bankrott hin.

Vater Rudy (Robert De Niro) ist wieder zu Hause, denn seine bisherige Lebensabschnittspartnerin kann nichts mehr mit ihm anfangen. Frustriert zerschlägt der Alte Porzellan. Tochter Joy (Jennifer Lawrence) kehrt die Scherben zusammen. Auf der Jacht von Rudys Neuer fällt Joy ein Rotweinglas aufs Deck. Während die anderen feiern, wischt sie auf und holt sich blutige Hände. Da kommt ihr der Einfall für den magischen Wischmop - eine geniale Geschäftsidee? Wie schwer sich dennoch die Verpuppung vom Familienfaktotum zur Businessfrau gestaltet, zeichnet David O. Russells "Joy - Alles außer gewöhnlich" (2015) nach einer wahren Geschichte meist schonungslos und schließlich kitschig nach. Nach mäßigem Kinoerfolg ist das Drama nun fürs Heimkino erhältlich.

Hochtalentiert hat Joy als kleines Mädchen (Isabella Crovetti-Cramp) Figuren aus Papier gebastelt, die Papa Rudy kaputt machte, weil so ein Quatsch für die Tochter eines Werkstattbesitzers nicht in Frage kam. Jahre später sorgt die jetzt erwachsene, aber immer noch junge Joy für das Einkommen, zieht zwei Kinder auf, beherbergt im Keller ihren Ex-Mann Tony (Édgar Ramírez) und reibt sich auch sonst für die Familie auf, ohne die geringste Achtung zu erfahren.

Regisseur und Autor David O. Russell reizt das Spiel mit der Wahrscheinlichkeit des Scheiterns und der Unwahrscheinlichkeit des Erfolgs seiner Heldin weidlich aus. Um ihr Leben zu ändern, muss Joy zu dem werden, was sie ist. Aber wer ist Joy eigentlich? Eine hervorragende Erfinderin, die mit einem flexiblen, superaufsaugenden Wischmop Millionen Hausfrauen glücklich machen wird? Oder eine Versagerin, wie Rudy seufzend meint, während seine reiche Freundin Trudy (Isabella Rossellini) Joy nachsagt, fürs Geschäft nicht hart genug zu sein?

Die ersten verkauften Mops bringen überraschende wirtschaftliche Probleme, ein womöglich ruinöser Patentstreit entbrennt, und die familiäre Unterdrückungsmaschine arbeitet wieder gegen Joy. Alles ist wie auf Anfang gesetzt, als Joy vergeblich ihren Mop in den Läden lancieren will.

Dass im Geschäft nichts endgültig erreicht, sondern alles immer wieder von Neuem zu erringen ist, zeigt der Film glänzend. Damit Joy der Herausforderung gewachsen ist, lässt Jennifer Lawrence, die mit "Joy" übrigens als beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert war, sie zwar weinen, aber auch einen eisenharten Blick annehmen und leicht breitbeinig stehen - in schwarzblauer Lederjacke, schwarzem Hemd und blauen Jeans, die Hände bereit, imaginäre Colts zu ziehen. So viel Drama hätte genügt. Auf die religiöse Überhöhung am Schluss hingegen ließe sich gut verzichten.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.

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