Die "Guten Zeiten, schlechte Zeiten" erleben ihre 6.000. Jubiläumsfolge (Mittwoch, 18. Mai, 19.40 Uhr, RTL)

Bindungen, die "ewig" halten

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6.000 Folgen der Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" sind ein guter Grund für eine ausschweifende Party (von links): Iris Mareike Steen, Valentina Pahde, Janina Uhse, Nadine Menz

Wie die Zeit vergeht. Die Serie "Guten Zeiten, schlechte Zeiten" läuft bereits seit mehr als 20 Jahren. Am Mittwoch, 18. Mai, 19.40 Uhr, erleben sie ihre 6.000. Jubiläumsfolge.

Das nennt man dann tatsächlich einen "Meilenstein". Am Mittwoch, 18. Mai, zur gewohnten Zeit, 19.40 Uhr, ist die 6.000. Folge von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" zu sehen - ausnahmsweise sogar in Spielfilmlänge. So viele habe noch keine andere Serie im deutschen Fernsehen erreicht, jubelt RTL nicht ganz ohne Stolz. Tatsächlich hat der Soap-Dauerbrenner eine durchaus bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Seit dem Start am 11. Mai 1992 hielt sich die Serie allen Unkenrufen zum Trotz. Auch setzte sie sich gegen gerade zu Beginn harscher Kritik an arg gestelzt klingenden Dialogen und dürftigen schauspielerischen Leistungen durch. "GZSZ" entwickelte sich zum Soap-Flaggschiff schlechthin. "Aus dem stammelnden Kleinkind von damals ist längst ein wortgewandter Erwachsener geworden", sagt Wolfgang Bahro (55). In seiner Rolle des Anwalts und Unternehmers Jo Gerner ist er der dienstälteste "GZSZ"-Darsteller.

Wenn an nur einem Drehtag am "GZSZ"-Set im Filmpark Babelsberg unter anderem 50 Fenster, 45 Türen, 83 Stühle, neun Sofas, acht Betten, acht Barhocker, 17 Schreibtische, 150 Steh-, Hänge-, Wand- und Tischleuchten, 14 Teppiche, 50 Ess-, Schreib- und Nachttische, 35 Schränke und Regale auch mal umgeräumt werden, kann sich der Schauspieler Bahro durchaus amüsieren. Chaos? Ach, was, sagt Bahro. Er kennt ganz andere Zeiten bei der RTL-Soap. "Als ich im Herbst 1992 meine ersten Drehtage als Dr. Gerner hatte, steckte die Serie im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. Wenn man die Türen zumachte, wackelte die ganze Kulisse", erinnert er sich.

Zu Beginn noch wurde die Serie in den UFA-Studios in Berlin-Tempelhof gedreht. Viel deutete damals nicht darauf hin, dass "GZSZ" zu einem Dauerbrenner oder gar einem Quotenhit werden konnte. Das lag auch an der Besetzung. "Die meisten - vor allem jungen - Darsteller waren gutaussehende Models, die noch nie vor einer Kamera oder auf einer Bühne gestanden hatten", berichtet Bahro.

Ausgerechnet aus diesen Anfängern und vermeintlichen Laien aber sind einige "Stars" entwachsen. Im Laufe der Serie waren dies beispielsweise Oliver Petszokat, Jeanette Biedermann, Rhea Harder, Yvonne Catterfeld, Mia Aegerter, Simone Hanselmann oder Alexandra Neldel. Wohl liegt auch darin eines der Erfolgsgeheimnisse der scheinbar "immerwährenden" Seifenoper. Der Zuschauer hat die beständige Entwicklung seines Stars immer mitbekommen. Er ist mit ihnen eben auch durch schlechtere Zeiten gegangen und hat bei manch einem arg gestelzten Satz ebenfalls einen peinlichen Moment miterlebt.

Diese Nähe und wohl auch der Glaube, jeder könne ein Soap-Star werden, schuf Bindungen, die bis heute halten und weitergegeben werden. "GZSZ" gehört in vielen Haushalten mit zum Abendbrot. Zahlen belegen das. Im laufenden Jahr, im Zeitraum Januar bis März 2016, wurden durchschnittlich 3,11 Millionen Zuschauer ab drei Jahren erreicht. Der Marktanteil (Zuschauer 14 bis 59 Jahre) lag bei 15,1 Prozent. In der Zielgruppe der jungen Frauen (14 bis 29 Jahre) kommt "GZSZ" sogar auf 24,6 Prozent. Wie Joachim Kosack, Geschäftsführer UFA Serial Drama und früherer Storyliner, Chefautor und Regisseur bei "GZSZ" meint, sei das Besondere an seinem Publikum, dass es eben keine spezifische Altersgruppe hat. "Sowohl Jung als auch Alt sehen die Serie jeden Tag. Durch diese ganz unterschiedlichen Altersstrukturen können wir so einen hohen Marktanteil erzielen", so Kosack.

Die Herausforderung an weitere tausende Episoden und mehr sieht er darin, auch weiterhin mit der Zeit zu gehen - sowohl im Look der Darsteller, die immer wieder modische Trends aufgreifen, als auch in den Geschichten mit Bezug zur Aktualität. "Dazu gehören auch Veränderungen und eine stetige Weiterentwicklung", so Kosack.

Die 6.000. Folge von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hat Überlänge und reicht damit erstmals auch bis in die Primetime. In der Krimi-Folge steht das verworrene Mord- und Inzest-Drama rund um Jasmin Flemmings (Janina Uhse, 26) Ex-Freund und Vater Dr. Frederic Riefflin (Dieter Bach, 52) im Vordergrund. Es gilt zu beweisen, dass die einst belächelte Soap auch in Spielfilmlänge "überzeugen" kann. Wenn nicht alles täuscht, stehen den Machern weiterhin gute Zeiten ins Haus.

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