Die Wahlkämpferin

Wer betrügt, gewinnt

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Der Wahlkampfberater eines anderen Kandidaten in Boliven, Pat Candy (Billy Bob Thornton), kennt Jane (Sandra Bullock) und ihre Methoden schon lange.

Sandra Bullock zeigt in der Polit-Satire „Die Wahlkämpferin“ als Wahlkampfstrategin überzeugend ihre skrupellose Seite.

Es heißt über sie, sie könne selbst ein totes Pferd wieder zurück ins Rennen bringen. Dennoch hatte Jane Bodine (Sandra Bullock) vom amerikanischen Wahlkampf nach einem erschütternden Skandal erst einmal genug. Doch bei dem Angebot, den persönlichen Zwist mit einem männlichen Berater in einen endgültigen Sieg verwandeln zu können, kann sie nicht Nein sagen. „Die Wahlkämpferin“ (2015) zieht - diesmal in Bolivien - alle Register, und zumindest Sandra Bullock lässt den Zuschauer angesichts einer umwerfenden Performance staunen. Schade, dass der Film im Kino kaum gesehen wurde. Nun besteht die Chance, das auf DVD, Blu-ray Disc oder als Video-on-Demand nachzuholen.

Sandra Bullock alias Jane Bodine legt einem nicht sichtbaren Interviewpartner die Verkommenheit des Politgeschäfts und deren Vertreter dar. Nichts Neues - doch wer lässt die Kandidaten im rechten Licht erscheinen und bereitet ihnen die richtigen Botschaften ans Wahlvolk vor? Die Wahlkampfstrategen, das sind gute Menschen- und Systemkenner, die ohne Idealismus einen guten Job für den machen, der am besten bezahlt. Und ihre Wahlkampf-Marketing-Taktik scheint auch zu funktionierten, wenn man ohne Sprach- und Landeskenntnisse in Bolivien agiert.

Jane Bodine soll dort einen in den Umfragen schlecht abschneidenden Kandidaten im Ranking nach oben katapultieren. Beim ersten Anblick von Castillo (Joaquim de Almeida) schockiert sie vor allem seine Frisur. Beim Kennenlernen dann seine Arroganz. Und auch gegen das Land selbst scheint sie allergisch zu sein, die Höhenluft sorgt bei ihr für eine langanhaltende Übelkeit.

Regisseur David Gordon Green gibt seiner Figur ein bisschen Zeit zum Akklimatisieren, was bei Castillo zu der Frage führt, wo eigentlich die Geheimwaffe sei, die er angeheuert hat. Diese kommt erst nach einem Zusammentreffen mit Konkurrenz-Stratege Pat Candy (grandios enigmatisch gespielt von Billy Bob Thornton) so wirklich in Fahrt. Jane baut ihre Strategie auf, redet eine „Krise“ herbei. Aber auch Candy zieht einen Joker nach dem anderen aus der Trickkiste und es kommt zu einem Zweikampf, bei dem sich die beiden an Hinterhältigkeit überbieten.

Das hat Witz und funktioniert gut auf der Rivalitätsebene. Wie moralisch oder unmoralisch Jane wirklich ist, lässt der Film lange offen. Doch gerade in der Spekulation darüber liegt der Reiz. Sandra Bullock bewegt sich mit markigen Sprüchen dabei weit entfernt von jeder Nettigkeit und zeigt erstaunlich exzessiv-kindische Seiten, die manchem vielleicht lächerlich und übertrieben erscheinen mögen, aber dramaturgisch gut zur Untermalung der gezeigten Persönlichkeit passen.

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