Beatrice Egli

„Ich fühle mich sexy, und es fühlt sich toll an!“

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„Show der Träume“? Beatrice Egli sagt, dass sie ihren Traum bereits lebt.

Nachdem Beatrice Egli vor drei Jahren die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ für sich entschied, hat die Sängerin, im Gegensatz zu so vielen anderen „DSDS“-Absolventen, eine veritable Karriere hingelegt. Entsprechend selbstbewusst gibt sich die Schweizerin nun im Gespräch.

„Jetzt ist meine Zeit!“ - Ein Satz, der viel über das Selbstverständnis der Schlagersängerin Beatrice Egli aussagt. Doch die 27-jährige Schweizerin mit dem attraktiven Dauerlächeln räumt vor der zweiten Ausgabe ihrer TV-Gala „Beatrice Egli - Die große Show der Träume“ (Samstag, 4. Juni, 20.15 Uhr, ARD und Schweizer Fernsehen) ein, sie habe nach ihrem „DSDS“-Sieg von 2013 eine Weile gebraucht, um sich in der Unterhaltungsbranche zurechtzufinden. Aber nun, „mit der Erfahrung, mit den Erfolgen und mit all dem Zuspruch, den ich erhalten habe, bin ich schnell gewachsen.“ Sie sei „stärker und offener geworden“, sagt Shootingstar Egli im großen Interview, in dem sie auch verrät, warum sie sich gerade rundum sexy fühlt, eine neue Lust auf Liveauftritte hat - und dass sie auf FC Bayern-Star Thomas Müller steht ...

nordbuzz: Frau Egli, man sieht Sie oft mit Kopfhörer. Was hören Sie gerade auf dem iPod?

Beatrice Egli: Zurzeit läuft das neue Album von Zucchero, „Black Cat“, rauf und runter. Ich finde, er macht absolut großartigen Blues Rock. Und das sage ich nicht, weil er Gast in meiner Show ist!

nordbuzz: Mit Stars wie Matthias Reim, Roland Kaiser oder eben Zucchero haben Sie es in Ihrer zweiten „großen Show der Träume“ mit einigen alten Hasen zu tun. Macht Sie das besonders nervös?

Egli: Nein ... Also das heißt: Ja (lacht) - ich war vor der Aufzeichnung sehr nervös. Aber das bin ich immer, es hat nichts mit den prominenten Gästen zu tun.

nordbuzz: Sie haben Lampenfieber?

Egli: Ja, total. Ich habe leider auch die Erfahrung gemacht, dass es kein wirksames Mittel gegen die Aufregung gibt - außer sich so gut wie möglich vorzubereiten. Aber ich weiß inzwischen, es ist nicht schlimm, nervös zu sein. Ich habe gelernt, das anzunehmen, es pusht einen ja. Man muss dann einmal kurz durchatmen und die Energie für sich nutzen. Na klar: Der ein oder andere Versprecher ist normal.

nordbuzz: Was hilft Ihnen beim Moderieren vor einem Millionenpublikum?

Egli: Außer der Vorbereitung: dass ich mir bewusst mache, dass eigentlich nicht ich die Gastgeberin bin, sondern es all die Zuschauer daheim sind, die mich in ihr Wohnzimmer einladen. Ich bin ein Teil ihres Fernsehabends. Das ist ja eher etwas Intimes und ein ziemlich großer Vorschuss, finde ich. Auf der Basis fällt es mir leichter, loszulassen.

nordbuzz: Neben Stars kommen bei Ihnen auch Nachwuchskünstler zum Zug. Auf welche noch unentdeckten Talente dürfen sich die Zuschauer freuen?

Egli: Wir haben wieder Künstler verschiedener Genres dabei: Tolle Gesangstalente wie die 23-Jährige Deena aus Berlin, die in Uganda lebt und in der Landessprache Luganda singt, oder die drei swingigen „Zimtschnecken“ aus Hamburg. Die Kapfhammer Buam aus dem bayerischen Wörth und die Starkstromkids aus Senftenberg reißen mit ihrer Musik bereits in jungen Jahren das Publikum mit, während Jonas Groß aus der Schweiz mit seiner Panflöte eher der Meister der leisen Töne ist. Staunen dürfen die Zuschauer bei der Akrobatik-Nummer von Moritz Haase aus Karlstadt und den Illusionen des Schweizer Zauberduos Domencio.

nordbuzz: Zum Nachwuchs zählt Sie niemand mehr - obwohl Sie sehr jung sind. Fühlen Sie sich arriviert in der Schlagerszene?

Egli: Ich werde schon noch als das Küken wahrgenommen. Aber das ist okay, ich habe nicht das Gefühl, dass ich besonders kritisch beäugt werde, sondern im Gegenteil: Alle waren von Anfang an sehr wohlwollend. Es hat viel Gutes, wenn dir die alten Hasen anerkennend auf die Schultern klopfen. Mich baut das auf. Außerdem kann ich von ihnen lernen, sie geben mir gerne Tipps. Ich staune vor allem, wie tiefenentspannt die Älteren in diesem aufgeregten Fernsehumfeld agieren, und versuche mir etwas davon abzuschauen. Irgendwann will ich auch so cool sein wie ein Roland Kaiser ...

nordbuzz: Wenn Sie die Atmosphäre hinter den Kulissen mit einem Wort beschreiben müssten - welches fällt Ihnen spontan ein?

Egli: Kollegial! - Ich weiß, dass es Vorurteile gibt, dass bei uns alles ganz schlimm sein soll. Aber ich habe die Atmosphäre bis jetzt nur positiv wahrgenommen. Die Leute sind echt lässig. Kein Grund zur Sorge also, mir geht's auch nach drei Jahren total gut unter den Schlagerstars.

nordbuzz: Spüren Sie keinen Neid?

Egli: Nein, ehrlich nicht. Ich habe auch noch keinen einzigen Hahnenkampf erlebt. Ich glaube vielmehr, dass sich alle sehr über frisches Blut freuen. Schließlich ist es so, dass der Erfolg von uns Jüngeren die Branche befruchtet. Ich habe den Eindruck, dass sich viele Ältere von uns pushen lassen. Es gibt immer noch einige tolle Plattformen für Schlager, da ist für jeden Platz, wir nehmen keinem etwas weg. Also: Die Branche wächst, darüber freuen wir uns alle.

nordbuzz: Ihre junge Karriere verlief praktisch parallel zum Schlager-Boom. Was genau hat sich in Ihrem Leben seit dem „DSDS“-Erfolg von 2013 verändert?

Egli: Sie meinen, abgesehen davon, dass neuerdings die Leute bei meinen Auftritten in Ohnmacht fallen (lacht)?

nordbuzz: Wie bitte?

Egli: Doch im Ernst, das passiert. Kürzlich im „Fernsehgarten“ musste wieder der Krankenwagen anrücken. Der Notarzt hat mich hinter der Bühne gefragt, ob ich die neue Britney Spears des Schlagers bin. Mir war das natürlich peinlich, ich bin auch gleich in den Wagen gestiegen und habe mit der Person gesprochen und ihr ein Autogramm gegeben. Ich weiß nicht warum, aber offenbar mache ich manche Fans hysterisch.

nordbuzz: Vermutlich wird der Metzgerladen Ihrer Familie in Pfäffikon in der Schweiz von Fans überrannt ...

Egli: Ja, so kann man es sagen. Es kommt vor, dass in der Umgebung sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht sind, weil wieder Fans auf Spurensuche vorbeischauen. Die wollen einfach sehen, wo ich lebe und wie ich aufgewachsen bin.

nordbuzz: Was ist noch neu im Leben als Schlagerstar?

Egli: Dass ich fast nicht mehr zu Hause bin. Ich bin eigentlich ständig auf Reisen. Aber das ist schön! Ich mache ja das, wovon ich viele Jahre geträumt habe: Ich stehe auf der Bühne und kann von der Musik leben. Ich musste mich in der neuen Welt sicher erst zurechtfinden, aber jetzt, nach drei Jahren, kann ich sagen: Ich bin angekommen und tobe mich richtig aus. Meine Fans erleben mich ganz anders als vor zwei, drei Jahren. Sie sehen eine junge Frau, die voll und ganz zu sich steht. Das war nicht immer so. Am Anfang war da schon eine Unsicherheit in mir, wenn ich auf der Bühne oder in einem Fernsehstudio stand. Aber mit der Erfahrung, mit den Erfolgen und mit all dem Zuspruch, den ich erhalten habe, bin ich schnell gewachsen. Ich bin stärker und offener geworden und kann deshalb viel mehr von meiner Persönlichkeit zeigen. Eine sehr schöne Veränderung.

nordbuzz: Muss man sich sexy fühlen, um als Schlagerstar Erfolg zu haben?

Egli: (lacht) Ich glaube, das hilft nicht nur der Schlagersängerin. Es tut jeder Frau gut, wenn sie sich sexy fühlt. Ja, ich fühle mich sexy, und zwar von Kopf bis Fuß, und es fühlt sich toll an. Ich fühle mich wohl in meinem Körper und mag meine Kurven - es muss alles genau so sein, wie es ist.

nordbuzz: Was finden Sie besonders sexy an sich?

Egli: Raten Sie doch mal! (lacht)

nordbuzz: Ihr Lachen?

Egli: Bingo. Es ist mein Werkzeug, damit gar nicht erst schlechte Laune aufkommen kann. Ich mache eigentlich alles im Leben mit Freude - mit einem Lächeln eben.

nordbuzz: Was macht das neue Selbstbewusstsein mit Ihnen?

Egli: Eindeutig: Es hilft mir dabei, im Augenblick zu leben und die vielen aufregenden Momente, die sich mir bieten, zu genießen.

nordbuzz: Ihr Album heißt also nicht ganz zufällig „Kick im Augenblick“?

Egli: Nein, der Titel ist nicht nur als Anspielung auf das große Sommerthema Fußball zu verstehen. Ich spüre diesen Kick zurzeit immer wieder. Dieser Schwung ermutigt mich, mich weiterzuentwickeln. Ich schreibe inzwischen bei den Songs mit, viele Textpassagen stammen von mir. Auch live vor tausenden von Zuschauern blühe ich immer mehr auf. Das ist berauschend, das Schönste, was es gibt. Wahrscheinlich ist die Freude am Liveauftritt das Beste an meinem neuen Lebensgefühl. Weil ich dabei spüre, dass ich denen, die es gut mit mir meinen, etwas zurückgeben kann. Einfach genial. Ich gehe jetzt auf meine dritte Tournee und fühle mich freier und mehr bereit denn je.

nordbuzz: Hat der Erfolg gar keine Schattenseiten?

Egli: Doch: Ich bin etwas ruhelos geworden und habe zu wenig Zeit, mein Leben Revue passieren zu lassen. Wenn es mir doch mal gelingt, wenn ich mir wirklich vor Augen führe, was alles passiert ist in den drei Jahren, kommen mir jedesmal sofort die Tränen. Diese Intensität! Und ich habe das alles echt erlebt ... Das macht mich total emotional. Ich könnte schon wieder ... Aber das sind Tränen des Glücks. Kein besonders schlimmer Preis des Erfolges, finde ich. Da gibt es andere Dinge.

nordbuzz: Nämlich?

Egli: Ich schlafe vor lauter Aufregung zu wenig. Außerdem ist es einfach unheimlich viel Arbeit. Es wird einem ja nichts geschenkt, nur weil man singt und hübsch lächeln kann. Alles in meinem Leben dreht sich um die Musik und die Shows. Es gibt praktisch kein Privatleben. Natürlich ist es nicht einfach, wenn man nicht so oft zu Hause sein kann, wie man möchte. Aber jetzt komme ich damit klar, denn ich weiß: Es ist nichts für immer. Jetzt ist meine Zeit. Das Publikum wächst und wächst und wächst, und ich bin dankbar, dass es so ist, aber ich weiß auch, dass es schnell vorbei sein kann.

nordbuzz: Dabei wirken Sie immer so optimistisch?

Egli: Ja, ich bin eine große Optimistin - aber auch total realistisch: Ich habe nach „DSDS“ ganz ehrlich damit gerechnet, dass ich bald wieder in der Metzgerei daheim stehen werde. Ich denke, die Chancen standen noch nicht einmal Fifty-fifty.

nordbuzz: So skeptisch?

Egli: Absolut. Für mich fängt's im Leben immer wieder bei null an. Das hilft mir, die zu bleiben, die ich bin, und Respekt vor der jeweils nächsten Aufgabe zu haben. So wie jetzt vor der zweiten „großen Show der Träume“. Es gibt viel zu tun, aber keinen Grund, abzuheben.

nordbuzz: Apropos Träume: Wie weit kann die Schweiz bei der Fußball-EM kommen?

Egli: Weit. Sehr weit! Im Schweizer Team von Vladimir Petkovic stehen Top-Spieler. Auch wenn die Form zuletzt nicht so gut war, bin ich sicher, die Nati tritt ähnlich stabil auf wie bei der WM in Brasilien. Die Vorrundengruppe könnten wir als Zweiter hinter Frankreich abschließen, und dann hoffe ich einfach, dass wir nicht so schnell gegen Deutschland kommen - schon auch, weil ich beiden Teams die Daumen drücke. Übrigens zählt auch Österreich für mich zu den Favoriten - die werden von einem Super-Trainer gecoacht: Marcel Koller aus der Schweiz (lacht)!

nordbuzz: Sie sind schon voll im Fußballfieber, wie es scheint.

Egli: Aber natürlich. Ich bin großer Fan, und freue mich total auf die EM. Ich will so viele Spiele wie möglich sehen.

nordbuzz: In Ihrem Video zu „Kick im Augenblick“ tanzen Sie sowohl im roten Schweizer als auch im weißen Deutschen Fanshirt ...

Egli: Und jetzt möchten Sie, dass ich hier Farbe bekenne? Ich sage immer: Möge der Bessere gewinnen! Okay, das ist jetzt sehr diplomatisch, aber ich komme eben aus der Schweiz (lacht), dort geht das als Antwort durch. Aber meinen Lieblingsspieler könnte ich Ihnen nennen!

nordbuzz: Oh, wir sind ganz Ohr ...

Egli: Thomas Müller. Er ist ein Glücksfall fürs deutsche Team, denn: Was man braucht, sind Tore, und auf ihn ist da eigentlich immer Verlass. Meine klare Nummer eins.

nordbuzz: Finden Sie ihn auch als Typ interessant?

Egli: Ja, denn er ist ein Spaßvogel, der das Herz am rechten Fleck hat. Wenn er sich zum Interview stellt, weiß man nie, was dabei herauskommt. Meistens wird's lustig. So einer gefällt mir - wahrscheinlich weil ich auch so bin (lacht).

nordbuzz: Letzte Frage: Wann sehen wir Sie auch mal im „Tatort“?

Egli: Ich sag's mal so: Ich habe ja eine Schauspielausbildung, und auf jeden Fall möchte ich in mindestens einem Film mitmachen - sonst darf ich mich ja nicht Schauspielerin nennen. Es gibt schon viele Anfragen, aber sehr wenig Zeit. Also: Ich habe total Lust darauf und werde bestimmt einmal ein Angebot annehmen, aber ob es der „Tatort“ wird? Mich zieht's eher nach Cornwall, zu Rosamunde Pilcher, wenn ich's mir aussuchen darf (lacht).

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