Knock Knock

Besuch der süßen Monster

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Mit wohlgeformten Beinen unter den geliehenen Bademänteln nehmen Genesis (Lorenza Izzo, links) und Bel (Ana Celia de Armas) Familenvater Evan Webber (Keanu Reeves) in die Zange.

Zwei heiße junge Damen werden für Keanu Reeves in "Knock Knock" erst zur Versuchung, dann zur Gefahr. Ein mäßiger Schmuddel-Thriller macht auf Krawall.

Über die Hügel mit dem Hollywood-Schild fliegt die Kamera in die Täler dahinter und gleitet durch ein Haus der oberen Mittelklasse. Spätestens wenn der Name des Horror-Regisseurs Eli Roth ("Hostel") im Vorspann auftaucht, liegt die Vermutung nahe, dass sich da ein luftiger böser Geist ein neues Heim sucht. Wenigstens ein ganz klein bisschen schlummert er auch in dem Opfer, das er sich aussucht. Darin liegt so ziemlich der einzige subtile Zug des eher schmuddeligen als erotischen Thrillers "Knock Knock" (2015), in dem zwei fiese Nymphen Keanu Reeves als Familienvater allein zu Haus verführen und foltern. Im Kino fand die US-amerikanisch-chilenische Koproduktion kaum Beachtung, nun erfolgt die Auswertung fürs Heimkino.

Die Blonde heißt Bel (Ana Celia de Armas), die Dunkelhaarige Genesis (Lorenza Izzo). Regendurchnässt und knapp bekleidet stehen die beiden attraktiven Damen vor der Tür des Architekten Evan Webber (Keanu Reeves). Der Taxifahrer hätte sie an der falschen Adresse abgeliefert, behaupten sie. Ob er ihnen helfen könnte, die richtige herauszufinden? Nach kurzem Zögern lässt er Bel und Genesis herein.

Natürlich geben sie sich nicht mit der Adresssuche zufrieden. Sie legen die nassen Sachen ab, räkeln sich in geliehenen Bademänteln auf dem Sofa und machen Evan schöne Augen. Als das von Evan gerufene Taxi vorfährt, verlässt niemand das Haus. Denn Bel und Genesis machen sich gerade an Evans bestem Stück zu schaffen. Nicht widerstehen zu können, bringt Evan nicht nur mit den beiden ins Bett, sondern auch gefesselt auf einen Folterstuhl, auf dem er Fragen nach perversen sexuellen Praktiken beantworten muss. Liegt er falsch, wird ihm ein trommelfellzerreißender Sound über die Kopfhörer in die Ohren geblasen.

Die Verwüstung des Hauses, Evans Vergewaltigung bei einem Inzest-Rollenspiel vor laufender Handykamera und die Graffiti-Schändung der Kunstwerke seiner Frau sind danach nur noch Exzesse um der Exzesse willen, eine Selbstfeier der Zerstörungskraft. Den Darstellerinnen selbst scheint die hysterische Destruktivität peinlich zu sein, die sie gegenüber einem passiven Keanu Reeves zur Schau tragen. "Knock Knock" beharrt darauf, ein derber, blutiger, vulgärer Scherz ohne Motive zu sein. Dass er allen Erwartungen zum Trotz kein konventionelles Ende nimmt, rettet die Qualität ein wenig.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

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