Zu Besuch am Set von Franz Xaver Bogners neuer München-Serie "Moni's Grill" (ab Herbst 2016)

Alles nur "wegen dem Franz"

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Sarah Camp, Christine Neubauer und Monika Gruber (von links) sind die drei Powerfrauen im neuen BR-Format "Moni's Grill". Die Bogner-Serie geht voraussichtlich im Herbst auf Sendung - auch im Ersten.

Regisseur Franz Xaver Bogner und drei Powerfrauen: am Set der neuen München-Serie "Moni's Grill".

Monika Gruber greift nach ihrem Weinglas auf dem Tablett, das eigens für den Fototermin angerichtet wurde, und nimmt einen kräftigen Schluck. "Der ist ja sogar ein echter", ruft sie begeistert und wendet sich bestens gelaunt den zahlreichen Fotografen und Journalisten zu. Mitten am Viktualienmarkt, im Herzen von München, posiert sie mit Christine Neubauer und Sarah Camp als Familie Schweiger. Sie stellen sich als Stammbesetzung der neuen BR-Serie "Moni's Grill" vor. Die Stimmung der drei ist sichtlich ausgelassen. Monika Gruber im blauen Spitzenkleid mit Leopardenschuhen, Christine Neubauer in einfacher Küchentracht und Sarah Camp im gestreiften Kleid trotzen dem Wind ebenso standhaft wie den lauten Rufen der Fotografen: Diese Powerfrauen bringt auch im echten Leben nichts aus der Ruhe.

Deshalb war wohl für Regisseur Franz Xaver Bogner ("München 7") klar, dass es für seine Traum-Besetzung keinen Plan B geben kann: "Die Spielfreude der drei kenne ich sehr gut von 'München 7', und sie waren für mich einfach perfekt besetzt", betont er. Ohne die Zusage seiner Favoritinnen wäre das Projekt nach seinen Worten auch niemals umgesetzt worden. Doch an einer Zusage musste Bogner nie zweifeln, wie Christine Neubauer beim Settermin am Mittwoch versichert: "Wir wissen alle noch nicht, wie's wird. Aber wir haben alle zugesagt, ohne auch nur einen Buchstaben gelesen zu haben. Nur wegen dem Franz."

"Moni's Grill" ist eine Kneipe: ein Geheimtipp im Herzen von München. Sie gehört den Schwestern Moni (Monika Gruber) und Toni Schweiger (Christine Neubauer): Die eine ist blond und vorlaut, die andere schwarzhaarig und melodramatisch. Christa Schweiger (Sarah Camp), die Mutter der beiden, sorgt mit ihrer Vorliebe für jüngere Männer für das Tüpfelchen auf dem "i" im Familien-Chaos. Die Charaktere der Figuren geben die Grundlage für eine Menge Reibungspunkte, wie die Frauen beim Dreh beweisen. Da wird geschrien und geflucht, dass die Wände wackeln. "Ja, zefix", beklagt sich Christine Neubauer auch gleich, nachdem ihr eine Textzeile nicht einfällt. Wo die Toni Schweiger aufhört und die Christine Neubauer anfängt, ist hier nicht zu durchschauen, und wahrscheinlich ist auch das Teil des Konzepts. Die Wohnung der Schweigers befindet sich im ersten Stock eines Hauses direkt am Viktualienmarkt - im realen Leben gehört die unbezahlbare Immobilie der Kirche.

Die eigentliche Besondere an dieser neuen Fernsehserie sind aber weder der charmante Hauptcast noch der Lokalkolit, sondern die fast schon revolutionäre Herangehensweise des Filmemachers: In den sieben Folgen mit je 30 Minuten mischt Regisseur Franz Xaver Bogner erstmals fiktionale Erzählung und Real-Talk. Gäste wie Rennrodler Georg Hackl, Schauspieler Elmar Wepper und Kult-Komiker Harry G kommen in der Serie mit Monika Gruber alias Moni Schweiger ins Gespräch. "Wir wollten Prominente anders erwischen als in einer klassischen Talkshow, bei der nur Fragen abgearbeitet werden, und eine Atmosphäre schaffen, in der sich ein schönes Gespräch entwickelt", so Monika Gruber. Der Prominente mimt einen Stammgast, und anschließend wird spontan losgefilmt. "Wo das Gespräch am Ende hingeht, das ist nicht klar, aber das macht es umso spannender", ist Monika Gruber aufrichtig begeistert. Der Rest der Serie hingegen beruht ganz klassisch auf einem Drehbuch.

Die Ausstrahlung von "Moni's Grill" ist für Herbst 2016 geplant - immer donnerstags, um 23.30 Uh, im Ersten, und freitags, um 19.30 Uhr, im Bayerischen Fernsehen. Man sei überzeugt, dass ein solches Format auch überregional in der ARD punkten könne, unterstreicht Annette Siebenbürger, Programmverantwortliche des Bayerischen Rundfunks: "Wir erhoffen uns eine Quote von rund sechs Prozent", sagt sie ganz konkret. Monika Gruber macht die Zusammenarbeit jedenfalls große Freude: "Obwohl wir drei völlig unterschiedliche Charaktere sind, hat das alles sehr gut funktioniert und wir hatten eine ganz eigene Chemie. Das fühlt sich gut an, sowohl vor als auch hinter der Kamera."

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